Wie funktioniert Landhockey eigentlich?

Am Freitag beginnt in Luzern die Hallenhockey-Europameisterschaft. Hallenhockey wird in den Wintermonaten betrieben, gehört jedoch in die Kategorie des Landhockey. Kennen Sie die Unterschiede?

Simon Wespi
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Hallenhockey-Schläger aus Carbon.

Hallenhockey-Schläger aus Carbon.

Pius Amrein (lz), Luzerner Zeitung

Was alle Hockeysportarten gemeinsam haben, ist, dass zwei Teams gegeneinander antreten, und versuchen mit einem Schläger das Spielgerät (meist ein Ball) ins Tor zu befördern. Beim Landhockey besteht eine Mannschaft aus zehn Feldspielern und einem Torwart. Während früher grössenteils auf Naturrasen gespielt wurde, wird heute fast ausschliesslich auf Kunstrasen gespielt. Dadurch wird eine bessere Ballkontrolle ermöglicht, dies wiederum führt zu einem schnelleren Tempo. Ein weiterer Vorteil ist die Wetterunabhängigkeit des Rasens. Im Unterschied zu anderen Ballsportarten ist Feldhockey grundsätzlich ein körperloses Spiel, der Gegenspieler darf nicht abgedrängt oder aktiv abgeblockt werden.

Ein Spiel dauert vier Mal 15 Minuten. Bei einem Tor oder einer Strafeckenverhängung kann es eine 40 Sekunden dauernde Auszeit geben. Ein entscheidender Unterschied im Vergleich zum Eis- oder Unihockey betrifft den Schläger. Im Landhockey darf der Ball nur mit einer Seite, der flachen Seite, geführt werden. Der Schläger besteht meist aus Holz oder Carbon. Auch der Fuss darf auf keine Art und Weise eingesetzt werden. Nur der Torwart darf den Ball innerhalb des eigenen Schusskreises auch mit dem Körper abwehren. Bei unabsichtlichen Regelverstössen der verteidigenden Mannschaft gibt es eine Strafecke. Bei absichtlichen Verstössen wird ein Siebenmeter verhängt. Im Landhockey darf der Ball hoch gespielt werden, in der Halle nicht. Beim Torschuss jedoch, darf der Ball hoch geschlagen, ansonsten nur geschlenzt werden. Der Ball ist meist aus Kunststoff und hat einen Durchmesser von 7,1 bis 7,5 cm. Das Spielfeld im Landhockey hat die Masse 91,4 x 55 Meter. Die Schussabgabe darf nur im vor dem Tor markierten Schusskreis erfolgen. Dieser Halbkreis hat einen Radius von 14,6 Meter – in der Halle neun Meter.

Die Strafecke im Fokus

Bei einer Strafecke stellen sich bis zu vier Gegenspieler sowie der Goalie auf die Höhe der Torauslinie oder ins Tor. Alle anderen Verteidiger müssen sich hinter die Mittellinie begeben. Die angreifende Mannschaft stellt einen sogenannten «Herausgeber». Dieser platziert sich mit dem Ball auf der Torauslinie. Sobald der Schiedsrichter die Ecke freigibt, spielt der Herausgeber den Ball seinen Mitspielern zu, die ausserhalb des Schusskreises bereitstehen. Erst bei der Passabgabe dürfen die Abwehrspieler den Schusskreis betreten. Das angreifende Team sucht in der Regel sofort den Abschluss, sei es mit einem Direktschuss oder mit einem Abspiel und Torschuss. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei solch einer Strafecke ein Tor fällt ist hoch.

Unterschied zum Hallenhockey

In der Halle ist die Seitenlinie mit Banden ausgestattet. Anstatt zehn werden fünf Spieler und ein Goalie aufgestellt. Auch der Ball ist etwas leichter als bei der Outdoor-Variante. Der Ball darf im Gegensatz zum Landhockey nicht hoch gespielt werden, ausser innerhalb des Schusskreises. Die Spieler tragen einen Handschuh, damit sie die Hand beim Stoppen des Balles schützen können. Ein entscheidender Vorteil der Halle: die Bande kann als Mitspieler genutzt werden. Der Ball kann somit nicht ins Seitenaus rollen, sondern prallt wieder ins Spielfeld zurück, was eine Selbstvorlage ermöglicht. Einige Tricks im Landhockey entfallen jedoch in der Halle, da der Ball wie erwähnt nicht hoch gespielt werden darf.