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Wild nutzt ihre letzte Chance

Jubelt nach ihrem starken zweiten Lauf: Simone Wild. (Bild: Jean-Christophe Bott/Key (Lenzerheide))

Jubelt nach ihrem starken zweiten Lauf: Simone Wild. (Bild: Jean-Christophe Bott/Key (Lenzerheide))

Riesenslalom Die Interviews nach dem Rennen liessen das Ausmass des Druckes erahnen, der auf einmal von Simone Wild abfiel. Immer wieder machte sich die 24-jährige Zürcherin auf die Suche nach passenden Worten. Die Emotionen funkten aber deutlich dazwischen, oft war sie den Tränen nahe. Was sie schliesslich sagte, tönte so: «Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was ich heute gemacht habe.» Oder so: «Olympische Spiele? Ja, das ist ... Nein, ich weiss es auch nicht. Das ist mega cool.»

Wild hat im Riesenslalom von Lenzerheide das Unmögliche möglich gemacht. Mit dem 4. Platz schaffte sie die Olympia-Qualifikation. Im allerletzten Moment. Die Selektionskriterien hatte sie bisher nicht im Ansatz erfüllt. Einen Top-7-Platz benötigte sie. Ein sehr hoch gestecktes Ziel, zumal Wild bis anhin im Weltcup nur einmal unter die ersten sieben fuhr – im Dezember 2016, im Riesenslalom von Sestriere.

Ihre Zuversicht war dann auch nahezu inexistent. Anders konnte ihre Aus­sage nicht interpretiert werden, die sie im Vorfeld des Weltcup-Wochenendes machte. Bei «einem Prozent» stünden die Chancen, dass sie die Olympia-­Quali schaffe, meinte sie.

Doch dann war das Rennen eben ganz anders verlaufen. Wild stand nach dem ersten Durchgang auf dem 9. Rang. Beste Schweizerin, einen Platz vor Wendy Holdener. Ihr Gefühl während der Fahrt stimmte hingegen gar nicht. «Im ersten Lauf hatte ich den Eindruck, dass das gar nichts wird. Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dieser Leistung Neunte werde», sagte sie nach dem Rennen. Im zweiten Durchgang konnte sich die Athletin vom Skiklub Flumserberg nochmals steigern. Die Fahrt war so gut, dass sie immer noch auf dem 3. Platz stand, als sich die Weltmeisterin in dieser Disziplin, die Französin Tessa Worley als Letzte auf die Piste Silvano Beltrametti begab. Worley holte sich den Sieg, die Deutsche Viktoria Rebensburg wurde Zweite, die Slowenin Meta Hrovat Dritte, Wild landete auf Rang 4. Mit vier Hundertstelsekunden Differenz aufs Podium. «Da ist überhaupt kein Frust dabei, wegen des verpassten Podestes. Ich bin überglücklich über diesen 4. Platz», sagte Wild. Die vier Riesenslalom-Plätze für Olympia sind damit vergeben. Nebst der Last-Minute-Quali von Wild konnten schon vor dem Rennen in Lenzerheide Wendy Holdener, Lara Gut und Mélanie Meillard das Ticket für Pyeongchang lösen.

Holdener belegte nach ihrem Triumph in der Kombination den 15. Platz, als zweitbeste Schweizerin. Meillard (17.), Gut (20.) und Camille Rast (22.) waren die weiteren Swiss-Ski-Athletinnen in den Punkterängen.

Nicht nach Wunsch verlief das Rennen für Mikaela Shiffrin. Die US-Athletin belegte zur Halbzeit den 5. Zwischenrang und fiel im 2. Lauf noch zwei Plätze zurück. Enttäuscht verliess Shiffrin in Begleitung ihrer Mutter umgehend den Zielraum. Doch heute wird sie wieder da sein, als Topfavoritin im Slalom. (cza)

Weltcup

Lenzerheide. Riesenslalom der Frauen:

1. Worley (FRA) 2:10,81

2. Rebensburg (GER) 0,07 zurück

3. Hrovat (SLO) 1,45

4. Wild (SUI) 1,49. 5. Drev (SLO) 1,59. 6. Mowinckel (NOR) 1,84. 7. Shiffrin (USA) 1,97. 8. Vlhova (SVK) 2,09. 9. Brignone (ITA) und Schild (AUT), je 2,13. 11. Brunner (AUT) 2,20. – Ferner: 15. Holdener (SUI) 2,58. 17. Meillard (SUI) 3,59. 20. Gut (SUI) 3,83. 22. Rast (SUI) 4,28. – 27 der 30 Finalistinnen klassiert. – Ausgeschieden u. a.: Weirather (LIE).

1. Lauf: 1. Worley 1:05,33. 2. Rebensburg 0,52. 3. Brignone 1,25. – Ferner: 5. Shiffrin 1,58. 9. Wild 1,71. 10. Holdener 1,73. 14. Hrovat 2,08. 20. Gut 2,89. 22. Weirather 3,25. 23. Rast 3,61. 28. Meillard 4,60. – 61 Fahrerinnen gestartet, 43 klassiert. – Ausgeschieden u. a.: Mölgg (ITA), Goggia (ITA), Kasper (SUI/Schien- und Wadenbeinbruch) und Kopp (SUI).

2. Lauf: 1. Meillard 1:04,47. 2. Hrovat 0,38. 3. Rebensburg 0,56. 4. Wild 0,79. – Ferner: 7. Worley 1,01. 14. Shiffrin 1,40. 17. Rast 1,68. 19. Holdener 1,86. 21. Gut 1,95.

Weltcup. Gesamtwertung (nach 27 von 39 Rennen): 1. Shiffrin (USA) 1513. 2. Rebensburg (GER) 714. 3. Holdener (SUI) 702. 4. Weirather (LIE) 601. 5. Vlhova (SVK) 594. 6. Gut (SUI) 592. – Ferner: 11. Gisin (SUI) 540. 15. Meillard (SUI) 366. 24. Feierabend (SUI) 236. 25. Flury (SUI) 235.

Riesenslalom (nach 7 von 9 Rennen): 1. Rebensburg 502. 2. Worley (FRA) 470. 3. Shiffrin 421. – Ferner: 8. Holdener 185. 14. Meillard 139. 22. Gut 92. 25. Wild 77.

Nationen (nach 54 von 77 Wertungen): 1. Österreich 7686. 2. Schweiz 5949. 3. Italien 4995. 4. Norwegen 4544. 5. Frankreich 3420. 6. USA 3175.

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