Fussball
0:4 bei den Kickers Luzern: Dieser Start tut dem FC Sursee weh

Dem FC Kickers Luzern (2. Liga interregional) glückt der Saisoneinstieg: 4:0-Sieg im Derby gegen den FC Sursee.

Ruedi Vollenwyder
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Die Gegenwehr der Surseer mit Pascal Ehrler (links) ist zwar da, aber beim FC Kickers Luzern mit Philippe Fischer (rechts) geht in diesem Spiel praktisch alles auf.

Die Gegenwehr der Surseer mit Pascal Ehrler (links) ist zwar da, aber beim FC Kickers Luzern mit Philippe Fischer (rechts) geht in diesem Spiel praktisch alles auf.

Bild: Nadia Schärli (Luzern, 20. August 2022)

So hat sich Sursees Trainer Daniel Feuchter das erste von 14 Vorrunden-Auswärtsspielen nicht vorgestellt. 0:4 musste sich seine Mannschaft beim FC Kickers Luzern beugen. Die nach dem Schlusspfiff vor der Spielerbank versammelten, konsterniert in die «triste Fussballwelt» blickenden Sursee-Spieler brauchten sehr viele aufbauende Worte vom besonnen agierenden Trainer, um das zu hohe 0:4 zu verarbeiten. «Wenn meine Jungs nach dieser Niederlage nicht enttäuscht gewesen wären, wäre dies fatal. Ich versuchte sie etwas aufzumuntern und rückte die positiven Aspekte in den Vordergrund», verweist er auf die Themen seiner Rhetorik.

Er kennt auch den Grund, weshalb sein Team nicht reüssierte.

«Wie schon in der letzten Saison ist es die Ineffizienz. Auch gegen die Kickers hatten wir in der ersten Halbzeit gute Möglichkeiten, um das Spiel für uns in die richtige Richtung zu leiten.»

So scheiterte Herolind Cikaqi an Goalie Luca Bühlmann (3.), vergab Emanuel Pinto (14.) seine Möglichkeit und verzog Aaron Galliker (19.) bei seinem Abschuss ins entferntere Eck nur knapp. «Mit einem 1:0 im Rücken wäre dieser Match wohl anders gelaufen», sinnierte Daniel Feuchter.

Zwei Kickers-Zugaben in der Nachspielzeit

Dass das erste Tor in diesem typischen Saisonstartmatch von entscheidender Bedeutung sein würde, das sah auch sein Trainer-Antipode Faras Pour Hayavi so. «Nach einer ersten Halbzeit, in der wir uns im Gegensatz zu Sursee kaum eine Chance erarbeiten konnten, zeichnete sich ab, dass dasjenige Team, dem das 1:0 gelingt, wohl auch die drei Punkte einheimst.» Es waren die Kickers. In der 52. Minute profitierte Routinier Sandro Villiger von einem perfekten Rückpass durch den Strafraum vom Jungspund Abel Yosief und schoss zum 1:0 ein. Die endgültige Entscheidung in diesem vom Kampf geprägten Derby fiel in der 87. Minute. Der sehr agile Abdel Yosief lief in einen missglückten Rückpass, umspielte auch den sonst wenig geprüften Sursee-Goalie Shaban Krasniqi und schob zum 2:0 ein.

Der Jubel im Lager der Einheimischen war überbordend. Die Kickers-Treffer zum 3:0 (93.) durch den eingewechselten letztjährigen Littauer Topskorer Wessley De Jesus und zum 4:0 – ein Foulpenaltytreffer fünf Minuten später durch Sandro Villiger – waren noch Zugaben. Die allerdings den Surseern in der hektischen Schlussphase sehr wehtaten, wie der Ausschluss von Janosch Kramis nach einer Notbremse (89.) und der vom Goalie Shaban Krasniqi verursachte Foulelfmeter aufzeigen. Obwohl diese Niederlage schmerzt, gibt sich Sursee-Trainer Daniel Feuchter zuversichtlich. Sein Credo:

«Wir kommen schon noch rechtzeitig in die Saison hinein.»

Super-Einstand eines 17-Jährigen

Klar, dass man sich im Lager der Stadtluzerner über diesen hart umkämpften Sieg überschwänglich freute. «Wir haben gegen eine kämpferisch starke und technisch gute Mannschaft gewonnen», sagte ein strahlender Kickers-Trainer Faras Pour Hayavi. Und legt nach:

«Obwohl die Entscheidung spät fiel, hatten wir in der zweiten Halbzeit das Spiel unter Kontrolle.»

Einen massgeblichen Teil zum Sieg im kompakt auftretenden Team der Kickers trug Neuzugang Abel Yosief bei. Der wirblige 17-jährige Flügelstürmer sorgte in der Sursee-Defensive für viel Unruhe. Von Schöftland kommend hatte er beim 1:0 mit seinem Superpass seine Füsse im Spiel und das vorentscheidende 2:0 schoss er selber. «Ja, ich bin mit meiner Leistung beim ersten Spiel mit den Kickers zufrieden», sagte er bescheiden. «Und ich bin stolz, in dieser Mannschaft, in der viele junge Spieler wie ich Einsatzchancen erhalten, dabei sein zu dürfen.»