Erneuter Lockdown: Winterthur-Stürmer Anas Mahamid leidet mit seinen Freunden in Israel

In Anas Mahamids Heimat Israel wütet die Pandemie. Seine Konzentration gilt aber dem SCK (Sa., 17.30, Kleinfeld).

Daniel Gerber
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Anas Mahamid (rechts) im Zweikampf Marco Schönbaechler vom FCZ während eines Testspiels.

Anas Mahamid (rechts) im Zweikampf Marco Schönbaechler vom FCZ während eines Testspiels.

Bild: Alexandra Wey/Keystone (Zürich, 5. September 2020)

Der 22-jährige arabische Israeli Anas Mahamid (Bild) spielt seine zweite Saison beim FC Winterthur. Derzeit leidet er mit seinen Freunden in der Heimat mit. Aufgrund der steigenden Coronazahlen wurde in Israel ein zweiter Lockdown verhängt – es ist eines der ersten Länder, die diese Massnahme erneut ergreifen musste. «Für zwei bis drei Wochen können sie nicht trainieren, das ist besonders schwierig für die Teams, die in den Playoffs zur Europa-League engagiert sind», erzählt Mahamid. Alles im Land ist geschlossen, alle sind zu Hause. «Das war im März und April so und jetzt wieder im September und Oktober – das ist crazy.»

SCK-Stehplätze ohne Maskenpflicht

Für SCK-Trainer Bruno Berner ist der sofortige Abgang von Offensivspieler Omer Dzonlagic zum Ligakonkurrenten FC Thun ein Verlust: «Wir verlieren mit ihm sportlich und menschlich einen wichtigen Spieler.» Morgen im Heimspiel gegen Winterthur fällt zudem der offensive Mittelfeldspieler Izer Aliu mit einem Muskelfaserriss aus. Fraglich sind die Einsätze von Igor Tadic und Robin Busset.   

Im Kleinfeld dürfen neu 400 Zuschauer auf die Sitzplätze der Haupttribüne und 300 auf die Stehplätze in die drei Hundertersektoren hinter den Toren und auf der Gegenseite. Auf den Stehplätzen sind die Fans von der Maskenpflicht befreit. (dw)

Die Teams in Israel geben den Spielern zwar Trainingsprogramme mit, «aber es ist nicht dasselbe». Nach dem Break beginnt anschliessend wieder eine Vorbereitungsphase.

«Ich hoffe, dass nach drei Wochen das Coronavirus geschlagen ist, dann geht es darum, die Liga zu gewinnen.» Gut sei, dass Israel anschliessend wohl von der roten Liste kommt.

«In Israel war zuvor alles offen gewesen, die Leute shoppten und das Virus grassierte wieder. Das könnte auch der Schweiz passieren.»

Erfreulicher ist für Mahamid der Blick in die Nähe, nach Kriens: «Wir wollen siegen, ich denke, dass wir das bessere Team haben und über ein gutes Momentum verfügen. Wir siegten zuletzt 5:2 gegen Aarau und das letzte Spiel gegen Kriens haben wir im Juli 4:0 gewonnen.»

Mahamid will mit Winterthur aufsteigen

Der Fussball hier in der Challenge League sei anders als in seiner Heimat. «Wenn mich die Leute in Israel fragen, erkläre ich, dass hier etwas aggressiver und etwas weniger taktisch gespielt wird. Auch wollen immer beide Teams gewinnen, das ist gut für die Zuschauer, es gibt schöne Tore. In Israel sind manche Teams stark auf die Defensive spezialisiert.»

Die letzte Saison beendete der FC Winterthur auf dem vierten Rang. Nun will Anas Mahamid mit seinem Team den Aufstieg schaffen. «So wie der FC Vaduz wollen wir die Barrage erreichen und in die Super League aufsteigen. Wir haben fast das gleiche Team beisammen wie letzte Saison und sind gut eingespielt.»

Das würde auch seiner Karriereplanung entsprechen. Der junge Israeli, der in der letzten Challenge-League-Saison fünf Tore erzielt hat, will nach zwei Jahren mit Winterthur den Sprung in die höchste Spielklasse schaffen und sich später auch für das Nationalteam empfehlen. In den verschiedenen U-Auswahlen bestritt er 48 Spiele und erzielte dabei 28 Tore; doch zunächst gilt seine Konzentration dem Samstagsduell gegen den SC Kriens.