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Young Boys hat nach 1:3 in Valencia kaum Chancen auf ein Weiterkommen

Die Young Boys verlieren in ihrem vierten Gruppenspiel zum dritten Mal. Nach dem 1:3 in Valencia sind die Chancen auf ein Weiterkommen nur noch minimal.
Jakob Weber, Valencia
Schwerer Stand: YB-Verteidiger Kevin Mbabu (links) gegen Santi Mina. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Valencia, 7. 11.))

Schwerer Stand: YB-Verteidiger Kevin Mbabu (links) gegen Santi Mina. (Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Valencia, 7. 11.))

In Valencia wird seit 2007 ein neues Stadion gebaut. Bis heute ist das ursprünglich für 2010 geplante Nou Mestalla nicht fertig. Finanzielle Sorgen führen immer wieder zu Baustopps. Auch momentan sind keine Arbeiter auf der Baustelle. Trotzdem soll das Stadion 2021 endlich fertig sein. Was das mit dem YB-Spiel zu tun hat? Zum einem durften die ­Berner wegen der Verzögerungen gestern im altehrwürdigen Mestalla, dem Stadion mit der steilsten Tribüne Europas, auflaufen. Zum anderen erinnerte das Spiel der Berner irgendwie an den verkorksten Stadionbau.

Vor dem vierten Champions-League-Spieltag sind die Young Boys – wie der FC Valencia 2007 vor dem Beginn der Bauarbeiten – frohen Mutes. Die starke zweite Halbzeit beim 1:1 im Hinspiel vor zwei Wochen und die Erfolge in Liga und Cup, wo die Young Boys teilweise trotz Rückstand noch gewannen, haben den gelbschwarzen Tank ordentlich mit Selbstvertrauen gefüllt. Valencia, das in der Primera Division bislang nur einmal gewonnen hat und als Tabellenfünfzehnter zu Hause seit Mai auf einen Sieg wartet, scheint schlagbar.

YB-Trainer Gerardo Seoane muss sich für die letzten beiden Gruppenspiele etwas einfallen lassen (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Vorentscheidung kurz vor der Pause: Santi Mina (im weissen Trikot) trifft nach 42 Minuten zur 2:1-Führung für Valencia (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Grenzenloser Jubel bei YB-Stürmer Roger Assalé nach dem 1:1-Ausgleich in der 37. Minute (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/KAI FORSTERLING)
Doppeltorschütze: Der Spanier Santi Mina erzielte für Valencia die Tore zum 1:0 (14.) und 2:1 (42.) (Bild: KEYSTONE/AP/ALBERTO SAIZ)
Die Startelf der Young Boys unmittelbar vor dem Anpfiff im Estadio Mestalla in Valencia (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
YB's Mittelfeldspieler Sekou Sanogo fliegt nach einem harten Einsteigen in der 77. Minute mit der Roten Karte vom Platz (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
Rund 1200 YB-Fans unterstützen das Team in Valencia (Bild: KEYSTONE/ANTHONY ANEX)
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Auch Valencia zu stark für die Young Boys

Doch in der Startphase folgt – analog zum Baustopp beim ­Stadion 2009 – der erste Rückschlag. Zunächst hat YB Glück, dass Rodrigos Treffer (4.) wegen einer vermeintlichen Abseitssi­tuation nicht zählt. Zehn Minuten später geraten die Gäste doch in Rückstand. Erst unterläuft Captain Von Bergen einen Ball. Dann schauen Sow, Lauper und Mbabu nur zu, wie das Leder über Soler und den Pfosten direkt vor die Füsse von Torschütze Mina fällt.

Assalé sorgt kurz für Hoffnung

Doch wie 2011, als Valencia für die Stadionfinanzierung eine Übereinkunft mit einem spanischen Kreditinstitut bekanntgibt, hat auch YB gestern einen Lichtblick. Nach einem Ballgewinn von Sanogo in der 37. Minute kontern die Young Boys über Hoarau, Fassnacht und Assalé. Dieser legt sich den Ball im Strafraum mit der Sohle vor und versenkt ihn mit einem Vollspannschuss im langen Eck. Doch nur drei Minuten nach dem Ausgleich schlägt Valencia zurück. Wieder steht die Berner Verteidigung auf einer ­Linie und muss mit ansehen, wie Mina seinen Fuss in die gut getimte Flanke von Soler hält und seinen zweiten Treffer markiert. Und ja. Die spanische Finanzkrise sorgt 2012 dafür, dass dem FC Valencia der Kredit in dreistelliger Millionenhöhe wieder entzogen wird.

