Zentralschweiz
Ohne Zertifikat an der Winteruniversiade gibt’s kein Zmorge

Bei der Universiade werden alle Teilnehmenden geimpft sein. Aber beim russischen Impfstoff braucht es zusätzliche Lösungen.

Jule Seifert
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Wenn vom 11. bis 21. Dezember in Luzern die internationalen Studierenden gastieren, sind sie geimpft. Doch geimpft ist nicht geimpft. Neben dem negativem PCR-Test zeigen alle Teilnehmenden des Multisportevents in der Zentralschweiz und Graubünden ihren Impfnachweis bei der Akkreditierung vor. So sind die Vorgaben des Universiade-OKs und des Internationalen Hochschulverbands. Jedoch ist der Nachweis nicht immer ein Covid-Zertifikat des Bundes.

Der Europaplatz wird im Dezember zum Treffpunkt für die Sportler und die Bevölkerung werden.

Der Europaplatz wird im Dezember zum Treffpunkt für die Sportler und die Bevölkerung werden.

Bild: Boris Bürgisser (Luzern, 05. Mai 2021)

Das bedeutet: Obwohl die Delegationen komplett geimpft sind, wird das Covid-Zertifikat zusätzliches Testen bei der Universiade erfordern. Denn nicht alle verwendeten Impfstoffe sind in der Schweiz zugelassen. Das gilt derzeit für die chinesischen Impfstoffe «Vero» und «Coronavac» und den russischen Impfstoff «Sputnik». Geimpfte Personen mit diesen Impfstoffen bekommen momentan nur in Ausnahmefällen ein Schweizer Covid-Zertifikat.

500-800 Personen müssen getestet werden

Und dieses Zertifikat brauchen die Gäste, die während der Universiade in Hotels untergebracht sind, zum Beispiel für den Zugang zum Frühstücksraum. Personen, die mit «Sputnik» geimpft wurden, müssen sich dafür regelmässig testen lassen. Der Impfstoff entspricht nicht den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation. Das gleiche Prozedere «droht» auch denjenigen, die mit den chinesischen Impfstoffen geimpft wurden. Zwar ist für sie die Einreise in die Schweiz ohne negativen PCR-Test möglich, das Covid-Zertifikat wird jedoch nur unter bestimmten Umständen ausgestellt. Das Universiade-Team hofft, dass der Bund diese Regelung noch erweitert und für die chinesischen Impfstoffe ein 30 Tage gültiges Covid-Zertifikat ausstellt.

Zu diesem Zeitpunkt gehen die Organisatoren von 500 bis 800 Personen aus, die geimpft sind, aber kein Zertifikat erhalten. Welcher Test verwendet wird und wo die Teststationen sein werden, wird derzeit noch erarbeitet. Wahrscheinlich ist, dass alle zwei Tage getestet wird, voraussichtlich an allen Sportstätten, so die Organisatoren.

500'000 Franken für Covid-Massnahmen

Die Testkosten werden von der Universiade übernommen. «Uns ist wichtig, dass für alle Nationen ein Start an der Winteruniversiade möglich ist, wofür der Zugang zum Zertifikat eine Voraussetzung ist», erklärt OK-Geschäftsführer Urs Hunkeler. Die Universiade damals zu verschieben, kostete Geld. Das wussten die Organisatoren. Für die gesamten Covid-19-Massnahmen wurden 500'000 Franken veranschlagt. «Die Pandemie ist ein dynamischer Prozess», sagt Urs Hunkeler. «Wir passen unsere Massnahmen immer den aktuellen Umständen an.»

Nicht nur für die Organisatoren, auch für die Sportler bedeutet das Testen einen Mehraufwand. Dennoch: Das Interesse an einer Teilnahme an der Winteruniversiade ist gross, wie ein Blick in das provisorische Meldeergebnis mit 57 Nationen zeigt. Keine Nation habe sich aufgrund der Impfpflicht zurückgezogen, erzählt Urs Hunkeler.

Kein Zertifikatsproblem haben die Delegationen aus dem Schengen-Raum. Das in der EU gültige Zertifikat ist auch in der Schweiz kompatibel. Auch die nordamerikanischen Delegationen können das Schweizer Zertifikat beantragen. Für Drittstaaten ist dies seit gut einer Woche möglich, vorausgesetzt, es handelt sich um einen in der EU zugelassenen Impfstoff.

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