Wichtiger Sieg gegen BSV Bern

Die NLA-Handballer des HC Kriens-Luzern kompensierten gegen den BSV Bern Muri einen verpatzten Start und drehten eine Partie, die nach fehlerhaftem Spiel lange Zeit verloren schien.

Drucken
Teilen
Beni Steiger setzte sich gegen die Berner durch und erzielte das erste Tor für die Zentralschweizer. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Beni Steiger setzte sich gegen die Berner durch und erzielte das erste Tor für die Zentralschweizer. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Letztlich setzte sich beim HCK der Teamspirit, die Leidenschaft und nicht zuletzt starkes Duo mit Roman Schelbert und Beni Steiger durch. Am Schluss siegte der HCK verdient 26:24 (11:11). Eine Selbstverständlichkeit aber war es absolut nicht …

7 Minuten, 21 Sekunden: Sooooooo lange wartete der HCK in dieser Partie gegen den BSV Bern Muri auf sein erstes Tor. Ladehemmung könnte man sagen, aber auch ein serbischer Nationalkeeper Marjanac im Gäste-Tor, der mit seiner Präsenz fast jedem Schützen das Fürchten lehrt. Dass ausgerechnet Beni Steiger den HCK in Sachen Torflaute erlöste, war an diesem Abend symbolhaft. Denn eben dieser Beni Steiger war es, der nach 59.48 den Ball zur siegsichernden 26:24-Führung ins Tor wuchtete. Dazwischen hatte der Berner gegen seinen früheren Club 9 weitere Male getroffen und war ein echter Leader seines Teams. 11 Tore, Emotionen – Chapeau!

Überragt die Berner Abwehr: Benjamin Steiger gegen Martin Pracher (links) und Valentin Striffeler. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
8 Bilder
Der Krienser Tobias Baumgartner beim Abschluss. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Benjamin Steiger war mit elf Treffer bester Krienser Schütze. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Daniel Fellmann wird von Martin Pracher gedeckt. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Der Krienser Handballer Tobias Baumgartner wird von Marcel Bovey zurückgehalten. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Springt am höchsten: Nicolas Raemy im Duell gegen Predrag Dacevic. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Der Krienser Handballer Tobias Baumgartner wird von Martin Pracher (links) und Manuel Reber zurückgehalten. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)
Boris Stankovic kam auf fünf Treffer. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Überragt die Berner Abwehr: Benjamin Steiger gegen Martin Pracher (links) und Valentin Striffeler. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Dazwischen aber lagen bange Momente für die 850 Fans in der Luzerner Maihofhalle. Denn vorallem die Offensivquote des HCK lag weit unter dem, was es an sich brauchen würde, um ein Vierpunktespiel für sich zu entscheiden. Fehler, Missverständnisse, technische Fehler, abgewehrte Würfe – alles war dabei in dieser Phase. Und mancher Fan hätte nicht mehr viel auf den HCK gewettet, als die Berner auch nach 20 Minuten auf jedes Tor der Gastgeber die passende Antwort hatten.

Es spricht aber für den HCK, dass er sich trotz Vorteilen auf Seiten der Berner nicht selber aufgab. 4:7 lag er zurück, und der BSV Bern schaffte es immer wieder, erfolgsversprechend zum Abschluss zu kommen. Wäre da nicht Roman Schelbert im HCK-Tor gestanden – die Distanz zum Gegner wäre weit grösser gewesen. Der Muotathaler aber hielt sein Team in wichtigen Phasen mirakulös im Spiel.

So fand der HCK von Minute zu Minute zu mehr Stilsicherheit. Ohne dass es einen «Schlüsselmoment» geben würde – irgendwann war in diesem Spiel die Wende. Nach 20 Minuten glich der HCK erstmals aus zum 8:8 – Pasci Willischs Tor war so etwas wie ein Fanal: «Das wird heute was...» Und das Tor weckte auch endgültig die leuchtenden Augen bei den HCK-Cracks. Jetzt wurde defensiv plötzlich mit mehr Konsequenz zugepackt – gerade auch gegen den agilen Tom Hostetter, dessen Kreise fortan merklich eingeschränkt waren.

