Kommentar

Wieder erbt der FCL nicht

Der FC Zürich gewinnt den Cupfinal. Daniel Wyrsch kommentiert, welche Auswirkungen das auf den FC Luzern hat. 

Daniel Wyrsch
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Der FC Luzern war im Cupfinal zwischen den Young Boys und dem FC Zürich involvierter Zuschauer. Hätte Meister YB im eigenen Stadion in Bern das Double errungen, wären die Luzerner direkt zum Teilnehmer an der lukrativen Gruppenphase der Europa League geworden. Nach dem verdienten 2:1-Finalsieg des erfolgshungrigeren FCZ spielen die Zürcher ab Mitte September in diesem Wettbewerb. Der FCL muss als Dritter der Meisterschaft versuchen, sich über zwei Qualifikationsrunden für die Europa League zu qualifizieren.

Dabei hätten sichere 3,5 Millionen Franken Startgeld auf den FCL gewartet, wenn YB als Cupsieger vom Platz gegangen wäre. Jetzt müssen sich die Innerschweizer am 9. und 16. August für die 3. Qualirunde mit rund 250 000 Franken bescheiden. Doch trotz der Enttäuschung lamentieren die FCL-Verantwortlichen nicht. Es ist die einzig richtige Reaktion, das Verdikt des Cupfinals sportlich zu nehmen. Schon 2015 erbte Luzern einen sicher geglaubten Europa-League-Qualifikationsplatz auf Ligarang 5 nicht, als der damalige Meister Basel im eigenen Stadion den Cupfinal gegen ein siegeswilligeres Sion 0:3 verlor.

In diesem Jahr machten die Luzerner als indirekt Beteiligte des Endspiels einen souveräneren und professionelleren Eindruck als damals. Von Anfang an machten Trainer Gerardo Seoane, Sportchef Remo Meyer und Präsident Philipp Studhalter klar, dass sie Platz 3 gefeiert hatten, aber nicht die Europa League.

Diese Einstellung macht es nun viel einfacher, die Enttäuschung wegzustecken und nach den Ferien am 13. Juni die Vorbereitung für die neue Saison mit Elan in Angriff zu nehmen.

FC Zürich ist zum 10. Mal Cupsieger

Der FC Zürich belegt seine Cupfinal-Qualitäten ein weiteres Mal. Im elften Endspiel setzt sich der FCZ zum 10. Mal durch. In Bern besiegt der Aufsteiger den Meister Young Boys 2:1.
Sven Schoch, Bern