«Wir haben uns selbst besiegt»: Der HCK schafft es nicht in die European League

Der HC Kriens-Luzern verpasst die Gruppenphase der European League, obwohl er Skopje 22:21 (12:11) besiegt.

Daniel Wyrsch aus Zürich
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Trotz sechs Toren von Filip Gavranovic reichte es am Ende um einen Treffer nicht.

Trotz sechs Toren von Filip Gavranovic reichte es am Ende um einen Treffer nicht.

Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Zürich, 29. September 2020)

Sehr nahe standen die Handballer des HC Kriens-Luzern am Einzug in die Gruppenphase der European League. Mit 22:21 (12:11) bezwangen sie Metalurg aus der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje. «Super wenig hat uns gefehlt!», befand der enttäuschte Krienser CEO Nick Christen. Tatsächlich hätte Hleb Harbuz noch die Chance gehabt, das Skore auf 23:21 zu erhöhen. Das hätte für die Qualifikation der Gruppenphase aufgrund der Auswärtstorregel nach dem mit 24:26 verlorenen Hinspiel gereicht. Der 26-jährige Weissrusse warf den Ball mit dem letzten Versuch ins gegnerische Tornetz, die Sirene war aber ertönt – das Spiel Sekundenbruchteile vorher bereits Aus gewesen.

Nach einer eher zähen ersten Halbzeit konnte der HC Kriens-Luzern immerhin mit einem kleinen Vorsprung von 12:11-Toren in die Pause gehen. Zu Beginn der zweiten Halbzeit kam erstmals richtig Stimmung auf unter den 800 Zuschauern in der Zürcher Saalsporthalle, wo die Luzerner ihre europäischen Heimspiele austragen müssen. Filip Gavranovic erhöhte mit seinen Treffern Nummer fünf und sechs auf 15:12. Erstmals hatte die Mannschaft von Goran Perkovac die notwendigen drei Tore Vorsprung, um die Gäste aus Osteuropa im Gesamtskore sicher zu überflügeln.

Tim Rellstab trifft zweimal zur Dreitore-Führung

Tim Rellstab gelang in der Folge das 16:13 – nochmals lag der HC Kriens-Luzern mit den geforderten drei Treffern vorne. Damit hätte das Team erstmals die Gruppenphase der European League erreicht. Doch dann schlich sich eine kurze Schwächephase ein, der technisch limitierte Gegner aus Nordmazedonien traf dreimal hintereinander und glich zum 16:16 aus.

In der 50. Minute schoss Rellstab seine Farben noch einmal 20:17 in Front, aber auch diesmal liessen die Krienser erneut etwas nach, Skopje kam wieder mit 20:19 heran. Beim Stand von 21:20 traf Gavranovic nur den Pfosten (58.).

Dann folgte der bereits beschriebene hochspannende Finish dieser insgesamt ausgeglichenen Begegnung. Für Trainer Goran Perkovac ist das Ausscheiden, wie für alle Beteiligten aus der Zentralschweizer Handballszene, sehr bitter gewesen. «Das ist unglaublich schade, die zehn europäischen Partien in der Gruppenphase wären für unsere junge Truppe eine grossartige Handball-Schule geworden!», stellte der 58-jährige Ex-Weltklassespieler fest. Perkovac sah den Grund im Ausscheiden bei den Eigenfehlern: «Der Gegner war zwar präsent, aber fast alle Tore haben wir zugelassen und halt viel zu viele Fehler gemacht. Wir haben uns selbst besiegt.»

In der Hitze des Gefechts künftig cooler bleiben

Perkovac haderte damit, dass der zentrale Rückraumspieler Janus Lapajne die letzten drei Wochen verletzt war. Topfit hätte der 25-jährige Slowene wohl den Unterschied machen können. «In hitzigen Phasen müssen wir ruhiger spielen», ist die Lehre von Perkovac, die er für sein entwicklungsfähiges Team zieht.

European League. Qualifikation. 2. Runde. Rückspiele: Kriens-Luzern – Metalurg Skopje 22:21 (12:11); Hinspiel 24:26. Skopje damit in der Gruppenphase. Pfadi Winterthur – GOG Svendborg (DEN) 35:31 (16:14); 24:33. Svendborg damit in der Gruppenphase.

Kriens-Luzern – Metalurg 22:21 (12:11)
Saalsporthalle Zürich. – 800 Zuschauer. SR Sekulic, Jovandic, Wille. Strafen: 2-mal 2 Minuten gegen Kriens Luzern. 2-mal 2 Minuten gegen Metalurg.

Kriens-Luzern: Bar, Eicher; Harbuz (4/1), Wanner (1), Blättler (1), Piroch (0), Papez (4), Rellstab (2), Gavranovic (6), Oertli (0), Schlumpf (1), Delchiappo (0), Lavric (0), Idrizi (0), Lapajne (3).

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