American Football
Es ist «bombastisch» gelaufen – Plan der Luzern Lions geht auf

Die Luzern Lions bezwingen den Gast aus Fribourg mit 21:0. Der NLB-Final im American Football bleibt damit in Reichweite.

Stephan Santschi
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Lions-Spieler Reto Rast (am Ball) läuft durch die gegnerische Defense.

Lions-Spieler Reto Rast (am Ball) läuft durch die gegnerische Defense.

Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 15. Mai 2022)

Die Spieler der Luzern Lions waren aus dem Häuschen, jauchzten und hüpften. Die rund 200 Zuschauer auf der Allmend Süd applaudierten entzückt. Trainer Sascha Gaveau schritt derweil mit einem zufriedenen Lächeln an der Seitenlinie entlang und befand:

«Diesen Spielzug haben wir erst in dieser Woche in unser Training aufgenommen, ich wollte ihn diesmal unbedingt bringen. Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht. Bombastisch!»

Die Rede ist von jenem emotionalen Moment, der die hart umkämpfte NLB-Partie gegen Fribourg entscheiden sollte.

Und so war es passiert: Das dritte Viertel neigte sich dem Ende entgegen, Luzern führte nach einem Touchdown von Carl Holdt mit 7:0, tat sich in der Vorwärtsbewegung allerdings schwer. Dann kam Nathan Tompsett an den Ball, spielte zur Überraschung aller einen weiten Pass auf Wide Receiver Nico Helfenstein, der ihn im Fliegen unter Kontrolle brachte. «Ich schaute zuerst, ob ich ihn wirklich gefangen hatte», erzählte Helfenstein. «So einer musste mal raus.»

Aussprache nach ungenügendem Start

Die verbliebenen Yards überbrückte Luzern anschliessend souverän, Reto Rast marschierte unberührt durch die gegnerische Defense, bewerkstelligte den zweiten Touchdown. Und da Helfenstein seinen zweiten von insgesamt drei Zusatzpunkten buchte, führten die Luzerner zu Beginn des Schlussviertels mit 14:0. Kurz darauf setzten sie ein Schmankerl obendrauf: Fribourg versuchte, sich mit einem Punt (langer Kick) zu befreien, Tompsett warf sich jedoch entgegen, blockte das «Ei», brachte es in der Endzone unter Kontrolle und drückte es zum dritten Touchdown auf den Boden.

Die Luzern Lions kamen damit am fünften NLB-Spieltag zu einem blitzsauberen 21:0-Sieg gegen das Tabellenschlusslicht. «Es war heiss, ein paar Unkonzentriertheiten waren dabei, im Grossen und Ganzen bin ich aber zufrieden. Wir haben umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben», resümierte Trainer Gaveau. Das war in den vergangenen Wochen nicht immer der Fall. Die Mannschaft strebt zwar nicht nach dem Aufstieg in die NLA, dafür scheint die Zeit nach dem Abstieg im Jahr 2020 noch nicht reif. Den Einzug in den NLB-Final der besten Zwei möchte sie indes schon erreichen.

«Dafür mussten wir kürzlich das Mindset unserer Spieler verändern. Es gab eine Aussprache»,

so Gaveau. Jeder Akteur hielt fest, was ihm nicht passte, warum es nicht nach Wunsch lief. Neben den Siegen gegen Biel (33:13) und Genf (42:7) setzte es nämlich auch zwei unnötige Niederlagen gegen St.Gallen (5:6) und Argovia (9:14) ab. «Wir hatten Angst vor der eigenen Courage. Nun haben wir im Training aber mehr Schwung. Und auch vor dem Spiel herrscht eine andere Stimmung, das Team ist konzentrierter», bemerkt Gaveau. Der Ur-Schrei von Raphael Dobmann vor dem Kick-off lenkte jedenfalls auch die Aufmerksamkeit im angrenzenden Restaurant auf den Footballplatz.

«Jede Partie ist wie ein Final für uns»

Die Vorrunde der NLB ist damit beendet, Luzern spielte gegen jeden seiner fünf Kontrahenten einmal, steht aktuell auf dem dritten Platz. «Jede Partie ist nun wie ein Final für uns», betont Helfenstein. «Wir dürfen uns keinen Fehltritt mehr leisten, müssen jedes Spiel gewinnen», sagt Gaveau. Dann ist er noch erreichbar, der Platz in den Top 2, der dem Team am 9. Juli die Teilnahme am NLB-Final ermöglichen würde.

NLB. 5. Spieltag: Luzern Lions – Fribourg Cardinals 21:0. – Rangliste: 1. St.Gallen 5/10. 2. Argovia 4/6. 3. Luzern 5/6. 4. Biel 5/4. 5. Genf 4/2. 6. Fribourg 5/0. – Bemerkung: Top 2 bestreiten NLB-Final.