Wie lange darf der Ball noch rollen?

Volle Häuser in München und Manchester, triste Leere in Italiens Stadien und ein Österreicher unter Quarantäne.

Markus Brütsch
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Juve gegen Inter ohne Zuschauer. Ronaldo (rechts) gibt dennoch Vollgas.

Juve gegen Inter ohne Zuschauer. Ronaldo (rechts) gibt dennoch Vollgas.

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Spielt der FC Basel in der  Europa League vor Publikum?

Können die Anhänger des FC Basel am kommenden Donnerstag in der Europa League ihr Team in Frankfurt unterstützen? Oder wird die Partie unter Ausschluss der Öffentlichkeit ausgetragen? Solche Fragen werden seit gestern heiss diskutiert. Denn in Deutschland, wo bisher Fussball gespielt wurde, als gäbe es das Corona-Virus nicht, scheint sich der Wind zu drehen. Ist bald fertig mit lustig? Gut möglich, dass am nächsten Samstag das Revierderby zwischen Dortmund und Schalke statt mit 80000 Zuschauern unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne geht. Der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn hat am Sonntag empfohlen, Anlässe mit mehr als 1000 Zuschauern abzusagen. Was die Europa League betrifft: Auf den Websites der Eintracht und der Uefa waren bis Redaktionsschluss noch keine Infos dazu aufgeschaltet.

Die Angst vor einer Ansteckung scheint in unserem nördlichen Nachbarland aber noch immer gering. 75000 Zuschauer schauten sich in der Allianz-Arena den 2:0-Sieg der Bayern gegen Augsburg an. Nach dem Eklat von Hoffenheim hissten die Münchner Fans auch dieses Mal Banner. Allerdings nicht mit Menschen im Fadenkreuz, sondern mit berechtigtem Protest gegen die Doppelmoral der Klubführung: «Für Diskriminierung steht ihr ein, wie kann dann der Katar-Deal sein?»


Altachs Jan Zwischenbrugger unter Quarantäne

Vom Ausland ziemlich unbemerkt, hat das Corona-Virus in Österreichs Fussball eine erste Spur hinterlassen. Altach reiste ohne seinen Innenverteidiger Jan Zwischenbrugger zum Auswärtsspiel bei Admira Wacker (0:2-Niederlage), weil der 29-Jährige mit einer am Corona-­Virus erkrankten Person in Kontakt gewesen war und von der Gesundheitsbehörde in Vorarlberg für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt wurde. Auf weitere Spieler oder Betreuer habe die Massnahme keine Auswirkungen, teilte der Klub mit.


Juventus schlägt Inter und löst Lazio als Leader ab

In Italien wurden am Sonntag sämtliche Partien als Geisterspiele durchgeführt. Dass ausgelassenes Jubeln auch ohne Publikum geht, bewies der Argentinier Paulo Dybala von Juventus nach seinem Tor zum 2:0 gegen Inter. Es bedeutete in einem unterhaltsamen Spiel die Vorentscheidung und die Rückeroberung der Tabellenführung von Lazio.
Zehn Stunden zuvor hatte der Fussballsonntag mit einer Aufregung begonnen. Um 12.30 waren die Profis von Parma und Spal Ferrara bereit gewesen für das Geisterspiel. Weil aber Italiens Sportminister Vincenzo Spadafore am Morgen nach den neusten Entwicklungen in Norditalien die Verschiebung sämtlicher Serie-A-Spiele gefordert hatte, wartete der Schiedsrichter mit dem Anpfiff zu. Um 13.45 Uhr rollte die Kugel dann doch und Spal gewann 1:0. Gleichzeitig war bekanntgeworden, dass der italienische Fussball-Verband am Dienstag in einer Sondersitzung über die Fortführung der Serie A entscheiden wird.


Die Red Devils gewinnen im Manchester-Derby

Nachdem Liverpool am Samstag auf die Siegesstrasse zurückgekehrt war, stand am Sonntag das Manchester-Derby im Fokus der Premier League. Tore von ­Martial und McTominay entschieden das packende Spiel mit 2:0 zugunsten der United.

Wicky und Heitz erreichen mit
Chicago Fire ein 1:1

Trainer Raphael Wicky und Sportdirektor Georg Heitz ­sicherten sich mit dem FC Chicago Fire im zweiten Spiel der neuen MLS-Saison den ersten Punkt. Erneut auswärts angetreten, gab es in Foxborough gegen New England Revolution ein 1:1.