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YB-Captain Fabian Lustenberger: «Ich hatte vom FCL gar kein Angebot»

Fabian Lustenberger kehrt mit Meister YB am Sonntag (16.00) erstmals seit 2007 nach Luzern zurück, um gegen den Ex-Club zu spielen.
Daniel Wyrsch
YB-Captain Fabian Lustenberger (rechts) im Zweikampf mit dem Servettien Koro Koné. Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 21. Juli 2019)

YB-Captain Fabian Lustenberger (rechts) im Zweikampf mit dem Servettien Koro Koné. Bild: Peter Klaunzer/Keystone (Bern, 21. Juli 2019)

Vor zwölf Jahren hat Fabian Lustenberger (31) seinen letzten Match im Dress des FC Luzern bestritten. Am 29. Juli 2007 stand er im alten Allmendsta­dion vor 9916 Zuschauern für die Mannschaft von Ciriaco Sforza gegen die Young Boys (2:2) im Einsatz. Übrigens: Bei den Bernern spielten damals die heutigen FCL-Protagonisten Thomas Häberli und Christian Schwegler. Lustenberger hat keine guten Erinnerungen an diesen Match: «Das war eines meiner schlechteren Spiele. An das Resultat kann ich mich noch erinnern – und auch, dass Thomas Häberli damals bei YB auf dem Platz stand. Aber sonst ist von dieser Partie nicht mehr allzu viel hängen geblieben.»

Wenige Tage später wurde Fabian Lustenberger zum ersten Millionentransfer in der Geschichte des FC Luzern. Hertha BSC verpflichtete den zu dieser Zeit 19-jährigen Mann aus Nebikon für umgerechnet 1,5 Millionen Franken. Noch einmal fast so viel Geld kam in den folgenden fünf Jahren dank vertraglich fixierten Einsatzprämien hinzu. Beim damals schon klammen FCL waren die total gegen 3 Millionen Franken für Lustenberger sehr willkommen.

Seit Juni in Schenkon am Sempachersee zu Hause

Lustenberger spielte zwischen 2007 und 2019 für Hertha Berlin 220 Partien in der 1. Bundesliga und 51 in der 2. Bundesliga – zahlreiche andere Profis wären bereits glücklich mit einer Karriere in der Länge dieser zwölf Jahre. Der Luzerner kehrt am Sonntag mit dem Meister YB auf die Allmend zurück. Erstmals spielt er in der Swisspor-Arena. «Es wird sicher speziell sein, wieder in Luzern zu spielen. Ich werde mich aber ganz normal wie auf jedes andere Spiele vorbereiten.» Fabian Lustenberger wohnt mit seiner Familie nur wenige Kilometer entfernt in Schenkon am Sempachersee. Seine Frau ist vor zwei Jahren mit den Kindern in die Schweiz gezogen – «und ich bin nun seit Juni auch zu Hause. Wir fühlen uns als Familie sehr wohl in Schenkon. Unsere Jungs gehen zur Schule und in den Kindergarten.» Er geht davon aus, dass sie dort bleiben werden. Denn: «Es ist uns wichtig, dass die Kinder in ihrem gewohnten Umfeld aufwachsen.»

Viele Luzern-Fans hatten vergeblich gehofft, dass der verlorene Sohn im Sommer zu seinem Ausbildungsverein zurückkehrt. Warum hatte der FCL keine Chance gegen das Angebot von YB? Er erklärt: «YB bemühte sich schon sehr früh um mich und zeigte mir die Perspektiven für die nächsten Jahre auf. Das passte auf Anhieb. Ich hatte vom FCL kein Angebot, also konnte ich mich auch gar nicht gegen Luzern entscheiden.»

Der neue YB-Abwehrchef Lustenberger ist nicht der einzige Luzerner bei den Bernern. Trainer Gerardo Seoane und dessen Assistent Patrick Schnarwiler kommen auch aus der Region und sind ehemalige Ausbildner, Trainer und Profis des FCL.

Favre noch ein wenig detailverliebter als Seoane

Luzern-Profi Marvin Schulz hat diese Woche in einem Interview seinen Gladbacher Ex-Coach, Lucien Favre, mit Seoane verglichen. «Seoane ist ein Perfektionist wie Favre, und Gerry kann ebenfalls laut werden, wenn ihm etwas nicht passt», lobte Schulz den Stil der aktuellen Erfolgstrainer der Young Boys und von Dortmund. Lustenberger hatte in Berlin unter Favre gearbeitet und tut dies jetzt in Bern unter Seoane. Er sagt zu den erwähnten Parallelen: «Beide sind sehr konsequent, das stimmt. Ich würde jedoch sagen, dass Lucien Favre noch ein bisschen detailverliebter ist. Gerry macht aber bei YB zusammen mit dem Staff ebenfalls einen hervorragenden Job. Es macht grossen Spass, mit ihnen zu arbeiten.»

Von Seoane wurde Fabian Lustenberger bei YB sofort zum Captain-Nachfolger des zurückgetretenen Steve von Bergen ernannt. Wie geht er mit dieser zusätzlichen Bürde um? «Für mich ist es keine Bürde, ich sehe es vielmehr als Anerkennung und Wertschätzung.» Das knappe Ausscheiden am Dienstag in der Qualifikation zur Champions League in Belgrad gegen Roter Stern ist für die sich im Umbruch befindenden Berner enttäuschend. Zwei Tage hätten sie gebraucht, um die Enttäuschung zu verarbeiten, so Lustenberger. «Wir können viele positive Sachen mitnehmen und werden versuchen, in der Europa League eine gute Rolle zu spielen.»

Der FCL soll nach dem Sonntag wieder siegen

Der FC Luzern ist in den ersten fünf Ligarunden mit vier Punkten und der schwächsten Offensive (3 Tore) deutlich unter den Erwartungen geblieben und bereitet seinen Fans Sorgen. Trotzdem ist vom Heimweh-­Luzerner Fabian Lustenberger am Sonntag kaum Aufbauhilfe zu erwarten. Der Luzerner YB-Captain meint dazu nur: «Ich wünsche dem FCL, dass er diese schwierige Phase gut übersteht – und nach dem Spiel vom Sonntag auch wieder gewinnt.»

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