Wer wird technischer Leiter beim Schwingverband?

Morgen tagt das Innerschweizer Schwingerparlament in Schwyz. Personalfragen stehen im Zentrum.

Simon Gerber
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Thedy Waser wird vom ISV-Vorstand zur Wiederwahl als Technischer Leiter der Innerschweizer Schwinger vorgeschlagen. Die Luzerner portieren mit René Riedweg einen Gegenkandidaten.

Thedy Waser wird vom ISV-Vorstand zur Wiederwahl als Technischer Leiter der Innerschweizer Schwinger vorgeschlagen. Die Luzerner portieren mit René Riedweg einen Gegenkandidaten.

Bild: Dominik Wunderli (Beckenried, 28. April 2014)

Die stimmberechtigten Delegierten und Ehrenmitglieder des Innerschweizer Schwingverbandes (ISV) werden morgen im Mythenforum in Schwyz die umfassenden Jahresberichte zur Kenntnis nehmen. Als eindeutiger Höhepunkt galt das Verbandsfest in Flüelen sowie das Eidgenössische Schwingfest in Zug. Das Innerschweizer Schwingfest 2022 findet im Kanton Luzern statt. Der Schwingklub Wiggertal bewirbt sich mit dem Festort Dagmersellen für diesen Grossanlass.

Im Fokus der vierzehn Punkte umfassenden Traktandenliste steht jedoch die Wahl des Technischen Leiters des grössten Teilverbandes innerhalb des ESV. Dieses Geschäft ist brisant. Seit dem Eidgenössischen Schwingfest in Zug rumort es im Innerschweizer Schwingerverband. In der Kritik stehen der TK-Chef Thedy Waser und der Teamcoach Thomas Burch, welche ihre Arbeit nicht zur vollen Zufriedenheit des Luzerner Verbandes ausgeführt haben. Bereits in diesem Monat hat sich der Innerschweizer Vorstand von Thomas Burch im gegenseitigen Einvernehmen getrennt.

Der ISV will an Waser festhalten

Der Zuger war seit 2015 auf Mandatsbasis als Teamcoach und Assistent des TK-Chefs Thedy Waser angestellt und mitverantwortlich für das Verbandsprojekt der drei Eidgenössischen Schwingfeste 16/19/22. Durch verschiedene Vorkommnisse hatte Burch das Vertrauen bei den Schwingern verspielt. In einer Abstimmung im Oktober sprach sich ein Grossteil der ­Athleten gegen einen weiteren Einsatz von Burch aus.

Seit sechs Jahren ist Waser TK-Chef des Verbandes. Der Beckenrieder stellt sich für weitere drei Jahre zur Wiederwahl. Der Innerschweizer Vorstand unterstützt seine Kandidatur. «Thedy Waser ist einer der Baumeister unseres Konzeptes 16/19/22. Unsere Athleten glänzten schon lange nicht mehr mit so vielen wichtigen Kranzfestsiegen und Spitzenrängen wie gerade in diesem Jahr», sagt Peter Achermann, Präsident des Innerschweizerischen Schwingerverbandes. 

«Zusammen mit Thedy Waser sind wir für die nächsten sportlichen Grossanlässe auf dem richtigen Weg.»

Wie werden sich die Schwyzer entscheiden?

Doch damit sind die Luzerner nicht einverstanden. Sie haben an ihrer Delegiertenversammlung im Januar in Rothenburg einstimmig entschieden, für das Amt des Technischen Leiters den ehemaligen Kranzschwinger René Riedweg aus Escholzmatt vorzuschlagen. Der 46-jährige Landwirt ist seit drei Jahren TK-Chef der Luzerner. Er gilt nicht nur als gewiefter Taktiker, sondern kennt auch die Stärken und Schwächen der Schwinger bestens. Der Ausgang der Wahl ist offen. Es wird geheim abgestimmt. Einiges wird davon abhängen, ob neben den Luzernern auch die Schwyzer als zweitgrösster Kantonalverband ihre Stimme René Riedweg ­geben werden und dadurch für frischen Wind sorgen wollen.

Erste Kampfwahl seit 22 Jahren

Wichtig ist für alle Beteiligten ­jedoch, dass nach der Wahl im Verband wieder Ruhe einkehrt. In den nächsten drei Jahren stehen mit dem Jubiläumsfest in Appenzell (2020), dem Kilchberger Schwinget (2021) und dem Eidgenössischen Schwingfest in Pratteln (2022) gleich drei sportliche Grossanlässe im Terminkalender.

Kampfwahlen um Cheffunktionen sind im Innerschweizer Schwingerverband eher selten. Letztmals gab es eine solche Konstellation 1998 gleich im Doppelpack. Damals gewann das Rennen um das Präsidentenamt der Zuger Paul Bachmann gegen den Schwyzer Paul Schelbert. Auch um die Funktion als TK-Chef unterlag mit Othmar Schmidig ein Schwyzer. Gewählt wurde der Luzerner Bruno Stofer.

Zu den Höhepunkten einer Delegiertenversammlung zählen zum Abschluss jeweils auch die verschiedenen Ehrungen. Der zweite Teil beinhaltet traditionsgemäss ein gemeinsames Mittagessen und einen gemütlichen, kameradschaftlichen Teil.