Formel 1

Wie geht es Michael Schumacher? Seit drei Jahren halten alle dicht

Heute Donnerstag vor drei Jahren stürzt Formel-1-Champ Michael Schumacher beim Skifahren in den französischen Alpen schwer. Nach langem Spitalaufenthalt wird der Rekord-Weltmeister mittlerweile zuhause am Genfersee gepflegt.

Ralf Meile
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Deutscher Nationalheld: Die Fans haben ihren «Schumi» nicht vergessen.

Deutscher Nationalheld: Die Fans haben ihren «Schumi» nicht vergessen.

Keystone

Méribel in den französischen Alpen. An einem Sonntagmorgen ändert sich das Leben von Michael Schumacher von einer Sekunde auf die nächste. Um 11.07 Uhr fährt er zwischen zwei markierten Pisten, als er stürzt und mit dem Kopf an einem Felsbrocken aufschlägt. Schumacher trägt zwar einen Helm. Dennoch trägt er schwere Verletzungen davon.

Die Sicht auf das Skigebiet in Méribel. Hier verunglückte Schumacher.

Die Sicht auf das Skigebiet in Méribel. Hier verunglückte Schumacher.

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Erste Retter sind nach zwei, drei Minuten schon vor Ort. Schumacher wird zunächst in das Spital von Moûtiers geflogen. Von da geht es umgehend weiter nach Grenoble, wo der siebenfache Formel-1-Weltmeister um etwa 12.40 Uhr im Traumazentrum der Uni-Klinik eintrifft.

Schumachers Gesundheitszustand sei «ernst, aber nicht lebensgefährlich», heisst es. Er hat ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten, liegt deshalb im Koma. Die Familie hält sich mit Auskünften bedeckt. Schumis Managerin Sabine Kehm sagt erstmals, was sie seither stets sagt, wenn Medien danach fragen: «Wir bitten um Verständnis, dass wir über seinen Gesundheitszustand keine fortlaufenden Informationen abgeben können.»

Michael Schumacher – die Bilder zu seinen wichtigsten Stationen: Auf dieser Kartbahn in Kerpen (Nordrhein-Westfalen) startete Schumacher seine Rennfahrer-Karriere.
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Er debütierte 1991 für Jordan beim Grossen Preis von Belgien. Zum nächsten Rennen wechselt er zum Rennstall von Benetton, dem er bis 1995 treu bleibt. 1992 gewinnt er seinen ersten Grand Prix (Spa in Belgien), 1994 und 1995 holt er seine ersten zwei Formel-1-Weltmeister-Titel.
1. August 1995: Schuhmacher heiratet seine Freundin Corinna. Die beiden bekommen zwei Kinder: Gina Maria (* 1997) und Mick (* 1999). Letzterer ist ebenfalls Automobilrennfahrer.
1996 wechselte Schumacher zu Ferrari, wo er bis 2006 aktiv bleibt. Von 2000 bis 2004 gewinnt er fünfmal in Folge den WM-Titel.
2001 wurde Schumacher eine Strasse in seinem Heimatort Kerpen (D) gewidmet.
29. August 2004 in Francorchamps: Michael Schumacher jubelt nach dem Gewinn seines siebten WM-Titels
Mit insgesamt sieben Weltmeistertiteln, 91 Siegen, 68 Pole-Positions und 77 schnellsten Rennrunden ist er der erfolgreichste Pilot der Formel-1-Geschichte.
2006 tritt Michael Schumacher zurück. Doch 2012 kehrt er in die Formel 1 zurück. Für drei Saisons fährt er unter der Flagge von Mercedes.
29. Dezember 2013: An diesem Tag kommt es zum tragischen Skiunfall in Méribel in den französischen Alpen: Schumacher wird mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert. Beinahe ein Jahr lang bleibt er im Spital.
Das Anwesen von Michael Schumacher und seiner Familie in Gland am Genfersee: Seit 2014 befindet sich der frühere Formel-1-Star zu Hause in der medizinischen Rehabilitation.

Michael Schumacher – die Bilder zu seinen wichtigsten Stationen: Auf dieser Kartbahn in Kerpen (Nordrhein-Westfalen) startete Schumacher seine Rennfahrer-Karriere.

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Pflege in der eigenen Villa

Und so rätseln die Fans des mittlerweile 47-Jährigen bis heute, wie es ihrem Idol wohl geht. Die traurige Antwort dürfte lauten: wahrscheinlich nicht sehr gut.

Gut drei Monate nach dem Unfall, im April 2014, zeigt Schumacher Momente des Bewusstseins und des Erwachens. Mitte Juni teilt Managerin Kehm mit, dass der Verunfallte nicht mehr im Koma liege. Schumacher setzt die Rehabilitation zunächst in der Uni-Klinik in Lausanne fort und seit dem September 2014 im eigenen Anwesen am Genfersee.

Das Schumacher-Anwesen «La Reserve» in Gland.

Das Schumacher-Anwesen «La Reserve» in Gland.

Keystone

Heimlich geschossene Fotos

Vor allem deutsche und englische Medien berichten seither regelmässig über angebliche Fortschritte oder Rückschläge bei der Genesung. Kommentiert werden die Berichte stets mit dem Verweis darauf, nichts zu kommentieren.

Vielleicht auch wegen der Aussichten auf einen kostspieligen Rechtsstreit haben bislang sämtliche Medien darauf verzichtet, heimlich geschossene Fotos von Schumacher zu zeigen. Diese wurden unlängst mehreren Redaktionen zum Kauf angeboten – so wie schon 2014 die gestohlene Krankenakte. Sie fand damals ebenfalls keinen Abnehmer.

Schutz der Privatsphäre

Der Kreis der Eingeweihten bleibt klein und sie halten alle still. Nichts dringt aus dem Anwesen am Genfersee. Kurz vor Weihnachten gibt die Familie die Gründung einer Stiftung bekannt, die «Keep Fighting Initiative inspired by Michael Schumacher». Anlässlich dieser Bekanntgabe wird Sabine Kehm natürlich auch gefragt, wie es dem Idol gehe.

Die Antwort der Managerin erstaunt niemanden: «Michaels Gesundheit ist kein öffentliches Thema, und daher werden wir uns weiterhin dazu nicht äussern. Schon allein deswegen, weil wir die Privatsphäre von Michael so weit wie möglich schützen müssen.»

Managerin Kehm fungiert als Sprecherin, die fast nichts zu sagen hat.

Managerin Kehm fungiert als Sprecherin, die fast nichts zu sagen hat.

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Kehm hat Verständnis für das grosse Interesse. Doch schon aus juristischer Sicht könne man keine Aussagen zum Zustand machen, da diese «den Umfang seiner Privatsphäre auf Dauer verringern» würde. Sie wirft ausserdem ein, dass Schumacher schon zu Zeiten als Formel-1-Fahrer stets sehr darauf bedacht war, eine klare Linie zwischen seiner öffentlichen Person und dem Privatleben zu ziehen.

Wie geht es Michael Schumacher? Die Antwort auf diese Frage, welche die Welt auch drei Jahre nach seinem schweren Ski-Unfall beschäftigt, kennen nur wenige.