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«Wir stehen wieder auf»

Russland ist enttäuscht und stolz. Nach dem Ausscheiden im Viertelfinal gegen Kroatien verlässt das Team die WM mit erhobenem Haupt. Doch wie schlägt es sich nach der Euphorie im Alltag der Herbstspiele?
Stefan Wyss (SDA)
Er vergab im Penaltyschiessen als erster: Fedor Smolov weint über dass russische WM-Aus. (Bild: Friedmann Vogel/EPA)

Er vergab im Penaltyschiessen als erster: Fedor Smolov weint über dass russische WM-Aus. (Bild: Friedmann Vogel/EPA)

Im Refrain des russischen WM-Hits gibt es eine Zeile, die typisch ist für das Gastgeberland. «Wenn wir fallen, stehen wir wieder auf!» Der Song spricht den Russen aus dem Herzen, den Menschen in diesem Land, dessen Geschichte seit Jahrhunderten von Kriegen gezeichnet ist. In die Sprache des Krieges verstieg sich nach der Niederlage gegen Kroatien auch der Sprecher des Kremls. «Unsere Spieler sind Helden. Sie sind auf dem Feld gestorben», liess er verlauten. Doch wie es eben im WM-Song heisst, waren sie nicht lange tot, sondern erlebten in den Augen der Fans eine rasche Wiederauferstehung. Die Enttäuschung machte dem riesigen Stolz Platz. «Dies war eines der besten Spiele in der Geschichte der russischen Nationalmannschaft», schrieb die Zeitung «Sport-Express». Andere Medien kamen zu einem ähnlichen Schluss. Für den «Kommersant» hat sich das Team «ein Denkmal gesetzt».

Beste russische WM seit 48 Jahren

Die Russen haben allen Grund, stolz zu sein auf die Leistungen der letzten dreieinhalb Wochen. Kein anderer der 32 WM-Teilnehmer ist im Fifa-Ranking schlechter klassiert. An 70. Stelle nur liegen die Russen. Niemand setzte auf sie, nachdem es in der letzten Saison in acht Testspielen einen einzigen Sieg gegeben hatte. Ein Jahr vor der WM wurde der Confederations Cup zum Debakel für den Gastgeber. Nach Niederlagen gegen Mexiko und Portugal schied er in der Vorrunde sang- und klanglos aus. Aber nun schafften die Russen das beste WM-Resultat seit 48 Jahren. Fallen, aufstehen . . . und wieder fallen? Gut möglich, denn es gibt durchaus Fragen zur Zukunft. Etwa diese: Wie viel an Euphorie und Leistungsbereitschaft sind noch vorhanden, wenn die Dynamik des Momentes vorbei ist? Oder: Was geschieht mit dem Trainer? Stanislaw Tschertschessow ist sich nicht sicher, ob er weitermachen soll. Er war schon vor der WM etwas gezeichnet vom grossen Druck. «Wir können nicht vorhersagen, ob ich bleibe oder nicht. Wir müssen alles genau analysieren», sagte er jetzt nach dem Viertelfinal. Andere haben ihre Zukunft bereits geregelt. Die Routiniers Sergej Ignaschewitsch von ZSKA Moskau und Alexander Samedow von Stadtrivale Spartak Moskau stehen nicht mehr zur Verfügung. Der 39-jährige Ignaschewitsch gab das Ende seiner Karriere bekannt. «Ich werde meine Laufbahn auf diesem Höhepunkt beenden», erklärte der Verteidiger. Nochmals andere werden bei der «Sbornaja» bleiben, doch ihr Leben als Fussballer wird sich verändern. Erstmals seit Jahren sind russische Spieler – wie allen voran der 22-jährige Stürmer Alexander Golowin – auf dem Transfermarkt wieder begehrt.

Putin: «Haltet die Augen offen!»

Die Zukunft beginnt am 7. September mit dem Startspiel in der Nations League auswärts gegen die Türkei. Einen Monat später kommt es zum Heimspiel gegen Schweden, ein weiterer WM-Viertelfinalist. Russlands Präsident Wladimir Putin hat dem Team schon einmal Mut gemacht für den Herbst. «Ich gratuliere zu einem sehr guten Spiel. Und jetzt haltet die Augen offen und geht die nächsten Schritte an», teilte er in einem Telefonat dem Trainer Tschertschessow mit.

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