Handball
Kopfmensch und passionierter Schachspieler: Ein Analytiker soll den HC Kriens-Luzern nach oben bringen

Der neue Trainer des HC Kriens-Luzern heisst Peter Kukucka. Der einst geniale Spielmacher vergleicht Handball mit Schach.

Stephan Santschi
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Peter Kukucka war zuletzt Trainer der slowakischen Nationalmannschaft.

Peter Kukucka war zuletzt Trainer der slowakischen Nationalmannschaft.

Bild: PD

«Ich habe grossen Respekt vor diesem Tag», verrät Peter Kukucka und lacht. Gemeint ist der Mittwoch, 20. Juli 2022, der vielleicht gleich drei Highlights für ihn bereithält. Auf dieses Datum hat der HC Kriens-Luzern den Trainingsstart anberaumt, dann soll Kukucka erstmals als neuer Cheftrainer auftreten. Der Slowake hat einen Zweijahresvertrag als Nachfolger des freigestellten Goran Perkovac unterschrieben. Am 20. Juli wird Kukucka zudem 40 Jahre alt und auch der Geburtstermin seines dritten Kindes fällt auf diesen Tag. «Ich muss gut planen. Doch der Staff in Kriens gibt mir ein super Gefühl.»

Zusammen mit Coach Thomas Zimmermann und Goalietrainer Peter Lang soll Kukucka die Luzerner nach dem zuletzt schwachen sechsten Platz zu einem Titelkandidaten formen. «Ich möchte mich ab dem ersten Tag gut präsentieren, gut trainieren und jedes Spiel gewinnen. Dann können wir etwas erreichen», hält Kukucka fest. Sein Konzept steht, mit Andy Schmid und den weiteren hochklassigen Zuzügen wird er in Gesprächen noch an der Feinabstimmung feilen.

«Wir haben eine super Mischung aus jungen und erfahrenen Spielern. Ich freue mich extrem auf diese Herausforderung.»

Höhenflüge mit den Kadetten Schaffhausen

Für Kukucka ist es das zweite Engagement als Klubtrainer, 2017 betreute er während zehn Monaten die Kadetten Schaffhausen. Er wurde Meister, musste Ende Jahr nach einem Leistungseinbruch des unausgewogen zusammengestellten Teams allerdings gehen. Es war ein unrühmlicher Abgang für Kukucka, der die Schaffhauser zwischen 2009 und 2015 als genialer Spielmacher zu fünf Meistertiteln, zwei Cups und magischen Momenten auf dem internationalen Parkett geführt hatte. «Leider erhielt ich nicht mehr Zeit, doch das ist eine alte Geschichte», erzählt Kukucka. «Ich war als Trainer noch nicht so weit, wie ich heute bin. Da liegen Welten dazwischen.»

In den letzten drei Jahren trainierte Peter Kukucka die Nationalmannschaft der Slowakei, am Heimturnier im vergangenen Januar gewann sie an einer EM erstmals ein Spiel. Weniger erfreulich waren die WM-Playoffs, in denen man an Belgien scheiterte. «Unter dem Strich bin ich mit meiner Arbeit mehrheitlich zufrieden», sagt Kukucka, der 111 Länderspiele für die Slowakei absolviert und 410 Tore erzielt hatte. Nebenbei fungierte er letzte Saison als Assistenztrainer bei den Frauen von Yellow Winterthur und half mit, das Team erstmals seit neun Jahren in die Top 4 der SPL 1 zu führen.

Peter Kukucka feierte zwischen 2009 und 2015 bei den Kadetten Schaffhausen fünf Meistertitel.

Peter Kukucka feierte zwischen 2009 und 2015 bei den Kadetten Schaffhausen fünf Meistertitel.

Bild: Alexander Wagner (Schaffhausen, 24. November 2011=

So erinnert sich Dimitrij Küttel an Kukucka

Kukucka legt grossen Wert auf Disziplin, eine starke Physis, taktische Variabilität, ein schnelles Spiel und mentale Betreuung. Kukucka ist ein Kopfmensch und passionierter Schachspieler. Er analysiert die Spielzüge der weltbesten Schachspieler und vergleicht Handball mit Schach. «Auch im Handball setzt man die Aktionen zusammen, von der Abwehr über den Gegenstoss bis in den Angriff, und entwickelt die Bewegungen weiter. Es geht darum, die besten Entscheidungen zu treffen.»

Der künftige Krienser Rückraumspieler Dimitrij Küttel spielte in Schaffhausen an Kukuckas Seite und war Captain während dessen Trainerengagement. «Peter erklärte mir, wo ich hinlaufen musste, und dass ich nach vier Pässen den Ball bekäme, um aufs Tor zu ziehen», erzählt Küttel und betont:

«Peter bewegte sich auf einem anderen Niveau.»

Vor seinem Engagement in Schaffhausen spielte Kukucka für den Bundesligisten Nordhorn (Sieg im EHF-Cup), für die Ungarn von Dunaferr und er gewann in der Slowakei vier Meistertitel. Und so ist HCKL-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Würmli überzeugt: «Mit ihm haben wir einen hervorragenden Mann gefunden, der perfekt zum HCKL passt.»