Dass es trotzdem ungemein viel Nerven brauchen würde, war da aber bereits abzusehen. Nach dem 11:11 Pausenstand folgten die grossen Momente des HCK mit einer 14:11-Führung. Unglaublich effizient war der Gastgeber in dieser Phase, seriös in der Defensive und enorm selbstbewusst beim Schaffen kreativer Situationen für Torabschlüsse. Die Netto-Buchhaltung für diese Phase: Vom 8:11 zum 14:11 – ein 6-0-Lauf n 8 Minuten – mit der Pause dazwischen. Noch Fragen?

Von diesem Schock aber erholte sich der Gast kaum mehr – da mochte deren (über-)motivierter Coach Milosevic noch so fuchteln, wirbeln, fluchten und «stämpfele». Denn jetzt waren es die Berner, die trotz einer ausgeglichenen Truppe (reduziert nach der verletzungsbedingten Absenz von Teamleader Goran Cvetkovic) mit flatternden Nerven dem Rückstand hinterherrannten. Sie schafften zwar nach 50 Minuten noch einmal den Ausgleich – doch mehr als der berühmte Strohhalm war das nicht. Der HCK setzte nach und machte aus dem 21:21 fünf Minuten vor Schluss dank Steigers brillanten Kernwurf und Båveruds Kunstschuss ein 23:21. Die Berner setzten alles auf eine Karte, deckten offensiv – schafften damit aber Raum, den der an diesem Tag wohl auffälligste Spieler Beni Steiger mit seinem 11. Tor und dem 26:24 nutzte.

Fazit einer nervenaufreibenden Partie: 2 so wichtige Punkte für den HCK als Lohn für eine aufopferungsvolle Leistung, Luft zum Finalrunden-Strich. Vorallem aber die Gewissheit, dass man mit einer starken Teamleistung die Nebenspieler stark machen kann. Steiger und Schelbert (sie hätten wohl den Best Player Award ex aequo verdient!) waren an diesem Abend die herausragenden Figuren. Der eigentliche Star aber war der Siegeswille des gesamten Teams, der einen weiteren wichtigen Erfolg ermöglichte. Und ein starker Siegeswille macht Spieler individuell stark.

Benedikt Anderes/ HC Kriens-Luzern

HC Kriens-Luzern - BSV Bern Muri 26:24 (11:11)

Maihofhalle Luzernm, 850 Zuschauer. SR Brunner/Salah.

Spielverlauf:0:2, 1:3, 3:5, 4:7, 6:7, 8:8 (21.), 8:10, 9:11, 11:11; 14:11, 15:12, 16:13, 17:14, 17:16, 18:16, 18:16, 20:18, 20:20 (51.), 21:21, 23:21, 24:22, 25:23, 25:24, 26:24.

Strafen: HC Kriens-Luzern 7x2 Minuten, 55. rot gegen Fellmann (3x2 Minuten); BSV Bern 6x2 Minuten inkl. 35. rot Prachar (3x2)

HC Kriens-Luzern: Schelbert/Aleksejev (2 Penalties); Baumgartner, Båverud (3), Baviera (1), Fellmann (1), Hess, Mühlebach, Raemy (2), Stankovic (5/1), Steiger (11/1), Willisch (3).

BSV Bern Muri: Marjanac/Portner (36.-50.); Bovey (1), Dacevic (3), Hofstetter (6), Mühlemann (3), Nyffenegger (2), Prachar, Ramseier (2), Reber (2), Striffeler (3), Tarhaj (2).
Bemerkungen: Aleksejev hält Penalty von Striffeler (46., 18:17).

J.P. Chenet Best Player Award: Roman Schelbert (HCK), Tom Hofstetter (BSV)