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Nach Niederlage gegen Valencia – YB-Sportchef Spycher: «Wir sind bereit für den FC St.Gallen»

Sportchef Christoph Spycher ist angetan von der Arbeit, die sein Trainer Gerardo Seoane bei den Young Boys derzeit leistet. Und er ist überzeugt, dass die Mannschaft für die Aufgabe heute um 16 Uhr in St.Gallen bereit ist.
Pascal Berger
Christoph Spycher (rechts) mit seinem Trainer Gerardo Seoane vor dem Spiel gegen Valencia. (Bild: Keystone)

Christoph Spycher (rechts) mit seinem Trainer Gerardo Seoane vor dem Spiel gegen Valencia. (Bild: Keystone)

Als die Young Boys am Donnerstagnachmittag aus Valencia zurückkehrten, war dieses 1:3 vom Vorabend in der Champions League natürlich noch ein Thema. Aber neben der Aufarbeitung der Niederlage galt die Aufmerksamkeit bereits wieder der nächsten Aufgabe in der Super League. Die Reise führt heute in die Ostschweiz, und Sportchef Christoph Spycher sagt: «Wir haben uns rasch nach dem Mittwoch intensiv mit dem befasst, was auf uns zukommt, und den Spielern vermittelt, dass der FC St.Gallen seine Chance auch darin sieht, dass sich bei uns ein Substanzverlust nach dem Match in Valencia bemerkbar machen könnte.» Aber er fügt an: «Wir sind bereit für die Herausforderung.»

Der 40-Jährige ist ein kluger Kopf, der in Bern grösste Anerkennung geniesst, weil er umsichtig handelt und mit feinem Händchen bei der Kaderzusammenstellung massgeblichen Anteil daran hatte, dass die Young Boys in der vergangenen Saison eine 32 Jahre währende Durststrecke mit dem Meistertitel beendeten. Und als Trainer Adi Hütter im Sommer zu Eintracht Frankfurt in die Bundesliga wechselte, präsentierte Spycher eine überraschende, aber eben auch ideale Lösung: Gerardo Seoane. Es war nicht so, dass die Berner den Plan hatten, zwingend einen Jungtrainer installieren zu wollen.

Seoane macht Werbung in eigener Sache

Aber Spycher, der Seoane aus gemeinsamen Spielerzeiten bei den Grasshoppers kannte, hatte nur Gutes vom Coach gehört, der im Januar beim FC Luzern zum Cheftrainer befördert worden war. Und in seinen ersten Monaten auf Profistufe vor allem auch eines machte: Werbung in eigener Sache. Spycher lud Seoane zu einem Gespräch ein und wusste hinterher: Das muss unser neuer Trainer werden. Jetzt, fünf Monate später, meldet Spycher: «Wir sind total happy mit ihm. Er ist ein akribischer Arbeiter mit einer unaufgeregten Art.»

Es gab Zweifler, es gab skeptische Stimmen, die fragten: Wie geht Seoane mit Arrivierten um? Bekommt er die Akzeptanz? Solche Fragen beantwortete er mit Taten. Die Spieler spürten, dass der Neue mit Fachkompetenz überzeugt, «dass er sehr viel drauf hat», um es mit Spychers Worten zu formulieren. Seoane baute eine Bindung zum Team auf, und natürlich half ihm der schnelle Erfolg, noch rascher als erwartet in seinem neuen Wirkungsfeld anzukommen. YB reihte Sieg an Sieg, YB qualifizierte sich für die Champions League, YB drehte Partien im Cup, die bereits verloren schienen.

In der Meisterschaft äussert sich die Dominanz mit deutlichem Vorsprung auf den FC Basel; im Cup ist der Viertelfinal erreicht. Und in der Champions League? Liest sich die Bilanz nach vier Runden nicht so gut. Drei Niederlagen gab es, dazu ein Unentschieden beim 1:1 gegen Valencia im Heimspiel. Für Spycher macht man es sich zu einfach, nur anhand der nackten Resultate zu urteilen. «Es soll keine Ausrede sein, aber in keiner Partie lief es für uns», sagt er. Nur in Turin gegen Juventus bestand keine Aussicht auf einen Punktgewinn, zu gross war der Respekt der Schweizer, zu souverän der Auftritt des italienischen Serienmeisters mit der Ambition, die Königsklasse zu gewinnen.

Der Alltag heisst Super League

Spycher sagt zum Abschneiden in der Champions League: «Verschiedene Faktoren führen zur Bilanz, wie sie jetzt vorliegt: Wir haben es nicht geschafft, das Glück zu erzwingen.» Und er fügt an: «Wir haben auch etwas Lehrgeld bezahlen müssen.» Der jüngste Auftritt in Valencia ist für ihn ein bestes Beispiel dafür. Für Spycher passt das Ergebnis nicht zur Leistung. Nur ändert dies letztlich nichts daran, dass sich die Rangliste der Königsklasse für die Berner nicht gleich erfreulich liest wie die der Super League: Platz vier nach vier Runden – die Aussichten, europäisch zu überwintern, stehen nicht eben günstig.

Nun geht es für die Berner darum, das Erlebnis im mächtigen Mestalla-Stadion von Valencia hinter sich zu lassen und sich den Hausaufgaben zu widmen, also: der Super League und dem Spiel auswärts gegen den FC St.Gallen. Wobei Spycher auf eines immer wieder hinweist: «Wir laufen nicht einfach so durch die Liga. Da sind wir schon realistisch genug.» Und: «Elf Siege in dreizehn Spielen, das ist eine Bilanz, die natürlich wunderbar ist. Aber wir können nicht ohne weiteres davon ausgehen, dass es in diesem Stil weitergeht.» Gleichzeitig betont der ehemalige Nationalspieler und Akteur von Frankfurt, dass selbst bei zwei Niederlagen nacheinander in Bern keine Unruhe aufkäme: «Wir hoffen nicht, dass wir zweimal in Folge verlieren. Sollten wir es einmal nicht vermeiden können, werden wir ganz bestimmt nicht nervös.»

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