Wichtiger Schritt Richtung Playoff-Halbfinal

Die Krienser NLA-Handballer bezwingen in einer nervenaufreibenden und spannenden Partie den Tabellenzweiten Pfadi Winterthur verdient mit 30:29 (17:16). Dabei spielte sich ein dezimierter HCK den Frust nach dem Europacup-Aus förmlich von der Seele.

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Der beste Krienser Skorer Daniel Baverud (hinten) mit 12 Treffern passt auf Kreisläufer Bojan Beljanski. (Bild: Archiv Philipp Schmidli / Neue LZ)

Der beste Krienser Skorer Daniel Baverud (hinten) mit 12 Treffern passt auf Kreisläufer Bojan Beljanski. (Bild: Archiv Philipp Schmidli / Neue LZ)

Aus im Europacup, die Gegnerschaft im Kampf um den Playoff-Platz auf der Pelle, dazu ein schon fast unmenschliches Programm und mit Nicolas Raemy ein weiterer Verletzter: Wer bei dieser Ausgangslage viel auf den HC Kriens-Luzern setzte, der wäre auf tolle Wettquoten gekommen. Denn mit Pfadi Winterthur gastierte ein Team in der Krauerhalle, das in den bisherigen 28 Spielen gerade mal 25 Gegentore im Schnitt zuliess und dabei auf eine bärenstarke Deckung mit starken Torhütern baute. Gerade nochmal 300 Fans wollten das in der Krauerhalle sehen.

Der HC Kriens-Luzern blieb in einem starken Start hartnäckig am Gegner dran und liess sich nie  entscheidend distanzieren. Und nicht einmal die vermeintliche «Wende», als die Pfader in Unterzahl (!) aus dem 7:5 ein 7:8 machten, warf den HCK aus der Bahn. Drei Minuten später führten die Zentralschweizer bereits wieder. Das blieb dann die einzige Führung der Winterthurer – ein weiteres Indiz dafür, dass sich der HCK diese zwei «Big Points» mit viel Einsatz erkämpfte.

«So schlecht wie wir kann man eigentlich nicht verteidigen», ärgerte sich der Tabellenzweite nach dem Spiel. Doch zu einem Spiel braucht es bekanntlich immer zwei Teams. Und da machte der HCK in der Offensive für einmal vieles richtig. Båverud zeigte bei 12 Toren (und nur zwei Nullern in der Statistik), dass er durchaus das Zeug hat, zu einem der besten Rückraumspieler der Schweiz zu werden. Nyffenegger und Beljanski waren mit je 5 Treffern ebenfalls wichtige Stützen. Sie bildeten quasi das Bermuda-Dreieck, indem Pfadis Siegeshoffnung unterging.

Hätte dieser HCK an diesem Tag nicht trotzdem noch einige haarsträubende Angriffsfehler in der Bilanz – Pfadis Niederlage hätte durchaus andere Dimensionen angenommen. Und dies, obschon die Defensivarbeit auch beim HCK lange Zeit nicht zu den Stärken zählte. Die Torhüter kamen hüben wie drüben nicht auf Touren. Und dennoch gehörte Roman Schelbert mit zu den Winnern der Partie, indem er zwei Penaltys von Nationalspieler Kurth parierte und so entscheidend mithalf, den Sieg festzuhalten.

Nach spannendem Spiel riss die finale Phase dieser Partie die Zuschauer förmlich von den Sitzen. Denn als die unsicheren Refs Nyffenegger 5 Minuten vor Schluss mit dessen dritter Zweiminutenstrafe aus der Halle verwiesen, explodierte dieser so, dass er fürs anschliessende Reklamieren gleich noch einmal eine Strafe aufgebrummt erhielt. Pfadi konnte also in der entscheidenden Phase während 4 ewig langen Minuten (gefühlte 20 Minuten...) in Überzahl spielen. Bezeichnend aber, dass es die Krienser waren, die dieses Boxplay mit 3:2 für sich entscheiden. Pfadi blieb damit noch die Resultatkosmetik des letzten Tores. Den letzten Versuch aber setzte Youngster Burkard neben das Tor. Mit ein Beweis dafür, wie kopflos die Winterthurer in der hektischen Schlussphase ohne Konzept ins Verderben rannten.

Aus Krienser Sicht waren die Punkte an diesem Abend gold wert. Errungen gegen einen klar stärker eingestuften und ausgeruhten Gegner. Errungen aber auch im Fernduell mit Bern und Otmar, die beide ihren Partien verloren. Und errungen für die eigene Seele. Denn die jetzt folgende zweiwöchige Pause lässt sich mit einem Erfolgserlebnis bedeutend leichter angehen. Und nicht zuletzt darf man nicht vergessen, dass der HCK – allen Fehlern zum Trotz – noch immer auf WKurs ist, seine Saisonziele zu erreichen. Und das wird nach der Osterpause bestimmt auch wieder mehr Handball-Fans in der Krauerhalle bringen.

HC Kriens-Luzern – Pfadi Winterthur 30:29 (17:16)

Krauerhalle Kriens, 300 Zuschauer. SR Brunner / Salah

Spielverlauf: 1:0, 1:1, 2:1, 3:3, 5:5, 7:5, 7:8, 8:9, 11:9, 12:10, 14:12, 14:14, 17:15, 17:16; 17:17, 19:18, 20:20, 24:20, 25:22, 27:24, 27:26, 28:26, 29:27, 30:28, 30:29.

HC Kriens-Luzern: Aleksejev/Schelbert (ab 14.); Lengacher, Schmid, Båverud (12/2), Steiger (4), Beljanski (5), Nyfenegger (5), Baviera, Hess, Stankovic (4), Schumacher.

Pfadi Winterthur: Pramuk (1.-18. und ab 42.)/Kindle (19.-41.); Kasapidis, Hess (5), von Ballmoos, Kurth (8/4), Graf, Kipili (5), Burkard (1), Scheuner (5), Jazo, Krauthoff (1), Reuter (4/1).

Bemerkungen: Kriens ohne Fellmann, Willisch, Raemy und Petrig (verletzt) sowie ohne Hedin. Pfadi ohne Tynowski, Grimm, Krieg, Svajlen. Penalties: 14. Stankovic verschiesst Penalty gegen Pramuk (7:7); 39. Schelbert hält Penalty von Kurth (21:20), 57. Schelbert hält Penalty von Kurth (27:26). Strafen: Kriens 5x2 Minuten inkl. Rote Karte gegen Nyffenegger (54.), Pfadi 4x2 Minuten. J.P. Chenet Best Player Award: Daniel Båverud (HC Kriens-Luzern) und Oliver Scheuner (Pfadi).