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WIMBLEDON: Beobachter in der Royal Box

Am Australian Open unterschätzte Robert Federer seinen Sohn. Er hatte für den Finaltag einen Skiausflug in der Schweiz geplant. In Wimbledon ist er hautnah dabei.
Robert Federer (Bild: Digiimage)

Robert Federer (Bild: Digiimage)

Es kommt nicht oft vor, dass Robert Federer seinen berühmten Sohn unterschätzt. Doch als Tennis-Maestro Roger Ende Januar seinen emotionalsten Karrieresieg feierte, Grand-Slam-Titel Nummer 18 wie aus dem Nichts in Melbourne aus dem Hut zauberte, sass der Papa daheim vor dem Fernseher. Für den Finaltag hatte der 71-Jährige andere Pläne: «Ich wollte mit Roger auf der Lenzerheide Ski fahren», sagte der Rheintaler damals, «aber bei Roger muss man mit allem rechnen.» Auch, dass der Star im Profialter von 35 Jahren noch immer das Unmögliche möglich macht.

In Wimbledon ist Robert Federer nun wieder vor Ort, mittendrin im grossen Tennistrubel an diesem grössten, wichtigsten, ruhmreichsten Schauplatz der Szene. Ab und zu dürfen seine Frau Lynette und er sogar ein Terrain betreten, zu dem nur Zugang hat, wer persönlich von den hohen Herren des All England Lawn Tennis and Croquet Club eingeladen wird. Die Rede ist von der legendären Royal Box, wo sich Mitglieder des Königshauses, Politiker, Wirtschaftsmagnaten, Sportstars, ehemalige Tennisgrössen, aber eben auch Gäste wie die Federers ein Stelldichein geben. «Es ist immer ein schönes Bild, sie dort oben in der Royal Box zu sehen, so wie am Donnerstag», sagte Sohnemann Roger, der bei seiner angestrebten achten Titelmission gerade in der dritten Turnierrunde angekommen ist. Heute spielt er gegen Mischa Zverev um den Einzug in die Achtelfinals.

Robert Federer begleitete die Karriere seines Sohnes mit kritischem Blick und väterlichem Wohlwollen, er ist der Ruhepol in der Familie. Federer senior leidet und lacht mit, wenn er in der Players Box sitzt, er kann auch emotional werden. Aber jegliche Übertreibungen oder gar der Ehrgeiz anderer Tennisväter sind ihm komplett fremd. «Ich sage Roger aber klar, was ich denke. Und ich denke, er schätzt das sehr», sagt er. Aber, wie gesagt, er über­lässt den Fachleuten das Geschäft und geniesst seinen Beobachterstatus. Oder er kümmert sich im Verbund mit Ehefrau Lynette um die Kinderschar von Roger, die Zwillingstöchter und Zwillingssöhne. Was viele nicht wissen: Roger Federers Schwester Diana (34) brachte schon Zwillingskinder zur Welt, im Jahr 2010. Die Federer-Eltern sind sechsfache Grosseltern.

Robert Federer arbeitete für die Ciba als Entwickler und Vermarkter von chemischen Zusätzen in der Papierindus­trie. In den frühen Karrieretagen des Sohnes habe man 30 000 Franken pro Jahr selbst investieren müssen, sagt Federer senior, «wir mussten schon gut rechnen mit dem Geld». Ohne die Unterstützung von Swiss Tennis wäre es hart geworden. Das haben die Federers nicht vergessen.

Papa Federer sammelt immer noch gern Zeitungsausschnitte, die das Wirken und die Triumphe von Roger dokumentieren. Melbourne 2017 nimmt in der Dokumentation schon einen Ehrenplatz ein. Doch womöglich übertrifft Wimbledon noch einmal alles. Das Theater der Tennisträume, das grüne Rasenparadies. Der Platz, der aus allen Federers machte, was sie heute sind. Eine bekannte, sympathische Tennisfamilie.

Jörg Allmeroth, London

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