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YB ist Schweizermeister: Eine verdiente Wachablösung

Sportreporter Raphael Gutzwiler über Schweizermeister YB.
Raphael Gutzwiller, Bern
Raphael Gutzwiller

Raphael Gutzwiller

Der Berner Sport-Club Young Boys ist Schweizer Meister. Untypisch für seine jüngere Geschichte nutzt YB gleich den ersten Matchball zum Titel, gewinnt gegen den FC Luzern mit 2:1. Für die Berner ist es der erste Meistertitel seit 32 Jahren, die Young Boys sind es, die dem Ligadominator der vergangenen Jahre, dem FC Basel, nach acht Titeln in Folge den Meisterpokal entreissen können.

Man könnte sagen, YB sei nur Meister, weil der FC Basel in dieser Saison kriselte. Man könnte sagen, dass der Führungswechsel beim FC Basel von Bernhard Heusler und Georg Heitz zu Bernhard Burge­ner und Marco Streller nicht gut funktioniert habe, dass die neue Führung zu viel auf einmal ändern wollte – und dies schiefging. Man könnte sagen, dass aus dem FCB innerhalb eines Jahres aus einer starken Söldnertruppe noch eine gute, dafür baslerische Mannschaft wurde. Man könnte sagen, der neue FCB-Trainer Raphael Wicky hätte den gewünschten Erfolg nicht gebracht. Und man könnte sagen, Sportchef Marco Streller habe auf die falschen Pferde im Stall gesetzt, auf Spieler seine Hoffnungen gelegt, die seit Jahren der Bestform hinterherhinken, so etwa der Krienser Flügelspieler Valentin Stocker.

Doch es wäre falsch. Die Young Boys sind nicht der neue Meister, weil der FC Basel in dieser Saison für einmal schlecht war, sondern weil die Young Boys ihre beste Saison seit Jahrzehnten spielen. Weil sie all das richtig gemacht haben, was davor jahrelang falsch lief in Bern. Grossen Anteil daran haben die sportlichen Chefs beim BSC: Trainer Adi Hütter und Sportchef Christoph Spycher.

Der österreichische Trainer Adi Hütter hat fussballerisch aus dieser Mannschaft sehr viel herausgeholt. Er hat es verstanden, seiner Mannschaft die Überfalltaktik mit schnellem Umschaltspiel, hochstehendem Pressing und einem konsequenten Gegenpressing einzuimpfen. Ein System, das beim hochkarätig besetzten Kader sehr gut funktioniert. Dazu hat er das menschliche Gefühl, das es braucht, um ein Profikader von 24 Spielern zu führen, alle Spieler fühlen sich wichtig, ziehen an einem Strang. Es kommt nicht von ungefähr, dass der eigentliche Ersatzgoalie Marco Wölfli für den verletzten Stammkeeper David von Ballmoos derart gut hält. Zu einem Meistertitel braucht es mehr als nur elf oder vierzehn Spieler. Und das weiss Hütter. Wie schon bei seinem vorherigen Club RB Salzburg wird er mit den Young Boys Meister.

Ebenso grossen Anteil am sportlichen Erfolg hat Sportchef Christoph Spycher. Die Transfers des ehemaligen Nati-Verteidigers haben eingeschlagen: Während sein Vorgänger Fredy Bickel viele Spieler mit Erfahrung holte, setzt Spycher auf Jugend. Im letzten Sommer holte er unter anderem Djibril Sow (21), Roger Assalé (24), Jordan Lotomba (19), Kasim Nuhu (22), Christian Fassnacht (24) oder Jean-Pierre Nsame (24). Daneben setzte Spycher auf Altbewährtes mit grosser Erfahrung. So sind der ehemalige Nationalverteidiger Steve von Bergen (34), Superstürmer Guillaume Hoarau (34) oder Flügelspieler Miralem Sulejmani (29) Führungsspieler. Es ist eine perfekte Mischung.

Endlich haben die Berner den Fluch abgelegt, jede Saison auf der Zielgeraden noch zu «veryoungboysen». Sie hatten 32 Jahre lang dagegen angekämpft, wurden seit 1986 unglaubliche achtmal Zweiter der Liga, aber nie Erster. Nun stehen die Berner endlich wieder mal zuoberst in der Tabelle. Es ist verdient.

Raphael Gutzwiller, Bern

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