YB-Pechvogel Lustenberger macht's wie FCL-Angreifer Schürpf 

Der FC Luzern bezwingt Meister YB 2:0 – der dritte Sieg in Serie bringt das Team von Fabio Celestini aus der Abstiegsgefahr.

Daniel Wyrsch
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YB-Captain Fabian Lustenberger kommt am Samstag gegen den FCL (im Bild Francesco Margiotta) ins Straucheln.

YB-Captain Fabian Lustenberger kommt am Samstag gegen den FCL (im Bild Francesco Margiotta) ins Straucheln.

Philipp Schmidli / PHILIPP SCHMIDLI | Fotografie (Luzern, 1. Februar 2020)

Pascal Schürpf ist ehrlich, der 30-Jährige sagte, was er in der 81. Minute am linken Flügel beabsichtigte: «Ich spielte den Ball scharf rein, damit ihn einer berührt und ins Tor lenkt.» Prompt war da einer, der das 1:0 erzielte: Fabian Lustenberger. Der YB-Captain aus Nebikon wollte klären, «da geht der Ball im kurzen Eck rein. Ich habe mich falsch entschieden», gab der beim FC Luzern gross gewordene Profi zu.

Auf die unausweichliche Frage, ob dieses Eigentor für ihn in Luzern besonders bitter sei, antwortete der 31-jährige Innenverteidiger:

«Natürlich wäre ich ebenso enttäuscht, wenn mir so ein unglückliches Eigentor in Lugano oder Basel passiert wäre. Es ist egal, wo es geschah.»

Trotzdem dürfte es Fabian Lustenberger schmerzen, ausgerechnet in der Swisspor-Arena ein solches Malheur erlebt zu haben. Nur 23 Kilometer entfernt wohnt er heute mit seiner Familie in Schenkon am Sempachersee. Für den FCL hatte er einst 33 Spiele in der Super League (0 Treffer) absolviert, ehe er als 19-Jähriger im August 2007 für 1,5 Millionen Euro zu Hertha BSC wechselte.

Meyer liess Lustenberger kampflos zu YB gehen

Zwölf Jahre spielte der Defensivspezialist bei Hertha in Berlin, gehörte dort zu den prägendsten Figuren. Letzten Sommer hatte sich Luzern-Sportchef Remo Meyer gar nicht um eine Rückkehr von Lustenberger bemüht, wie dieser in einem Interview mit unserer Zeitung kundtat. YB machte das Rennen. Unter Gerardo Seoane, der im siebten Anlauf erstmals ein Trainerduell gegen Fabio Celestini verlor, wurde er sogleich zum Captain in Bern.

Lustenberger verteidigte die Leistung des Meisters bei der 0:2-Niederlage in Luzern:

«Das war kein schwarzer Abend und keine schlechte Leistung.»

YB habe mehr Chancen gehabt, «die Präzision und Entschlossenheit im Abschluss fehlten». Die gelb-rote Karte gegen Cédric Zesiger (74.) taxierte Lustenberger als regelkonform. Matchentscheidend sei dieser Platzverweis nicht gewesen.

Schürpf musste sich in Basel einiges anhören

Pascal Schürpf kennt das Gefühl von Fabian Lustenberger. «Zum Glück war ich diesmal nicht der Unglücksrabe.» Vor knapp zwei Monaten hatte er in Bern mit einem Eigentor zum 1:0-Endstand für YB eingenetzt. Eine Woche später machte er in Luzern einen Doppelpack zum 2:1-Sieg gegen Basel. «Als Ex-FCB-Spieler wurde ich danach in Basel angehauen, dass ich mit meinen Toren nicht Bern helfen solle», erzählte er zu Beginn der Vorbereitung. Nach dem Sieg am Samstag sagte Schürpf erleichtert: «Ich bin froh, konnten wir nach Basel und Zürich nun auch YB schlagen.»

Drei FCL-Vollerfolge in Serie – mit zwei Trainern. Gegen Basel hatte im letzten Spiel der Vorrunde noch der später freigestellte Thomas Häberli gecoacht. Vor einer Woche gegen den FCZ (3:2) gelang dem Nachfolger das Debüt, nun feierte Fabio Celestini bei der Heimpremiere auch noch einen Sieg über den Leader. Was hat er verändert? «Neuer Trainer, neue Ideen. Wir waren topeingestellt, alles ist aufgegangen», sagte Schürpf, «wir haben die Zweikämpfe angenommen und die Spieler, die reingekommen sind, lieferten». Das 2:0 in der 93. Minute war eine Co-Produktion der eingewechselten Shkelqim Demhasaj, David Mistrafovic und Blessing Eleke, dem Torschützen.

Luzern ist weg von der Abstiegszone. Schürpf stellte fest, dass alle über sich hinausgewachsen sind. Pascal Schürpf:

«Nur so geht es beim FCL.»
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