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Willisauer Ringer verlieren Finalspiel: «Wir werden wieder angreifen»

Das dritte und letzte Duell zwischen Willisau und Kriessern wird zur erwartet knappen Angelegenheit. Am Ende verlieren die Luzerner im Hexenkessel der BBZ-Halle knapp mit 17:18 und müssen weiter auf den 14. Meistertitel warten.
Stephan Santschi
Willisau Lions Mirco Studer (rot) gegen RS Kriesserns Steven Graf (blau) im Kampf in der 74-kg-Freistilklasse.Willisau Lions Mirco Studer (rot) gegen RS Kriesserns Steven Graf (blau) im Kampf in der 74-kg-Freistilklasse.
Stefan Reichmuth motiviert seine Teamkollegen.Stefan Reichmuth motiviert seine Teamkollegen.
Willisau Lions Dimitar Sandov (rot) gegen RS Kriesserns Gabor Molnar (blau) im Kampf in der 61-kg-Grecoklasse.Willisau Lions Dimitar Sandov (rot) gegen RS Kriesserns Gabor Molnar (blau) im Kampf in der 61-kg-Grecoklasse.
Willisau Lions Trainer Thomas Bucheli (R) spricht mit Lukas Bossert.Willisau Lions Trainer Thomas Bucheli (R) spricht mit Lukas Bossert.
Willisau Lions Marco Riesen (rot) gegen RS Kriesserns Noel Hutter (blau) im Kampf in der 97-kg-Freistilklasse.Willisau Lions Marco Riesen (rot) gegen RS Kriesserns Noel Hutter (blau) im Kampf in der 97-kg-Freistilklasse.
Willisau Lions Stefan Reichmuth (rot) gegen RS Kriesserns Philipp Hutter (blau) im Kampf in der 130-kg-Grecoklasse.Willisau Lions Stefan Reichmuth (rot) gegen RS Kriesserns Philipp Hutter (blau) im Kampf in der 130-kg-Grecoklasse.
Willisau Lions Stefan Reichmuth (rot) gegen RS Kriesserns Philipp Hutter.Willisau Lions Stefan Reichmuth (rot) gegen RS Kriesserns Philipp Hutter.
Stefan Reichmuth bejubelt den Sieg.Stefan Reichmuth bejubelt den Sieg.
Willisau Lions Timon Zeder (rot) gegen RS Kriesserns Urs Wild (blau) im Kampf in der 57-kg-Freistilklasse.Willisau Lions Timon Zeder (rot) gegen RS Kriesserns Urs Wild (blau) im Kampf in der 57-kg-Freistilklasse.
Willisau Lions Timon Zeder (rot) gegen RS Kriesserns Urs Wild (blau).Willisau Lions Timon Zeder (rot) gegen RS Kriesserns Urs Wild (blau).
Willisau Lions Timon Zeder (rot) liegt enttäuscht auf dem Boden.Willisau Lions Timon Zeder (rot) liegt enttäuscht auf dem Boden.
Willisau Lions Jonas Bossert (rot) gegen RS Kriesserns Ramon Betschart (blau) im Kampf in der 86-kg-Grecoklasse.Willisau Lions Jonas Bossert (rot) gegen RS Kriesserns Ramon Betschart (blau) im Kampf in der 86-kg-Grecoklasse.
Willisau Lions Jonas Bossert (rot) gegen RS Kriesserns Ramon Betschart.Willisau Lions Jonas Bossert (rot) gegen RS Kriesserns Ramon Betschart.
Willisau Lions Trainer Thomas Bucheli.Willisau Lions Trainer Thomas Bucheli.
Kriesserns David Hungerbühler lässt sich nach dem letzten Kampf feiern.Kriesserns David Hungerbühler lässt sich nach dem letzten Kampf feiern.
Enttäuschung bei den Lions Willisau nach der Finalniederlage.Enttäuschung bei den Lions Willisau nach der Finalniederlage.
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Ringen: Willisau – Kriessern

Die letzten Sekunden verrinnen, der Willisauer Andreas Vetsch versucht im letzten Kampf gegen David Hungerbühler alles. Doch der finale Lucky Punch will ihm nicht gelingen, trotz eines 3:1-Sieges gewinnen die Gäste aus Kriessern mit 18:17 und damit auch die Finalissima im Kampf um den Schweizer-Meister-Titel.

