Kriens-Captain Fanger: «Wir verlieren unser Ziel nicht aus den Augen»

Der SC Kriens empfängt am Samstag (17.30, Kleinfeld) Rapperswil-Jona zum nächsten Abstiegsduell. SCK-Captain Daniel Fanger sagt, wieso Kriens das Spiel gewinnt.

Interview: Turi Bucher
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Weiss seit Stunde eins, um was es geht: Kriens-Captain Daniel Fanger (30). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Kriens, 9. Februar 2019))

Weiss seit Stunde eins, um was es geht: Kriens-Captain Daniel Fanger (30). (Bild: Martin Meienberger/Freshfocus (Kriens, 9. Februar 2019))

Haben Sie die Fasnacht gut «überstanden»?

Daniel Fanger: Gut und ohne Kapriolen. Wir hatten am Montag trainingsfrei, da habe ich mir den Umzug in Luzern zu Gemüte geführt. Am Dienstag musste ich früh zur Arbeit und hatte leider keine Zeit für die Krienser Fasnacht.

Apropos Arbeit. Als Marketingmanager beim Internationalen Skiverband sind Sie an Wochenenden oft in den Bergen, um die Rennen zu vermarkten, und fehlen somit im Krienser Team. Nicht zur Freude von Trainer Bruno Berner wahrscheinlich.

Das wird weder mit einem Zähneknirschen noch mit einem Knurren, sondern ganz pragmatisch respektiert. Es gibt Ski-Events, da muss ich dabei sein, da gibt’s kein Wenn und Aber. Und es gibt Rennen, bei denen ich zwischen Arbeit und SC Kriens abwägen und gewichten kann. Ich werde bis Ende März zwar noch in Veysonnaz und Megève tätig sein, sollte dem SCK aber für alle Spiele bis Saisonende zur Verfügung stehen.

Sie haben der NZZ kürzlich gesagt, dass eine Professionalisierung beziehungsweise Vorverschiebung des Trainingsbeginns in Kriens im Hinblick auf die nächste Saison aus beruflichen Gründen nicht in Ihrem Sinne wäre. Würde der Ligaerhalt des SC Kriens also gleich­bedeutend mit dem Ende Ihrer SCK-Karriere sein?

Der Ligaerhalt, die Trainingszeit, das Ende meiner SCK-Karriere – das alles ist noch weit weg. Klar ist, dass der Beruf mein Hauptstandbein ist, dass in meiner Zukunft der Beruf im Mittelpunkt steht.

So weit weg ist der Ligaerhalt oder dann halt der Abstieg gar nicht mehr. Wie kann Kriens sein Trauma der in den letzten zehn Spielminuten verlorenen Partien noch rechtzeitig bewältigen?

Wir können es nicht verleugnen, und es ist augenfällig, dass wir einige Male am Schluss des Spiels Punkte hergegeben haben. Doch das ein Trauma zu nennen? Das würde ich jetzt nicht unterschreiben. Natürlich haben wir dieses Thema mannschaftsintern angesprochen. Aber mit Beginn der Rückrunde haben wir gegen Winterthur und Schaffhausen auch bewiesen, dass wir ein Spiel siegreich über die Bühne bringen können.

Schade auch, dass dem SCK vor einer Woche im Cupviertelfinal gegen den FC Zürich der letzte Zwick, die letzte Cleverness fehlte.

Dieses «Schade» habe ich unterdessen gefühlte 127-mal gehört. Aber auch dieses «Schade» spielt uns nichts mehr in die Hände.

Was ist von Rapperswil-Jona am Samstag zu erwarten? Was für ein Spiel wird das?

Die haben zuletzt Wil 4:0 und Schaffhausen 2:0 geschlagen. Rapperswil kommt mit breiter Brust. Ich freue mich auf einen coolen Match.

Der SC Kriens hat nun zwei Heimspiele hintereinander, gegen Rapperswil und gegen Vaduz. Es sind akute Abstiegskampfspiele. Wie viele Punkte haben Sie budgetiert?

Ich muss hier eine Art Alte-Schule-Antwort geben: Wir nehmen ein Spiel nach dem andern. Zuerst interessiert mich die Partie vom Samstag gegen Rapperswil. Wir wollen erst mal den Punkt, den wir mit Beginn des Spiels haben, verteidigen. Und mit dem Spielverlauf wollen wir uns dann alle drei Punkte erkämpfen.

Auf einer Skala von 1 bis 10 – wo würden Sie den SCK mit seinem bisherigen Challenge-League-Auftritt einreihen?

Auf die Leistungen bezogen reihe ich uns zwischen 7 und 8 ein. Was das Resultat im Vergleich mit den Leistungen betrifft, würde ich eine 2 geben.

Eine 2? Sie gehen mit Ihrem SCK ganz schön hart ins Gericht.

Es ist die Realität. Wir sind auf dem 9. Rang. Mit dieser Platzierung – nochmals, im Vergleich mit dem, was wir auf dem Rasen so viel Gutes geboten haben – können wir nicht zufrieden sein.

Nennen Sie einen Grund, wieso Kriens den Ligaerhalt schaffen sollte.

Weil wir seit der Stunde eins wissen, um was es geht. Und dieses Ziel, den Ligaerhalt, werden wir nicht aus den Augen verlieren.

Und nennen Sie noch einen Grund, wieso Kriens am Samstag gegen Rapperswil gewinnt.

Die klassische Antwort wäre jetzt: Weil Kriens ein Tor mehr erzielt. Aber wir wollen jetzt daheim wirklich eine Siegesserie starten. Das Kleinfeld soll wieder zu einer schwer einnehmbaren Festung werden.