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Windböen entzaubern das Weihnachtsstädtchen Willisau

Seit Freitag bis Sonntagabend war Willisau zum Weihnachtsstädtchen mutiert, jetzt hat Petrus mit seinen Wetterkapriolen dem Christkindli Märt ein vorzeitiges Ende beschert. Die Arbeitsgruppe hat am Sonntagmorgen den diesjährigen Christkindli Märt witterungsbedingt frühzeitig beendet.
Hannes Bucher
Sturmschäden am Christkindli Märt in Willisau. (Bild: PD)

Sturmschäden am Christkindli Märt in Willisau. (Bild: PD)

Also doch. Die schlechten Wetterprognosen haben sich bewahrheitet, die heftige Windböen, die in der Nacht auf Sonntag Zeltplanen und Dekoration wegrupften, gar Stände zum Umstürzen brachten, haben die Arbeitsgruppe Christkindli Märt zum einstimmigen Entscheid gebracht: „Wir brechen den Markt ab. Aus Sicherheitsgründen. Bevor etwas passiert.“ Sandra Affolter, die mit Roland Furrer das Co-Präsidium in der Arbeitsgruppe wahrnimmt, bedauert selbstverständlich den Entscheid. „Wir wollen einfach nichts riskieren.“ Sie hatte seit Donnerstag ein mulmiges Gefühl, noch auf Petrus gehofft, wie alle andern. Wenigstens teilweise hat der Wetterfürst ein Einsehen gehabt. Bis Samstagabend sei der Christkindli Märt ganz toll gelaufen und auch dieses Jahr die Besucher in grossen Scharen von nah und fern angezogen.

«Entscheid ist verständlich»

Am Sonntagmorgen musste der Christkindli Märt Willisau abgesagt, respektive frühzeitig abgebrochen werden. „Der Weihnachtsmarkt findet nicht statt“ steht denn auch auf dem Schild beim Eingang des Städtchens. Wer es nicht bereits über das Radio oder andere Medien erfahren hat und ins Hinterland angereist ist, muss umkehren. Oder er kann die Aufbruchsstimmung vor Ort mitverfolgen. Es sind doch einige, die trotzdem durchs Tor eintreten – und muss wohl oder übel die unbarmherzige Entzauberung des Städtchens miterleben. Willisau setzt wiederum das Alltagsgesicht auf. Sorgfältig wird all das Kostbare und wohl mit viel Liebe Hergestellte, das noch auf die Sonntagskundschaft gewartet hat, von den Standbetreibern verpackt und verstaut, Dekorationen abbauen, Kabel einrollen, Aufbruch ist angesagt. Viele sind bereits abgereist.

Die Marktstände am Christkindli Märt in Willisau bleiben am Sonntag geschlossen. (Bilder: Hannes Bucher (Willisau, 9. Dezember 2018))Die Marktstände am Christkindli Märt in Willisau bleiben am Sonntag geschlossen. (Bilder: Hannes Bucher (Willisau, 9. Dezember 2018))
Am Mittag sind manche Marktfahrer schon weg.Am Mittag sind manche Marktfahrer schon weg.
Der Markt hätte bis am Sonntagabend gedauert.Der Markt hätte bis am Sonntagabend gedauert.
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Christkindli Märt in Willisau nach dem Sturm

Reto und Priska Gideon sind eben daran, die vielen Engelchen, die Glassterne und vieles weitere Zerbrechliche einzupacken. „Ja, sehr schade, aber wir begreifen diesen Entscheid“, sagen sie. Für das Paar aus Emmenbrücke ist Willisau der wichtigste Weihnachtsmarkt – und damit auch eine wichtige Einkommensquelle. „Wir kommen seit über zehn Jahren hierher, so was haben wir noch nie erlebt.“ Gibt es allenfalls eine finanzielle Entschädigung? Nun, da haben Gideons keine Ahnung. „Nun, vielleicht werden uns ja die Standgebühren nächstes Jahr etwas reduziert“, sinnieren sie. Es zeigt sich: Die meisten Standbetreiber sehen es ebenso: Besser abbrechen, als etwas zu riskieren. Thomas Schweisser von der Regio Chäsi Willisau allerdings ist „nicht so glücklich“. Er hätte heute noch gern weiter seine Käsesuppe angeboten. „Etwas frühzeitig entschieden“, findet er.

Unisono tönen dann wieder die Stimmen der Besucher – auch wenn viele vergebens angereist sind. Helen und Franz Steiger aus Schenkon haben auf der Anfahrt im Auto vom Abbruch gehört und sind trotzdem gekommen. „Der Entscheid ist absolut nachvollziehbar. Wir gehen jetzt halt etwas da spazieren“, trösten sie sich. Pia und Beat Langenstein mussten keinen langen Weg machen, sie kommen von Willisau selber. Sie schwärmen noch vom Konzert „I QUATTRO…“ dem sie gestern beigewohnt sind. „Grossartig war es.“ Den Entscheid der Arbeitsgruppe finden auch sie richtig. „Einmal muss man ja entscheiden“ – besser, bevor etwas passiert.“ Zum ersten Mal den Christkindli Märt besuchten wollten Resli und Walter Küng aus Nottwil. Sie haben am ökonomischen Gottesdienst teilgenommen und dabei von der Absage vernommen. „Schon der Gottesdienst war ein Erlebnis.“ Der Märt – nun, dann halt das nächste Mal.

Sandra Affolter und Roland Furrer vom Co-Präsidium Christkindli Märt Willisau. (Bild: Hannes Bucher, 9. Dezember 2018)

Sandra Affolter und Roland Furrer vom Co-Präsidium Christkindli Märt Willisau. (Bild: Hannes Bucher, 9. Dezember 2018)

Schüler «Christmas Radio» hält durch

–Alle Hände voll zu tun, respektive viele Nachfragen der Medien beantworten müssen Sandra Affolter und Roland Furrer vom Co-Präsidium. Sie stehen vor dem unteren Stadttor und sehen gleichzeitig das Wegfahren der Aussteller mit ihren Lieferwagen. Sie sind unglücklich über die Situation – und froh über das Verständnis der Betroffenen. Laut Marktreglement sind die Aussteller selber Träger des Wetterrisikos. Die Arbeitsgruppe wird sich nun erst mal grundsätzlich mit dem Ganzen befassen. Erst gilt es aber, das Radiostudio der Sekundarschüler aufzusuchen. Die Arbeitsgruppe Christkindli Märt Willisau hat sich bekanntlich für dieses Jahr etwas Besonderes einfallen lassen: das Christmas Radio Willisau. Das Projekt wird von der Sekundarschule Willisau unter der Leitung von Lehrer Franz Gehrig umgesetzt. Schülerinnen und Schüler von fünf Klassen der Sekundarschule Willisau sind während dem Christkindli Märt Willisau live auf Sendung. Sie präsentieren ein kreatives und attraktives Programm - darunter Live-Interviews. Natürlich bietet sich jetzt ein weiteres Gespräch mit den Organisatoren an. Das Radioprogramm ist über die drei Tage auf UKW in der ganzen Region Willisau auf UKW 97.6 MHz zu empfangen – bis am Sonntagabend, auch ohne Stände im Städtchen. So bleibt zumindest akustisch der Weihnachtszauber im Hinterland bis Sonntagabend präsent.

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