Zum dritten Mal in Serie sichern sich die Ostschweizer die Goldmedaille, derweil den Gastgebern wie schon im Vorjahr nur die Rolle des Gratulanten bleibt. «Das gurkt uns natürlich extrem an», sagt Vetsch mit traurigem Gesicht, während um ihn herum die Feierlichkeiten des Gegners ihren Anfang nehmen. «Im letzten Kampf einen 4:0-Sieg zu landen, ist extrem schwierig. Wenn man zu viel riskiert, liegt man plötzlich selber unten», resümiert er seinen verzweifelten Versuch, die Wende zu erzwingen.

Dass das dritte und letzte Duell in diesem Best-of-3-Final nicht mehr einen so klaren Sieger ergeben wird wie die ersten beiden Duelle (12:24, 29:9) war bereits im Vorfeld erwartet worden. «Das wird eine ganz knappe Sache», vermutet auch Verbandspräsident Werner Bossert eine halbe Stunde vor Wettkampfbeginn. Just in diesem Moment setzt die lokale Guggenmusik Ringligüüsser mit ihrer lupfigen Performance ein.

Die Halle ist mit 1850 Zuschauern sehr gut gefüllt, die Stimmung enthusiastisch. «In der Zentralschweiz haben nur der FC Luzern und der EV Zug mehr Leute im Stadion als die Willisauer Ringer», sagt Bossert und hält fest: «Das ist unser Jahreshighlight, eine ideale Plattform. Nochmals einen Final in Willisau austragen zu können, ist für uns wie ein Weihnachtsgeschenk.»

Auch das Schweizer Fernsehen macht seine Aufwartung und wird am Sonntag im Sportpanorama einen vierminütigen Beitrag zum Showdown ausstrahlen. Bossert, selber in Willisau zu Hause, hat die Entwicklung auf der Luzerner Landschaft mitgeprägt. 1990 war er als Aktiver mit dem Übernamen «Puma» noch selber dabei gewesen, als Willisau den ersten Meistertitel gewann. «Hier lebt man das Ringen, es ist über Jahre gewachsen. Das ist Herzblut.»

Schweiss, Blut und hitzige Diskussionen

Dann geht es los auf der Matte, die ersten Athleten gehen in den Infight, lautstark angefeuert von den beiden Fan­lagern. Kriessern erwischt den perfekten Start, geht dank eines Schultersieges des wiedergenesenen Urs Wild gegen Timon Zeder mit 4:0 in Führung. Willisau aber kontert, Stefan Reichmuth und Marco Riesen dominieren ihre Kontrahenten, heizen die Stimmung an.

Die Zweikämpfe werden zuweilen so aggressiv und heissblütig geführt, dass auch mal ein Kameramann an der Seite über den Haufen gerannt wird. Die Athleten schwitzen, mitunter tropft Blut auf die Matte. Wenn ein Zuschauer mit einem Schiedsrichter-Entscheid nicht einverstanden ist und dies unmissverständlich kundtut, kommt es auch mal zu einer kurzen Kopf-an-Kopf-Diskussion zwischen dem Zaungast und dem Unparteiischen. Bei strittigen Szenen wird wie im Fussball der Videobeweis genutzt. Nach fünf Duellen ist Pause, es steht 10:8 für Willisau. Alles ist offen.

Nach dem Wiederbeginn wendet sich das Schicksal gegen den Gastgeber. «Wir haben im zweiten Teil unglücklich gekämpft», wird Trainer Thomas Buche­li später sagen. Drei von fünf Kämpfen gehen verloren, aus der Führung wird ein 14:17-Rückstand, den Andreas Vetsch trotz heroischem Kampf nicht mehr ausgleichen kann.

Noch im Moment der Enttäuschung fasst Vetsch aber schon wieder neuen Mut, als er sagt: «Es gibt nichts Schöneres, als vor diesem Publikum zu ringen. Kleinigkeiten haben gegen uns entschieden. Die Suche nach dem Unterschied gleicht jener nach der Nadel im Heuhaufen.» Für die Zukunft gibt er sich kämpferisch. «Wir werden nicht müde, wir werden wieder angreifen. Irgendwann holen wir den Titel zurück nach Willisau.»

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