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WESTERNREITEN: Jana Steinmann reitet auf der grünen Welle

Jana Steinmann aus Emmen hat sich für eine Sportart entschieden, die weitgehend unbekannt ist. Wie ist die 16-jährige Kanti­schülerin dazu gekommen?
Theres Bühlmann
Das Hemd von Jana Steinmann ist farblich optimal auf die Satteldecke abgestimmt. (Bild Corinne Glanzmann)

Das Hemd von Jana Steinmann ist farblich optimal auf die Satteldecke abgestimmt. (Bild Corinne Glanzmann)

Sie sind Idealisten, die Westernreiter, üben ihren Sport weitab von Massenmedien und grossem Zuschauerandrang aus. Dabei hat diese Sportart einiges zu bieten, zeigt sich äusserst anspruchsvoll, vielfältig, abwechslungsreich und beinhaltet viele Disziplinen. Westernreiten stammt aus Amerika und ist eine Reitart in Anlehnung an die Arbeitsweise der Cowboys. Diese Sportart ist aber von Lagerfeuerromantik weit entfernt. Eine, die diesen Sport beherrscht, ist die 16-jährige Jana Steinmann aus Emmen. Kürzlich feierte sie in Fehraltorf den grössten Triumph ihrer bisher noch jungen Karriere. Sie holte sich die Goldmedaille im Western Horsemanship, einer Disziplin, bei der vor allem der Sitz des Reiters beurteilt wird sowie die Hilfegebung. Zudem gewann die Kanti­schülerin die silberne Auszeichnung im Western Pleasure, hier stehen die Gangarten Schritt, Trab, Galopp sowie das Rückwärtsrichten im Fokus. Mit dem Titel Reserve Champion Youth 2016 setzte Jana Steinmann der erfolgreichen Meisterschaft noch die Krönung auf. Diese Auszeichnung geht an den jeweils Tagesbesten, der sich in den verschiedenen Disziplinen in Szene setzen kann. Das Ganze ist etwas für Allrounder. All diese Erfolge ritt sie auf der sieben­jährigen Quarter-Horse-Stute Little Lynn Parsans, im Besitze von Andrea Gerber, Jana Steinmanns Trainerin.

Am Anfang stand ein Pony

Begonnen hat Jana Steinmanns Reitkarriere – man ahnt es – mit einem Pony. Im Alter von sieben Jahren machte sie dann die Bekanntschaft mit ihrer heutigen Trainerin Andrea Gerber, die ihr das Westernreiten in einem Gespräch näherbrachte. «Diese Sportart weckte dann mein Interesse», blickt Jana Steinmann zurück, «ich nahm Reitstunden auf Probe. Je mehr ich mich mit dieser Sportart befasste, desto mehr Sympathie entwickelte ich dafür. Und nein», schiebt sie nach: «Westernfilme schaue ich mir nur selten an, und was meinen Musikgeschmack betrifft, geht dieser ganz klar Richtung der Charts – und zwar rauf und runter.» Vor den Turnieren sei sie manchmal etwas nervös, «dann suche ich zusammen mit Little Lynn Parsans etwas abseits ein Plätzchen, einfach raus aus der Menge – und atme dabei tief durch», lautet ihr Rezept. Je mehr Turniere sie reite, desto mehr Routine stelle sich ein. Fünf Wettkämpfe im Westernreiten sieht ihre Jahresplanung vor, dazu kommen noch Gymkhanas, in denen es um Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Vertrauen zwischen Pferd und Reiter geht. Quarter-Horses verfügen über ganz verschiedene Eigenschaften, zum Beispiel über Zuverlässigkeit, Nervenstärke und Lernwilligkeit. Und sie werden speziell für den Westernreitsport gezüchtet. Von Ross und Reiter werden viel Kondition und Konzentration verlangt, «denn nach einem Turniertag sind Mensch und Tier jeweils sehr müde», sagt Jana Steinmann.

Neun Stunden Training wöchentlich

Auch wird sehr oft einhändig geritten, ganz nach Art der Cowboys, die ja mit einer Hand bei ihrer Arbeit das Lasso halten müssen. Das muss trainiert und geübt werden: In Emmen, wo ihr Pferd untergebracht ist, nimmt sie wöchentlich eine Reitstunde, dazu kommt freies Reiten. Kondition und Beweglichkeit holt Jana Steinmann beim Geräteturnen. Denn Westernreiten ist nicht die einzige Sportart, die es der Emmerin angetan hat. Neun Stunden in der Woche verbringt sie als Mitglied des ESV Eschen­bach in der Halle, trainiert am Reck, Boden, an den Schaukelringen und am Sprung und hat es auch im Geräteturnen weit nach oben gebracht. Genauer gesagt ist sie in der Kategorie 6 angelangt, da muss man schon einiges an technischem Können aufweisen, denn diese Stufe ist die zweithöchste im Geräteturnen. Sie verstärkt im Sektor Vereinsturnen die Reihen der Eschenbacher, die vor allem am Schulstufenbarren zur nationalen Spitze gehören. Und sie konnten in der Vergangenheit auch schon medaillengekrönt die Wettkampfstätte verlassen.

Den Spagat zwischen Sport und Schule meistert die Schülerin der Kanti Reussbühl (4. Klasse) ohne grosse Probleme, «das ist eine Frage der Effizienz». Nach der Matura schwebt ihr beruflich etwas in «Richtung Medizin» vor. Um einen finanziellen Zustupf an ihren Reitsport zu leisten, geht sie in den Sommerferien jeweils während zweier Wochen putzen. Im Übrigen kann sie auf familiären Support zählen, auf die Unterstützung von Vater Peter und Mutter Vroni, die sie ab und zu an die Turniere begleiten. In Zukunft möchte sie im Westernreiten noch mehr an Sicherheit und Ruhe gewinnen und irgendeinmal bei der Elite starten – dies wird in drei Jahren möglich sein, es bleibt also noch genügend Zeit.

Dresscode für Westernreiter

Auch Westernreiter kennen einen Dresscode: Hemd mit langen Ärmeln, lange Hosen (Jeans sind erlaubt) und der spezifische Hut. Dieser darf allerdings erst ab 19 Jahren bei Wettkämpfen getragen werden, vorher gilt Helmpflicht. Angenehm auffallend und gediegen: Viele Reiterinnen und Reiter sind oft darauf bedacht, die Farbe ihres Hemdes mit jenem der Satteldecke abzustimmen. Für den Fototermin hat sich Jana Steinmann für die Farbe Grün entschieden.

Sieht schön aus, erfrischend und natürlich – und passt damit gut zu Jana Steinmann.

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