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Interview

FCL-Sportchef Remo Meyer: «Wir gingen an die Schmerzgrenze»

Luzern-Sportkoordinator Remo Meyer (37) ist seit einem Jahr im Amt. Er spricht über die turbulenten zwölf Monate, den Abgang von Hekuran Kryeziu, «Glücksgriff» Gerardo Seoane und das zu grosse Kader.
Daniel Wyrsch
Remo Meyer posiert in der Swisspor-Arena. «Wir hatten Hochs und Tiefs», sagt er. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. Mai 2018))

Remo Meyer posiert in der Swisspor-Arena. «Wir hatten Hochs und Tiefs», sagt er. (Bild: Pius Amrein (Luzern, 27. Mai 2018))

Remo Meyer (37) zeigte sich am Sonntag nach der 1:2-Niederlage von Meister Young Boys im Cupfinal gegen den FC Zürich erstaunlich gelassen. «Ich bin überhaupt nicht enttäuscht, für mich zählt unsere hervorragende Rückrundenleistung, die Entwicklung der ganzen Mannschaft und der dritte Schlussrang», sagte der Sportkoordinator des FC Luzern. Der Double-Gewinn von YB hätte dem FCL die direkte Qualifikation zur Europa League beschert. Jetzt ist Cupsieger FCZ für die Gruppenphase qualifiziert, der FCL muss ab dem 9. August zwei Qualifikationsrunden überstehen, um ebenfalls in die Europa League einzuziehen.

Remo Meyer, Sie gehen ab­geklärt mit dem Verpassen des Europacup-Jackpots um. Ist es für Sie als Kaderplaner nicht bitter, dass nun das Europa-League-Startgeld von fast 3,5 Millionen Franken an Cupsieger Zürich fliesst?

Die Europa League wäre wirtschaftlich sehr lukrativ gewesen. Ich schaue auf unsere Mannschaft, die Leistung und Entwicklung in den letzten fünf Monaten stimmt mich positiv. Jetzt müssen wir versuchen, via Qualifikation in die Europa League zu kommen. Wir haben völlig unabhängig vom Ausgang des Cupfinals die Kaderplanung der nächsten Saison vorgenommen. Am Budget hat sich nichts geändert.

Heisst das wirklich, dass das Budget für die Super-League-Mannschaft das gleiche ist wie vor der letzten Saison?

Das Budget für die neue Saison ist genau gleich hoch wie vorletztes Jahr und wie letztes Jahr – und auch in einem Jahr wird es gleich hoch sein für die übernächste Saison. Bei einem Cupsieg von YB hätte sich nichts daran geändert.

Wie viel kostet das Profiteam des FCL pro Saison?

Die Summe geben wir nicht bekannt (geschätzt zwischen 7,5 und 9 Millionen Franken; Anm. d. Red.). Wir planen unabhängig davon, ob wir europäisch spielen oder nicht. Im Zentrum steht un­ser Weg, den wir weiterverfolgen wollen.

Sie haben vor fast genau einem Jahr, am 1. Juni 2017, die Arbeit als Sportkoordinator aufgenommen. Was haben Sie mitgenommen aus den letzten zwölf Monaten?

Ein Jahr mehr Erfahrung. Die zwölf Monate waren extrem turbulent. Wir hatten Tiefs und Hochs, mussten Entlassungen vornehmen, praktisch alles ist passiert. Wenn ich ein Fazit über dieses Jahr ziehe, dann hat die Arbeit extrem viel Freude gemacht und enorme Emotionen in Gang gesetzt. Die Zusammenarbeit mit dem Team und der Geschäftsstelle war gut, das steht im Vordergrund. Der Abschluss mit Platz 3 war eine grosse Leistung der Mannschaft.

Sie waren nach der Entlassung von Markus Babbel im Januar entscheidend bei der Wahl des neuen Trainers Gerardo Seoane. Wie sehen Sie seine Arbeit?

Er ist ein Glücksfall für uns. So wie er mit dem Team in der Rückrunde gearbeitet hat, so wie er vorausgegangen ist und die Werte, die uns stark machen, vorgelebt hat. Das war extrem positiv. Denn die Situation auf dem vorletzten Tabellenplatz in der Winterpause war nicht einfach, der Druck war gross. Da kann ich nur ein Kompli­ment aussprechen für die leidenschaftliche Arbeit jeden Tag. Dafür sind wir belohnt worden.

