EVZ-Verteidiger Schlumpf: «Wir müssen den Mix noch finden»

Nach zwei Niederlagen in Folge gibt es für den EVZ positive Nachrichten: Dominik Schlumpf, der stabilste Zuger Verteidiger in der vergangenen Saison, dürfte heute gegen die ZSC Lions das Comeback geben.

Sascha Fey
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Dominik Schlumpf hat kürzlich seinen Vertrag verlängert: «Zug ist wie ein zweiten Zuhause.» (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 8. August 2018)

Dominik Schlumpf hat kürzlich seinen Vertrag verlängert: «Zug ist wie ein zweiten Zuhause.» (Bild: Andy Müller/Freshfocus (Zug, 8. August 2018)

Nach einem perfekten Saisonstart mit drei Siegen erlitt der EVZ zuletzt zwei Niederlagen – 1:2 gegen Davos und am Sonntag 2:4 in Lausanne. Mehr zu denken geben aber die Anzahl Gegentore, die mit 15 zu hoch sind. Nur drei Mannschaften in der National League haben in der laufenden Saison mehr Gegentreffer erhalten als die Zentralschweizer. Insofern ist die Rückkehr von Dominik Schlumpf ein positives Signal. Der 27-Jährige, der Mitte August am Dolomiten-Cup mit einer Knieverletzung ausgeschieden ist, hat sich in der Liga als verlässlicher Verteidiger etabliert. In Zug war er in der vergangenen Saison der stabilste Defensivspezialist. Nicht umsonst ­gehörte er im Februar zum Schweizer Olympia-Aufgebot.

«Wir konnten das neue System mehr oder weniger umsetzen», sagt Schlumpf zum Saisonstart. «Gegen Davos hatten wir sehr viel vom Spiel, da hätte es auch auf die andere Seite kippen können.» Steigerungspotenzial haben die Zuger insbesondere in der Balance zwischen Offensive und Defensive. Unter dem neuen Trainer Dan Tangnes checken sie viel mehr vor, sie wollen den ­Gegner früh abfangen und mit schnellem Umschaltspiel zum ­Erfolg kommen. «Wir müssen den Mix noch finden», sagte Schlumpf. «Es ist ein Prozess über die gesamte Saison, bei dem wir uns von Partie zu Partie steigern wollen. Ich denke, da sind wir auf einem guten Weg.»

Viertelfinal-Aus ist noch im Hinterkopf

Allerdings haben auch die ZSC Lions etwas gutzumachen. Der Schweizer Meister liegt mit vier Punkten auf dem zweitletzten Tabellenplatz, gewann einzig gegen den punktelosen Aufsteiger Rapperswil-Jona Lakers. In der vergangenen Saison bedeutete der Playoff-Viertelfinal gegen Zug (4:1 Siege) die Wende zum Guten. «Das war für uns sehr bitter und ist immer noch im Hinterkopf», erklärt Schlumpf. «Wir wollen ihnen zeigen, dass wir im Sommer stärker geworden sind. Wir müssen top vorbereitet sein. Das Wichtigste ist, den Fokus auf uns zu legen, unser Spiel 60 Minuten durchzuziehen.»

Schlumpf kennt den ZSC bestens, wurde er doch in der Organisation der Zürcher gross. 2008 wechselte er dann für drei Jahre nach Nordamerika zum Juniorenteam Shawinigan Cataractes. Bei der Rückkehr in die Schweiz schloss er sich allerdings dem HC Lugano an, der ihn im November 2014 im Tausch mit Alessio Bertaggia und Calle Andersson an die Zuger abgab. «Mir gefällt es hier mega», sagte Schlumpf. «Es ist wie ein zweites Zuhause.» Als Konsequenz daraus verlängerte er den Vertrag vorzeitig um vier Jahre bis 2023.

Wechsel stand nie zur Debatte

Schlumpf fühlt sich beim EVZ nicht nur wohl, er sieht für die Zukunft auch «sehr viel Potenzial». Einer der Gründe dafür ist das in Cham entstehende Kompetenzzentrum für Spitzenleichtathletik und Forschung (OYM), das Anfang Februar 2020 eröffnet werden soll. Das werde eine Top-Einrichtung, die es jedem Einzelnen ermögliche, sich optimal weiterzuentwickeln, sagt Schlumpf.

Die Verpflichtung von WM-Held Leonardo Genoni als Torhüter ab der kommenden Saison unterstreicht ebenfalls die Ambitionen des EVZ. Schlumpf: «Für mich war es nie eine Frage, dass ich weg will. Mal den Meistertitel zu holen, ist auch mein Ziel.» Zunächst gilt es aber, gegen den ZSC wieder auf die Erfolgsspur zurückzufinden.