Handball
HCK-Trainer Peter Kukucka vor dem Saisonstart: «Ich will Freude, kein Trallala»

Kriens-Luzern startet heute in der Krauerhalle (19.30) gegen Pfadi Winterthur in die QHL-Saison. Trainer Peter Kukucka nimmt Stellung.

Stephan Santschi
Drucken
Zuversichtlich: Kriens-Trainer Peter Kukucka.

Zuversichtlich: Kriens-Trainer Peter Kukucka.

Bild: Dominik Wunderli (Kriens, 31. August 2022)

Eine persönliche Frage vorneweg: Kam Ihre dritte Tochter tatsächlich am 20. Juli und damit genau am Tag des Vorbereitungsstarts mit Kriens-Luzern zur Welt?

Peter Kukucka: Der Geburtstermin war der 20. Juli, aber Adela kam bereits eine Woche vorher. Das war perfekte Planung, es hat super gepasst (lacht). Ich hatte Zeit mit der Familie und danach einen guten Fokus auf den Vorbereitungsstart.

Nun geht die Vorbereitung zu Ende. Ihr Resümee?

Mit dem Engagement und der Präsenz im Training bin ich richtig zufrieden. Auch meinem Staff möchte ich ein Lob aussprechen, denn wir haben zwar viel gearbeitet, aber eine Überbelastung vermieden. Wir machten auch Yoga oder gingen schwimmen, haben keine muskulären Verletzungen. Es gibt Teams, die reisen von Turnier zu Turnier und haben dann sechs, sieben Verletzte. Das macht keinen Sinn, weil wir während der Saison nicht drei Partien innert drei Tagen spielen.

Wie erleben Sie die Zusammenarbeit mit Spielmacher Andy Schmid?

Wunderbar. Er ist ein Vollprofi, gibt 120 Prozent Einsatz. Auch menschlich haben wir uns schnell gefunden. Die ersten Gespräche über Handball waren lustig: Nach ein, zwei Sekunden wussten wir, was der andere denkt oder sagen will.

Wie wichtig ist Harmonie für Sie?

Harmonie ist wichtig, zu viel davon ist aber auch nicht gut. Die Spieler sind mit einem Riesenspass an der Arbeit und spürten sofort, wo die Grenzen liegen. Wenn ich sehe, dass sie das Gelernte speichern und richtig anwenden, ist dies das beste Feedback, das ich haben kann.

Haben Sie auch Akteure im Team, die auf den Tisch hauen können?

Ja, mehrere. Ramon Schlumpf, unser neuer Captain zum Beispiel. Oder Fabian Böhm, Dimitrij Küttel und Andy Schmid. Daneben haben wir eher introvertierte Spieler, die nicht laut sind und hart arbeiten. Mit der Disziplin werden wir keine Probleme haben.

Wie soll der HC Kriens-Luzern in dieser Saison auftreten?

Ich will, dass wir Freude am Handball haben, und dabei spreche ich nicht von einer Trallala-Einstellung. Wir geben Vollgas, halten uns ans System und möchten uns nach dem Spiel mit der Gewissheit in die Augen schauen, dass wir alles auf dem Platz gelassen haben. Wir spielen für die Zuschauer, sie sollen wie im Theater für eine Leistung applaudieren, die nicht jeder vollbringen kann.

In Wädenswil und Hochdorf waren die Hallen bei Testspielen voll. Spüren Sie auch in Kriens Euphorie?

Ja, die Leute freuen sich enorm. Wie man so hört, soll die Halle am Donnerstag gegen Pfadi Winterthur voll sein. Es wäre eine Überraschung, wenn sie es nicht wäre …

Neben Schmid hat Kriens-Luzern mit Fabian Böhm, Dimitrij Küttel und Marin Sipic weitere Top-Transfers getätigt. Wie machen sie sich?

Menschlich und spielerisch passen sie wunderbar ins Team. Dimi bildet auf halbrechts mit Milos Orbovic ein super Duo, Fabian bringt seine Erfahrung in der Abwehr ein und ergänzt sich im Rückraum gut mit Tim Rellstab. Kreisläufer Marin Sipic hat in der Vorbereitung keine Torchance vergeben, er ist Weltklasse. Doch wir werden 40 Spiele und mehr haben – jeder Akteur im Kader wird gebraucht.

Wer ist Topfavorit auf den Titel?

Kadetten Schaffhausen. Sie wissen, wie man um Titel spielt, wie man sich in Playoffs benimmt. Auch Pfadi Winterthur hat ein sehr gutes Kader, St. Gallen und GC Amicitia haben sich verstärkt. Wenn bei uns alles zusammenpasst, können wir um die Titel mitspielen. Das tun wir aber nicht mit einem grossen Maul, wir bleiben auf dem Boden.

QHL: Was ist neu?

Meister Schaffhausen hat sechs Titulare verloren und schlug deshalb auf dem Transfermarkt kräftig zu. Den erstaunlichsten Zuzug tätigte neben Kriens-Luzern (Andy Schmid) allerdings Pfadi Winterthur – dort steht neu der spanische Abwehrspezialist Viran Morros (38) unter Vertrag, mehrfacher Champions-League-Sieger, Welt- und Europameister. Und sonst? Ist die halbjährige Auszeit des Luzerners Nicolas Raemy bei Wacker Thun bemerkenswert. Auf­steiger Kreuzlingen setzt im sportlichen Überlebenskampf auf Chefcoach Heiko Grimm, der 2013 bis 2017 Kriens trainiert hat.

Regeln: Beim Passiv-Spiel sind nur noch 4 statt 6 Pässe erlaubt. Nach einem Gegentor muss der Spieler den Anwurf nicht mehr mit einem Fuss auf der Mittellinie stehend ausführen, sondern darf dies in einer Anwurfzone mit einem Durchmesser von vier Metern und in der Bewegung tun. Kopftreffer gegen den Torhüter können mit einer Zeitstrafe belegt werden, wenn sich zwischen Werfer und Torhüter kein Verteidiger befindet.

Modus: Es bleibt gleich wie in der letzten Saison: In der Hauptrunde werden 27 Partien ausgetragen, bis Anfang April 2023 spielen die 10 Teams jeweils dreimal gegeneinander. Danach teilt sich das Feld in Playoffs (Top 8) und Playouts, sämtliche Ko.-Runden werden im Best-of-5-Modus ausgetragen. (ss)

Zuzüge: Peter Kukucka (Trainer), Andy Schmid (Rhein-Neckar Löwen), Fabian Böhm (Hannover-Burgdorf), Marin Sipic (Zagreb), Dimitrij Küttel (Schaffhausen), Fabian Pellegrini (Potsdam), Johan Koch (Füchse Berlin).
Abgänge: Hleb Harbuz (GC Amicitia), Janus Lapajne (Basel), Domen Sikosek Pelko (offen), Kayoum Eicher (Pause).
Testspiele: Balingen-Weilstetten 31:28. Rhein-Neckar Löwen 20:36. Stuttgart 26:31. Bregenz 32:22. Suhr Aarau 33:29. Wädenswil/Horgen 36:25. Hard 28:23. RK Porec 34:31.