Seoane schätzt die offene Kommunikation, die er mit Ihnen, Präsident Philipp Studhalter und den Ver­waltungsräten pflegt. Können Sie diese Art der Zusammenarbeit bestätigen?

Auf jeden Fall. Ich denke, dieser Umgang miteinander ist das Wichtigste. Die Dinge immer ehrlich und klar ansprechen, wenn jeder seine Meinung hat: Nur so kommen wir vorwärts. Ich kenne Gerry seit 20 Jahren, damals kickten wir noch gegen­einander. Er weiss, wie ich ticke, ich weiss, wie er tickt. Die Zusammenarbeit ist bisher top.

Mittelfeldspieler Hekuran Kryeziu hat sich definitiv entschieden, den FCL zu verlassen. Es muss hart sein, diesen klubeigenen Leistungsträger zu verlieren.

Wir haben unser Möglichstes un­ternommen, sind an die Schmerzgrenze gegangen, ein neues Angebot hatte er auf dem Tisch. Wir hätten ihn gerne im Team halten wollen, nun müssen wir seinen Entscheid akzeptieren.

Pascal Schürpf war der Überflieger der Rückrunde mit zehn Toren in elf Spielen. Der Vertrag des Linksaussen läuft in einem Jahr aus. Sind Sie daran, mit dem Basler vor­zeitig zu verlängern, bevor der Spieler im nächsten Sommer ablösefrei zu haben wäre?

Ja, Pasci hat noch ein Jahr Vertrag und wird bei Vertragsende im Sommer 2019 30 Jahre alt sein. Er hatte in der abgelaufenen Saison immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen, vor allem mit muskulären Problemen. In der Rückrunde ist er dann förmlich explodiert, er war ein sehr wichtiger Bestandteil des Teams. Die Tendenz ist sehr positiv, Pasci fühlt sich sehr wohl, wir sind zufrieden mit ihm. Erste Gespräche haben bereits stattgefunden, und im Verlaufe der Vorbereitung sind weitere Gespräche geplant.

Il-Gwan Jong muss den FCL verlassen, die Leihspieler João Oliveira und Dario Ulrich kehren zurück. Wen Sie neu nach Luzern holen wollen, werden Sie nicht verraten. Aber können Sie sagen, auf welchen Positionen Sie nach geeigneten Spielern suchen?

Wir haben eine spezielle Konstellation in diesem Sommer: Nur FCB-Leihprofi Dereck Kutesa geht retour zu Basel, und bei ­Nicolas Schindelholz ist der Kontrakt ausgelaufen. Dagegen laufen bei 30 Spielern die Verträge weiter. Das heisst, dass wir zuerst schauen müssen, wer geht und wer bleibt. Natürlich halten wir überall Ausschau, wo wir uns punktuell verstärken könnten.

30 Profis sind sehr viel.

Unser Kader ist zu gross, wir müssen es reduzieren. Der Sommer ist die Zeit für Wechsel. Wir sind vorbereitet, dass uns noch einige Spieler verlassen werden, mit denen wir nicht mehr planen.

Sonst hat der FCL eine ein­gespielte Mannschaft – fast wie beispielsweise das grosse Real Madrid …

… es ist sicher auch positiv, Kontinuität hinzubekommen. Die Mannschaft bleibt zu grössten Teilen zusammen.

Goalie Jonas Omlin hat eine starke Saison gespielt. Trotzdem ist Leipzig-Ersatzkeeper Yvon Mvogo als dritter Schweizer WM-Torhüter nachnominiert worden – und Hoffenheims Nummer 2, Gregor Kobel, wurde für das Trainingslager in Lugano aufgeboten. Können Sie die Wahl von Nationaltrainer Vladimir Petkovic verstehen?

Das können wir nicht beeinflussen. Positiv ist sicher die Entwicklung von Jonas Omlin wie auch von vielen anderen Jungen beim FC Luzern. Klar wäre er meiner Meinung nach ein Kan­didat gewesen, den man für das Trainingslager des Nationalteams hätte aufbieten können. Den Entscheid fällten Nationalcoach Vladimir Petkovic und Goalietrainer ­Patrick Foletti. Für mich wäre es keine Überraschung gewesen, wenn ­Jonas ein Auf­gebot erhalten ­hätte.

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