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Seoane: «Wir haben Meinungsfreiheit»

YB-Trainer Gerardo Seoane ist gestern in Bern vorgestellt worden. Sein Wechsel vom FCL zum Meister hat viele Emotionen ausgelöst. Er zeigt Verständnis für die Enttäuschung der Luzerner Fans.
Daniel Wyrsch, Bern
Gerardo Seoane war bei YB zu Beginn nicht der Kronfavorit, aber letztlich die Wunschlösung. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 4. Juni 2018)

Gerardo Seoane war bei YB zu Beginn nicht der Kronfavorit, aber letztlich die Wunschlösung. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Bern, 4. Juni 2018)

Zu Beginn der Präsentation sagte YB-Sportchef Christoph Spycher, warum sich die Berner für Gerardo Seoane (39) als Nachfolger von Adi Hütter (jetzt Eintracht Frankfurt) entschieden haben: «Gerry ist eine starke Persönlichkeit, er hat eine natürliche Autorität, den Hunger, Ehrgeiz und die Ambitionen, um etwas zu erreichen.» Allerdings: «Gerry war nicht von Anfang an unser Kronfavorit, jetzt ist er unsere Wunschlösung.» In den Gesprächen habe er sie überzeugt, sagte Spycher.

Die Handschrift des Schweiz-Spaniers in den 17 Spielen (34 Punkte) mit dem FC Luzern muss Spycher, Chefscout Stéphane Chapuisat und Co. beeindruckt haben, wie den Worten des YB-Sportchefs zu entnehmen war. «Gerry hatte mit Luzern eine klare, offensive und vertikale Spielanlage.» Der Auftrag von Seoane ist es gemäss Spycher, «das Team so weiterzuführen und mit seinen eigenen Ideen weiterzuentwickeln». Weder die Qualifikation der Champions League noch die Titelverteidigung sind gemäss Spycher Ziele, die Seoane zwingend erfüllen muss.

Gerardo Seoane, Gratulation zu Ihrem neuen Job als Coach des Meisters Young Boys.

Danke. Ich möchte zuerst allen Verantwortlichen des FC Luzern, dem Verwaltungsrat, dem Präsidenten, der Geschäftsleitung und vor allem auch Sportchef Remo Meyer recht herzlich danken. Ich habe total sieben wunderbare Jahre in Luzern als Trainer erlebt. Grosser Dank für die letzten sechs Monate gebührt dem Staff, allen Spielern, der ganzen Mannschaft und allen Fans. Es war mir eine grosse Ehre, dieses Amt in Luzern ausüben zu dürfen.

In der Medienkonferenz sagten Sie, dass auch die neue Aufgabe bei YB eine grosse Ehre für Sie sei. In der Innerschweiz hat es negative Reaktionen auf den unerwarteten Wechsel gegeben, auch ein Transparent an Ihrem Wohnort. Wie gehen Sie damit um?

Emotionen gehören zum Fussball. Dass eine Reaktion von den Fans gekommen ist, dafür habe ich absolutes Verständnis. Der Entscheid, zu YB zu wechseln, kam überraschend. Es herrscht Meinungsfreiheit in der Schweiz, jeder kann sich äussern. Ich möchte aber nicht kommentieren, was sonst noch gemacht worden ist. Es gibt sicher eine Grenze der Privatsphäre, die nicht überschritten werden darf. Nun will ich nach vorne schauen.

Erzählen Sie, wie Sie auf die Anfrage von YB reagierten?

In erster Linie bin ich sehr erfreut gewesen. Das ist für mich ein Zeichen, dass die Arbeit in Luzern beobachtet und geschätzt worden ist. Im ersten Moment habe ich mir nicht mehr Gedanken gemacht, sondern wartete das erste Gespräch ab. Für mich war wichtig, welchen kurz- und mittelfristigen Plan die sportliche Führung von YB hat. Diese Komponenten mussten zu meinen passen. Das waren denn auch die Inhalte dieser Gespräche – und das hat mich am meisten interessiert.

Sie waren am 28. April als FCL-Trainer Teil des so genannten YB-Meisterspiels. Waren Sie beeindruckt, was bei diesem 2:1-Sieg abging?

Bern ist eine sportbegeisterte Stadt, das weiss ich seit meiner Spielerzeit. Die Partie bleibt ein unvergessliches Erlebnis, aber nicht der Massstab, den wir jedes Wochenende erwarten dürfen. Dieser Match mit einer unglaublichen Dramaturgie ist allen Beteiligten extrem eingefahren, wir sind als FC Luzern ins Stade de Suisse gekommen und dankbar gewesen, eine solche Atmosphäre zu erleben. Obwohl wir als Verlierer gingen, fühlten wir uns auch ein bisschen als Sieger. Es war ein grosses Lehrstück für die jungen Spieler, für das ganze Team.

Der grosse Schatten, den Adi Hütter in Bern hinterlässt, bereitet Ihnen keine Sorgen?

Adi Hütter geniesst hier zu Recht Heldenstatus, aber ich glaube, allen ist klar, dass jeder Mensch eine andere Persönlichkeit hat. Ich werde mich selber sein und nicht Hütter kopieren. Unsere Spielidee ist gewiss ähnlich.

Tun Ihnen die FCL-Jungprofis leid, die Sie jahrelang förderten, mit denen Sie den Weg aber nicht zu Ende gehen?

Ich glaube, diese Arbeit wird zu Ende geführt. Für die Spieler ist es mitunter wichtig, einmal einen anderen Trainer zu haben. Das ist auch eine Chance für sie.

Holen Sie Spieler vom FCL?

Wir führten soeben erste Gespräche zur Kaderplanung, es ist kein FCL-Spieler auf dem Radar.

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