Yanik Kloters Tanz auf vier Hochzeiten

Manchmal macht sich Yanik Kloter, der junge Mann mit kongolesischen Wurzeln und prächtiger Afro-Look-Haarpracht, einen Spass daraus, Fragen über seinen Hintergrund lächelnd so zu beantworten: «Ich bin ein waschechter Entlebucher.» Was durchaus der Wahrheit entspricht, denn: «Meine Mutter stammt aus Hasle.»

Roland Bucher Roland Bucher
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Hatte an der Hallenhockey-Europameisterschaft in Bern allen Grund zum Jubeln: der Schweizer Nationalspieler Yanik Kloter aus den Reihen des Luzerner SC.

Hatte an der Hallenhockey-Europameisterschaft in Bern allen Grund zum Jubeln: der Schweizer Nationalspieler Yanik Kloter aus den Reihen des Luzerner SC.

Manchmal macht sich Yanik Kloter, der junge Mann mit kongolesischen Wurzeln und prächtiger Afro-Look-Haarpracht, einen Spass daraus, Fragen über seinen Hintergrund lächelnd so zu beantworten: «Ich bin ein waschechter Entlebucher.» Was durchaus der Wahrheit entspricht, denn: «Meine Mutter stammt aus Hasle.» Klein-Yanik gedieh prächtig, entpuppte sich als gelehriger Schüler und kleine Sportskanone, und gar manches Mädchen verguckte sich in den hübschen Nachbarsbuben. In der Nachbarschaft bemerkte auch Roland Eicher, der Trainer einer LSC-Frauenequipe, die sportliche Agilität des Springinsfelds und machte dem sieben Jahre jungen Knirps das Landhockey schmackhaft. «Es hat mich von der ersten Minute an gepackt – und nie mehr losgelassen», erzählt er, der bald steile Karriere machte, sich im NLA-Team des LSC zum Leistungsträger entwickelte und in der Logik auch Aufnahme in die Nationalequipe fand.

Diese hatte ihren grossen Wintersaison-Auftritt am Wochenende in der Berner Wankdorf-Halle, wo die Schweizer Hallenhockeyaner ihre beachtlichen Fortschritte erneut bestätigten und die Promotion in die 1. Division realisierten. Und gleichzeitig das Ticket für die Weltmeisterschaften 2015 in Leipzig lösten. «Darauf dürfen wir sehr stolz sein», betont Yanik Kloter, der auch in der Nationalmannschaft eine Schlüsselposition innehat und den Exploit zusammen mit seinen Teamkollegen am Sonntag in der Berner Altstadt würdig-ausgiebig feierte.

Deutschland, Spanien, Holland?

Der Hockeysport, in seiner Sommerversion olympisch und in vielen Ländern nach wie vor hoch beachtet, ist Facette 1 des umfangreichen Alltages von Yanik Kloter: «So zehn Stunden pro Woche investiere ich schon in diesen Sport», berichtet er, «wenn ich etwas anpacke, dann will ich es richtig tun. Ich bin ehrgeizig und habe mir vorgenommen, im Hockey meine Möglichkeiten auszuloten.» Der technisch beschlagene Stürmer und Torjäger hat sich mit hervorragenden internationalen Auftritten auch bei Grossklubs fremder Nationen ins Notizbuch gespielt, und der in Kriens wohnhafte Jungspund macht kein Geheimnis daraus: «Irgendeinmal will ich im Ausland tätig sein, dazulernen, für meine Entwicklung profitieren.»

Die fetten Futtertröge, die sind indes auch in Deutschland, Spanien oder Holland, wo Yanik Kloter einmal seine Hockey-Zelte aufschlagen möchte, kaum zu finden. «Manchmal», gesteht er, der eine Freundschaft mit dem ehemaligen FCL-Profi Benedikt Koller pflegt, «manchmal schleicht schon ein wenig Unverständnis empor, wenn man hört, was altersmässig vergleichbare sportliche Berufskollegen zum Beispiel im Fussball einstreichen können, aber ich liebe meine Sportart und habe meinen Entscheid nie bereut, dem Hallenhockey treu geblieben zu sein.»

Also, mit dem grossen Geld als Sportler im Ausland wirds nix, deshalb feilt Yanik Kloter auch an seiner beruflichen Karriere: Nummer 2 des derzeitigen Tanzes auf vier Hochzeiten ist der bevorstehende Abschluss seines Jus-Studiums im Sommer: «Dann wäre ich eigentlich frei für einen Wechsel ins Ausland», schmunzelt er, doch ganz so unkompliziert präsentiert sich die Situation nicht. Immerhin gesellt sich, was die Planung der kurz- und mittelfristigen Zukunft betrifft, auch noch eine junge, nette mit ihm verbandelte Frau in die Entscheidungsfindung, und schliesslich schenkt Yanik Kloter sein intellektuelles Kraftdenken auch der Juso Kriens, für welche er im Einwohnerrat sozialpolitisch votiert. «Ja, es ist ein Tanz auf vier Hochzeiten», lächelt der Umtriebige, «aber ich bin ja jung und bei Kräften. Ich werde mich sicher richtig entscheiden, was wann prioritär zu werten ist.» Das nimmt man ihm, der wohlüberlegt seine Gedanken zu sportlichen und privaten Zielen formuliert, durchaus ab.

«Schaut, wie spannend Hockey ist!»

Bald beginnt für Yanik Kloter und seinen Luzerner SC wieder die Feldsaison; hoch über der Stadt, auf dem Utenberg-Gelände, kämpft der traditionsreiche Verein wieder einmal um Meisterschafts-Gold. Und diese Message will der Mann, der bei diesem Unterfangen die entscheidenden Tore schiessen soll, noch loswerden: «Leute, kommt uns mal zuschauen. Landhockey ist eine sehr attraktive, spannende Sportart mit viel Leidenschaft und Euphorie.» Und beim LSC im Speziellen mit einem waschechten Entlebucher als Torjäger.

regionalsport@luzernerzeitung.ch