Interview

«Wir suchten eine Herausforderung. Das Ziel 10292 Kilometer ist ambitioniert»

Laufbegeisterte aufgepasst: Am Wochenende könnt Ihr euch Zuhause mit der «Virtual Challenge 2020» messen, organisiert durch Swiss City Marathon-Lucerne. Auch reelle Strecken am Rotsee und in Horw sind auf dem Programm. Das müssen Sie wissen.

Simon Wespi
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Wohl viele Laufbegeisterte plangten auf diese Woche hin – sich endlich wieder im Wettkampfmodus mit anderen Läuferinnen und Läufer messen. Möglich machen dies die Organisatoren von SwissCityMarathon-Lucerne. Unter dem Motto «YesWeRun» organisieren sie diese Woche vier kleinere Laufveranstaltungen in der Region Zug und Luzern. Zudem bietet sich am eigentlichen Laufwochenende für alle Interessierten die Möglichkeit, virtuell bei sich zu Hause über 10km, die halbe oder volle Marathondistanz zu laufen. Geschäftsführer Reto Schorno zum Start und mit einem Ausblick auf das Rennwochenende.

Am Dienstag startete die zweite Laufserie unter dem Motto «YesWeRun» in Cham. Am Mittwoch stieg der Lauf am Alpenquai in Luzern. Wie ist der Start in die Marathonwoche geglückt?

Reto Schorno: Der Start in Cham ist uns geglückt. Wobei es zu erwähnen gibt, dass wir bereits im September innert drei Wochen sechs «YesWeRuns» in den Kantonen Zürich, Bern, Solothurn, Basel und Luzern organisierten. Wir sind ein eingespieltes Team. Sowohl in Cham wie auch in Luzern waren es etwas über 60 Teilnehmende. Die Freude bei den Läuferinnen und Läufer war gross. Für einmal kommen sie nicht zu uns, sondern wir gehen in die Regionen. Dies schätzen sie sehr.

Die meisten Teilnehmer haben sich für den Lauf am Donnerstag Abend um den Rotsee (6,3km) entschieden. Ist dies auf die besonders attraktive Strecke zurückzuführen?

In der Tat sind es über 160 Läuferinnen und Läufer am Rotsee. Viele Leute gehen auch sonst am Rotsee joggen. Die Strecke ist bekannt und beliebt.

Auch der Rotsee wird ein Austragungsort von «YesWeRun» sein.

Auch der Rotsee wird ein Austragungsort von «YesWeRun» sein.

Bild: Jakob Ineichen (14. April 2018)

Wie läuft so ein Lauf ab?

Im ganzen Perimeter gilt Maskenpflicht. Die Startnummer-Ausgabe findet vor Ort statt. In einem Korridor kann jeder Athlet seine Nummer abholen und seine Wertsachen deponieren. Anschliessend kann er innerhalb von zwei zur Verfügung stehenden Startfenstern starten wann er will. Dank der Zeitmessung mit RFID-Chips bekommt jede/r seine persönliche Laufzeit und kann den Abstand zu anderen Personen selber steuern und einhalten. Ähnlich einem Einzelzeitrennen. Beim Start muss jeder eine Maske tragen, die er nach 100 Metern abziehen kann. Auf der Strecke gibt es für einmal keine Verpflegungsposten. Im Ziel angekommen, erhält jede Läuferin und jeder Läufer von uns wiederum eine Maske und als Geschenk ein kleines Goodie.

Laufevents in Zeiten von Corona. Was waren die Herausforderungen für Sie?

Die Herausforderung war, mit möglichst wenig Kosten dem Läufer etwas bieten. Da es viele kleine Veranstaltungen sind, heisst es für uns die ganze Woche; aufbauen, abbauen, dies jeden Abend. Zusammen mit ein paar Helfern stemmt das OK dies alleine.

Schutzkonzepte hier, Masken da, Sicherheitsabstand dort. Wie fallen die Reaktionen der Läuferinnen und Läufer aus?

Nur positiv. Sie sind froh gibt es diese Möglichkeit. Sie schätzen es sehr, denn wir kommen in die Region. Unsere Erwartungen waren nicht hoch. Wir streben auch nicht eine hohe Teilnehmerzahl an. Wir können Menschen vor Ort abholen. Im September in Langnau haben lediglich 30 Personen teilgenommen. Wenn man vergleicht, in einem normalen Jahr kommen rund 120 Läuferinnen und Läufer aus dem Emmental an den Swiss City Marathon nach Luzern. Es ist toll, dass ein Viertel nun teilgenommen hat. Das freut uns sehr.

Etwas anders wird es am Wochenende. Laufbegeisterte können sich Zuhause mit der «Virtual Challenge 2020» messen. Wie funktioniert dies?

Es ist sehr simpel. Es gibt verschiedene virtuelle Rennen auf dem Markt. Der Stadtlauf beispielsweise funktionierte mit einer App, bei der alle Personen gleichzeitig starteten. Bei uns ist es so, dass jeder selbst entscheiden kann, wann er am Samstag oder Sonntag starten möchte. Er muss sich einzig registrieren und uns nach dem Lauf ein Foto seiner Laufuhr oder von seinem Handy mit den Laufdaten senden. Das Ganze basiert auf Vertrauensbasis.

Angestrebt wird das gemeinsame Ziel, 10292 Kilometer zu laufen – die Zahl der Finisher des Marathons 2019. Ist dieses Ziel anhand der Teilnehmerzahl realistisch?

Wir suchten eine Herausforderung. Das Ziel ist in der Tat ambitioniert. Bis jetzt haben sich knapp 400 Personen angemeldet. 140 davon rennen den Halbmarathon, 60 den Marathon. Zusammen mit den 200 Läuferinnen und Läufer die den 10km-Lauf bestreiten, gibt das hochgerechnet knapp 7500 Kilometer. Wir freuen uns also, wenn sich der eine oder andere noch anmeldet.

Was ist für Sie das Highlight in dieser Marathonwoche?

Dass wir etwas machen und den Läuferinnen und Läufern etwas bieten können. Auch zum Zeigen, uns gibt es noch. (lacht) Und wir sind auch das nächste Jahr bereit.

Das Programm:
Donnerstag: Rotsee, 6,3km. Freitag: Horw 4,5km. Samstag/Sonntag: «Virtual Challenge», 10km, Halbmarathon und Marathon. Das Startgeld beträgt 12 Franken. Anmeldungen für alle Events auf www.swisscitymarathon.ch