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SC-Kriens-Sportchef: «Wir können die Tabelle auch lesen»

Der SC Kriens empfängt am Samstag (Kleinfeld, 17.30) den FC Aarau zum letzten Spiel vor der Winterpause. SCK-Sportchef Bruno Galliker blickt auf die bisherige Vorrunde zurück.
Interview: Turi Bucher
Szene aus der ersten Partie Aarau – Kriens, welche der SCK 2:0 gewinnen konnte: Die Krienser Jan Elvedi (links) und Marian Urtic (rechts) verfolgen den Aarauer Mikael Almeida. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Aarau, 4. August 2018))

Szene aus der ersten Partie Aarau – Kriens, welche der SCK 2:0 gewinnen konnte: Die Krienser Jan Elvedi (links) und Marian Urtic (rechts) verfolgen den Aarauer Mikael Almeida. (Bild: Marc Schumacher/Freshfocus (Aarau, 4. August 2018))

Der Sportchef des SC Kriens: Bruno Galliker

Der Sportchef des SC Kriens: Bruno Galliker

Bruno Galliker, herrscht beim SC Kriens Abstiegsangst, geht das Abstiegsgespenst um?

Abstiegsangst? Nein. Wir wissen, wo wir stehen, und wir haben nicht damit gerechnet, dass wir schon in der Winterpause gerettet sein werden. Man darf nicht vergessen: Wir sind der Aufsteiger und haben seit dem Aufstieg unseren Amateurstatus beibehalten. Aber wir sind uns darüber im Klaren, dass wir in dieser Liga alle noch gezielter arbeiten müssen, von der Mannschaft über den Staff bis zur Geschäftsleitung.

Wo würden Sie die bisherige Leistung der Mannschaft in der Challenge League auf einer Skala von 1 bis 10 einordnen?

Die genaue Analyse mit dem Trainer erfolgt erst nach dem Spiel gegen Aarau. Es ist gar nicht so einfach, alle Kriterien unter ­einen Hut zu bringen und auf eine Zahl zu konzentrieren. Ich spreche von der Leistung auf dem Rasen, von der Einstellung, der Motivation, der Effizienz. Unter Berücksichtigung der Voraussetzungen, die dem SC Kriens zu Verfügung stehen, würde ich eine Zahl im Bereich der 7 nennen.

Was hat Ihnen an den Aufritten der Mannschaft besonders gut gefallen?

Das Engagement, welches die Spieler für den Verein, für den Fussball aufbringen, ist schlicht beeindruckend. Ich erinnere mich beispielsweise an die Woche, in der wir samstags gegen Chiasso spielten, dienstags nach Genf zu Servette reisten und am Freitag gegen Schaffhausen antraten. Die Spieler haben an ihren Arbeitsstellen Überstunden geleistet, damit sie für die Wochentagpartien rechtzeitig anwesend sein konnten. Mir gefällt auch sehr, wie sich das Spiel der SCK-Mannschaft entwickelt hat. Nehmen wir den letzten Match in Schaffhausen: Ja, wir haben 2:3 verloren, aber nach einem ganz starken Auftritt.

Und was hat Ihnen nicht gepasst?

Nun, dass nach all diesen guten Auftritten zu wenig Zählbares herausgeschaut hat. Das ärgert mich. Zuerst war es die Effizienz, die im Angriff gefehlt hat. Doch in den letzten Partien war es umgekehrt: Zuletzt mangelte es eher am Defensiverhalten.

Oft ist die Mannschaft im Verlauf der zweiten Halbzeit eingeknickt, um nicht zu sagen: eingenickt. Was erwarten Sie vom SCK-Team gegen das längst aus dem Tiefschlaf aufgewachte Aarau?

Das ganze Jahr 2018 hat uns schon viel Energie gekostet, wir mussten viele Kräfte anzapfen. So gesehen erwarte ich von den Spielern, dass sie gegen den FC Aarau die Zitrone noch ein letztes Mal auspressen, alles herauszuholen versuchen, sich richtig «auskotzen». Ich hoffe auch auf viel Unterstützung von unseren Fans, von unserem Publikum. Dies wird gegen Aarau sehr wichtig sein.

Wird es in der Winterpause Transfers geben?

Wir sind uns bewusst, dass wir einen Schritt vorwärts machen müssen. Meine Augen und Ohren sind offen, ich werde die Möglichkeiten anschauen. Der Wille, für Transfers etwas aus dem Budget herauszukitzeln, ist vorhanden. Aber ich betone immer wieder: Es müssen Spieler sein, die zu uns und zur SCK-Philosophie passen. Es wird keinen Wundertransfer geben, einen Transfer mit einem Spieler, der viel mehr verdient als die anderen.

Gibt es Trennungen mit Spielern?

Bis jetzt habe ich kein Signal von einem Spieler, dass er sich anderswohin orientieren will. Und wenn alle am gleichen Strick ziehen, sage ich keinem, er müsse jetzt gehen.

Trainer Bruno Berner wollte sich diese Woche ausschliesslich auf das Aarau-Spiel konzentrieren, stand für ein Gespräch nicht zur Verfügung. Die Anspannung scheint gross zu sein.

Logisch, eine gewisse Anspannung ist vorhanden. Wir können die Tabelle auch lesen, glauben Sie mir.

Wie antworten Sie jenen, die nun bereits die Trainerarbeit in Frage stellen?

Denen antworte ich: Bruno Berner hat einen Superjob gemacht. Das Team und unser Spiel haben sich gut entwickelt. Zu Beginn lautete der Plan, defensiv solid zu stehen und gut zu kontern. Doch mittlerweile spielen wir auch gegen Grosse wie Servette oder Lausanne richtig mit.

Das Überwintern auf dem letzten Tabellenrang, auf dem Abstiegsplatz, droht. Wären die SCK-Weihnachten dann verdorben?

Da würde ich widersprechen. Wenn wir gegen Aarau gewinnen, sind wir nicht gerettet. Wenn wir gegen Aarau verlieren, sind wir noch nicht verloren. So viel würde der letzte Platz also nicht ­ändern. Noch etwas: Ich habe vor 45 Jahren mit dem Fussball begonnen. 2018 war eines meiner emotionalsten Fussballjahre. Zuerst sind wir schlecht in die Rückrunde gestartet. Dann haben wir den Aufstieg geschafft. Danach kam das neue Stadion. Nun sind wir in der Challenge League auf Augenhöhe mit unseren Gegnern. So schnell lasse ich mir Weihnachten nicht verderben.

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