«Wir spielten eine super Saison»: Wie Zentralschweizer Klubs mit dem Abbruch der Meisterschaft umgehen

Von Handball über Volleyball bis Basketball und Unihockey – die Saisons in allen Ligen wird per sofort abgebrochen. Einige Zentralschweizer Vereine trifft das besonders.

Stephan Santschi
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«Das ist natürlich brutal», sagt Nick Christen (weisses Hemd), Geschäftsführer des HC Kriens-Luzern.

«Das ist natürlich brutal», sagt Nick Christen (weisses Hemd), Geschäftsführer des HC Kriens-Luzern.

Philipp Schmidli

Handball. Der Schweizerische Handball-Verband hat die Saison wegen der schnellen Ausbreitung des Corona-Virus und den drastischen Massnahmen des Bundesrats in allen Ligen für beendet erklärt. «Das war absehbar, aber es ist natürlich brutal», sagt Nick Christen, CEO des HC Kriens-Luzern. Die Mannschaft lag in der NLA-Tabelle auf Platz drei. «Wir spielten eine super Saison. Für alle, die dafür gearbeitet haben – Trainer, Spieler, Helfer – ist der Abbruch bitter. Doch es ist klar, dass man dies nun machen muss.» Ohne Publikum zu spielen, hätte keinen Sinn gemacht. «Sobald sich ein Spieler mit dem Corona-Virus angesteckt hätte, wäre das ganze Team für zwei Wochen unter Quarantäne gestellt worden. Früher oder später wäre das ganz sicher passiert.» Darüber hinaus wäre der finanzielle Schaden noch grösser geworden. «Schon jetzt bewegt er sich im sechsstelligen Bereich. Wir werden schauen müssen, wie wir das abfedern.» Christen hofft auf einen Teil der 50 Millionen Franken, die der Bundesrat dem Sport als Soforthilfe zuspricht. Hart trifft das Saisonende auch die Frauen der Spono Eagles. Sie hätten im Cupfinal gegen den LC Brühl II einen Titel in Griffweite gehabt.

Volley Luzern mit Dominik Fort wäre im Cupfinal und im Playoff-Halbfinal der NLA gestanden.

Volley Luzern mit Dominik Fort wäre im Cupfinal und im Playoff-Halbfinal der NLA gestanden.

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 16. Februar 2020)

Volleyball. «Dramatisch, traurig, aber nachvollziehbar.» So kommentiert Josef Wicki, der Teammanager der NLA-Männer von Volley Luzern, den gestern von Swiss Volley gefassten Beschluss, die Saison auf allen Stufen abzubrechen. «Die Gesundheit steht über allem. Der Bundesrat muss alles Erdenkliche tun, um die Infektionskurve so flach wie möglich zu halten.» Aus sportlicher Sicht tue die verfügte Massnahme natürlich weh. Volley Luzern stand im Playoff-Halbfinal der NLA und als erstes Zentralschweizer Männerteam überhaupt im Cupfinal. «Klar hätten wir gerne wenigstens den Cupfinal gespielt», sagt Wicki. «Doch wenn eine Ausnahme genehmigt wird, könnte dies zu einem Fass ohne Boden führen.» Auch Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit waren kein Thema. «So macht es keine Freude, Volleyball zu spielen. Zudem wollen wir uns mit allen anderen solidarisch zeigen.»

Basketball/Unihockey. Bereits am Donnerstag haben Swiss Unihockey und Swiss Basketball das Ende des Spielbetriebs vermeldet. Ricky Price, Amerikaner in Diensten von NLA-Schlusslicht Swiss Central Basketball, ist schon in die Heimat zurückgereist. Für die abstiegsgefährdeten NLA-Unihockeyspieler von Ad Astra Sarnen bedeutet dies wohl den Klassenerhalt. Zug United bedauert, trotz guter Karten nicht in den Playoff-Halbfinal einzuziehen.

Rollhockey. Saisonende in allen Ligen und Kategorien. Das betrifft auch NLA-Schlusslicht RHC Uri.

Fussball. Noch kein definitiver Entscheid wurde in den unteren Fussballligen gefällt. Von der Promotion League abwärts wird der Spielbetrieb bis auf Weiteres eingestellt.

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