Nach der Pause zahlt ein weiterhin viel zu fehleranfälliges YB Lehrgeld. Valencia kontrolliert das Geschehen und lässt keine weiteren Chancen zu. Stattdessen setzen die Spanier in der 56. Minute einen weiteren Nadelstich. Valencia spielt mit einer feinen Kombination gleich drei Berner aus. Soler läuft alleine auf von Ballmoos zu und verwandelt souverän. Das 3:1 ist die Vorentscheidung. YB verliert aber nicht wegen dieser Aktion, sondern weil es zu viele Fehlpässe spielt und in der Defensive zweimal den Gegner aus den Augen verliert. In den kommenden Spielen gegen Manchester United und Juventus Turin muss jetzt ein Wunder her, um europäisch zu überwintern.

In Valencia glaubt übrigens kaum einer daran, dass das Nou Mestalla, wie 2017 angekündigt, 2021 bezogen werden kann.

Valencia – Young Boys 3:1 (2:1). 36 480 Zuschauer. – SR Kovacs (ROU). – Tore: 14. Santi Mina 1:0. 37. Assalé 1:1. 42. Santi Mina 2:1. 56. Soler 3:1.

Valencia: Neto; Wass, Garay, Gabriel, Gaya; Soler, Kondogbia (87. Ruben Vezo), Coquelin, Guedes; (75. Torres) Rodrigo, Santi Mina (68. Gameiro).

Young Boys: Von Ballmoos; Mbabu, Lauper, Von Bergen, Benito; Fassnacht (60. Nsame), Sow, Sanogo, Moumi Ngamaleu (46. Sulejmani); Assalé, Hoarau (75. Aebischer).

Noten

David von Ballmoos (3,5)

Ein frustrierender Abend. Drei Gegentore und keine einzige gelungene Parade. An ihm lag es nicht – das ist trotzdem ein schwacher Trost.

Kevin Mbabu (3,5)

Es gab schon manche Spiele, die er prägte. Gestern ist das anders. Zwar stets bemüht, aber die entscheidenden Durchbrüche gelingen nicht. em nichts.

Sandro Lauper (3,5)

Was gefällt: Er traut sich etwas zu. Starke vertikale Pässe. Auch manch ein guter Zweikampf ist dabei. Aber: In der Summe viel zu viele Fehler.

Steve von Bergen (2,5)

Sein Abwehrverhalten vor dem 0:1 ist stümperhaft. Was schlecht beginnt, wird danach nicht mehr besser. Ein Abend voller Tiefpunkte.

Loris Benito (3)

Alle drei Gegentore fallen über seine linke Abwehrseite. Ohne krasse Fehler, aber irgendwie trotzdem stets ein bisschen zu weit weg von den Gegnern.

Christian Fassnacht (3)

In solchen Spielen müsste mehr kommen von ihm. Sieht kaum Bälle, hat wenig Bindung zum Spiel. Kurz: eine Enttäuschung.

Djibril Sow (4)

Der Start ist stark. In manchen Momenten hat er die Obhut im Mittelfeld. Sein Einfluss nimmt aber je länger, je mehr ab. Bis er am Schluss ganz abtaucht.

Sékou Sanogo (3,5)

Sieht in der 76. Mintue die rote Karte. Trifft den Gegner zwar ohne Absicht, aber eben doch heftig. Zuvor: zwischen solid und gut, erobert einige Bälle.

Nicolas Moumi Ngamaleu (3)

Ein Auftritt zum Vergessen. Früh verwarnt, dann weiter ungestüm und fast vom Platz gestellt. Dazu eine Topchance vergeben. Zur Pause raus.

Guillaume Hoarau (3)

Es ist nicht sein Abend. Leitet zwar das 1:1 ein. Ansonsten aber erstaunlich blass. Die Valencia-Abwehr hat ihn zu jeder Zeit im Griff.

Roger Assalé (4,5)

Zwei Gesichter. Mal schlägt er stümperhaft über den Ball. Mal trifft er herrlich. Insgesamt der aktivste Berner. Entfacht immerhin manchmal Wirbel.

Miralem Sulejmani (3)

In der 46. Minute für Ngamaleu eingewechselt. Passt sich dem behäbigen Berner Spiel an. Dazu kommen einige schwache Eckbälle.

Jean-Pierre Nsame (3)

In der 60. Minute für Fassnacht eingewechselt. Ohne Einfluss.

Michel Aebischer (ohne Note)

In der 75. Minute für Hoarau eingewechselt. Zu kurz für eine Bewertung.

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