Volleyball
Berg- und Talfahrt von Volley Luzern

Rückschlag für die Zentralschweizer in der NLA: Beim Zweitplatzierten Näfels unterliegen sie in drei Sätzen.

Alex Piazza
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Die Luzerner Alex Lengweiler und Peer Harksen versuchen, einen Angriffsball von Näfels zu blocken.

Die Luzerner Alex Lengweiler und Peer Harksen versuchen, einen Angriffsball von Näfels zu blocken.

Bild: Jakob Hefti

Vor zwei Wochen überraschte Volley Luzern mit einem spektakulären 3:2-Sieg gegen den bis dahin ungeschlagenen NLA-Leader Chênois Genf. An diesem Wochenende setzte es gegen das Zweitplatzierte Näfels eine deftige 0:3-Klatsche ab.

Eine Luzerner Berg- und Talfahrt also, wie durchgehend in den ersten beiden Dritteln der Saison. 6 Siegen stehen 5 Niederlagen gegenüber. In der Tabelle liegen die Luzerner auf Rang 5, in Tuchfühlung allerdings mit den Playoff-Plätzen. Die Zwischenbilanz zur Weihnachtspause fällt aus Luzerner Sicht deshalb durchaus positiv aus: Die Mannschaft ist zu einer verschworenen Einheit gereift und das Saisonziel, das Erreichen der Playoffs, ist weiterhin in Griffnähe. Letztes Jahr lag man zum selben Zeitpunkt abgeschlagen am Tabellenende.

Luzern-Coach gibt sich selbstkritisch

Auch Trainer Ignacio Verdi kann der ersten Saisonhälfte viel Gutes abgewinnen: «Mein Team gibt nicht auf, ehe der Ball den Boden berührt hat.» Dieser unbändige Kampfgeist sei der Hauptgrund, weshalb Volley Luzern – mit Ausnahme von Näfels – bisher alle Gegner mindestens einmal schlagen konnte. Lobende Worte findet der Italo-Argentinier auch für die Aggressivität im Angriff. Trotzdem gibt sich Verdi selbstkritisch: «Wir müssen taktisch besser und vor allem konstanter werden.» Die «schwarzen Löcher», die immer wieder mal vorkommen, haben den Luzernern viele Sätze gekostet. Und technisch? «Wir greifen noch zu schematisch über die Diagonale an, unser Angriffsspiel muss variabler werden», so Verdi. «Ausserdem müssen wir cleverer werden und weniger überhastet agieren. Wenn du 18:13 in Führung bist, kannst du mal einen Überraschungscoup riskieren; bei 16:14 musst du einfach nur den Punkt machen.» Das Fazit des Trainers: «Wir haben in den nächsten Wochen viel Arbeit vor uns.»

Der Match gegen Näfels ist schnell erzählt. Im ersten Satz hielt Luzern lange mit, ehe sich das Heimteam mit fünf Punkten absetzen konnte. Am Ende stand es 25:19. Der zweite Satz war spannender. Nach einem Blitzstart der Glarner (6:2) und einem Time-out von Luzern-Coach Verdi drehten die Gäste aus der Zentralschweiz den Satz und lagen zwischenzeitlich mit vier Toren in Front. Doch auch in diesem Fall kehrte Näfels bei Service ihres finnischen Topskorers Antti Ropponen das Ergebnis zu seinen Gunsten. Das war der Knackpunkt im Spiel der Luzerner. Auch wenn sie die beiden letzten Sätze nur ganz knapp verloren, den zweiten mit 23:25, den dritten mit 24:26. Der auffälligste Näfelser war in der Schlussphase der Kolumbianer Leandro Mejia, der letzte Saison noch das Trikot von Volley Luzern getragen hatte. Bei Volley Luzern konnte Dominik Lubina den verletzungsbedingten Ausfall von Topskorer Valdas Listanskis in keiner Weise kompensieren. Und Mejias Nachfolger Fall Serigne war diesmal nicht gesehen. Bester Luzerner war am Samstagabend Nationalspieler Alex Lengweiler.