Fussball
Der FC Hochdorf hat nach dem Trainerwechsel seine Krise überwunden

Der FC Hochdorf (2. Liga regional) gewinnt gegen den Aufsteiger FC Entlebuch mit 2:1.

Ruedi Vollenwyder
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Duell zweier Aussenverteidiger: Der Entlebucher Janick Portmann (rechts) wird vom Hochdorfer Timon Bieri zu Fall gebracht.

Duell zweier Aussenverteidiger: Der Entlebucher Janick Portmann (rechts) wird vom Hochdorfer Timon Bieri zu Fall gebracht.

Bild: Jakob Ineichen (Hochdorf, 22. Oktober 2022)

Sie begann sehr gut, die neue 2.-Liga-regional-Saison für den ambitionierten FC Hochdorf. Nach dem 4:1-Startsieg beim 2.-Liga-inter-Absteiger FC Sarnen blickte man unter dem neu verpflichteten Trainer-Duo Markus Koch/Adrian Ineichen optimistisch in die neue Saison. «Unser Auftritt hat mir gefallen», schwärmte Markus Koch nach diesem Starterfolg. Doch diese Schwärmerei wich bei den Seetalern bald einer tiefsitzenden Resignation. Gegen Sempach (1:2), Obergeissenstein (0:1), Sins (2:3) und Ägeri (0:3) gab es lauter Niederlagen.

Nach dem vierten Nuller in Serie und dem Ausscheiden im IFV-Cup gegen Littau (1:2) kam es zum Eklat. Das Trainer-Duo Koch/Ineichen musste drei Tage vor dem Match gegen Aufsteiger Horw «den Hut nehmen». «Wir sind zur Entscheidung gekommen, dass eine personelle Veränderung nötig ist, um unser Saisonziel nicht aus den Augen zu verlieren und nicht in den Abstiegsstrudel zu geraten», lautete die Begründung der sportlichen Leitung. Präsident Fabian von Moos präzisiert:

«Der Funke zwischen dem Trainer-Duo und der Mannschaft zündete nie richtig. Mit jeder Niederlage ging der gegenseitige Respekt noch mehr verloren.»

Erholter Raphael Felder gibt Trainer-Comeback

Ex-Spikochef Marcel Limacher übernahm als Interimscoach, konnte die fünfte Niederlage (0:2) in Folge nicht verhindern. Man handelte erneut. Neben Marcel Limacher reaktivierte man Raphael Felder als neuen Trainer, der auf diese Saison hin aus familiären Gründen den Rücktritt wählte. «Gross musste ich ihn für diesen Job nicht überreden», meinte Präsident von Moos schmunzelnd. «Nach einem tollen Familientrip in den Staaten freute ich mich enorm über diese Anfrage. Ich kannte ja die Mannschaft, wusste, wie sie tickt», begründet der 38-jährige Vollblutfussballer Raphael Felder seine Zusage. Mit seinem Engagement kam beim FCH der Erfolg zurück. Littau mit 5:1, Altdorf 1:0 und Leader Willisau 4:0 wurden gebodigt. «Alte Trainer-Besen» schienen für einmal «gut zu wischen». Der Turnaround war geschafft, ehe die Felder-Truppe gegen Goldau wieder mit 1:3 untendurch musste.

Deshalb war man gespannt, in welche Richtung der Weg der Hochdorfer nun führt. Mit dem FC Entlebuch, der unter der Woche nach einer 0:1-Niederlage gegen den Drittligisten FC Küssnacht aus dem IFV-Cup flog, traf man auf einen Aufsteiger, der mit zwölf gewonnenen Punkten auf Kurs ist. Der Match riss die Zusehenden allerdings nicht von den Sitzen. Der spielerische Gehalt war mässig. Hochdorf kam schneller in die Gänge und ging nach einem von Levin Weibel in die Tiefe gespielten Zuckerpass durch Livio Lombardo mit 1:0 in Führung (14.). Der gleiche Spieler hatte in der 33. Minute das 2:0 auf dem Fuss. Doch diesmal landete sein Abschluss über dem Gehäuse. Und Entlebuch? Obwohl Hochdorfs Abwehr-Kollektiv nicht wirklich konsequent verteidigte, kam die Gaisberger-Truppe zu keiner Torchance. Im zweiten Teil dieser niveauarmen Partie gab es etwas mehr Action. Albert Rudaj traf nur den Pfosten (47.), zwei Minuten später vergab Pascal Mahler allein vor FCH-Goalie Roman Feer den Ausgleich.

Entlebucher kommen dem Ausgleich nahe

Die Schlussphase bescherte den Fans dann doch noch Spannungsmomente. Nach der 2:0-Führung durch Raphael Wildisen (77.) überraschte Luca Fahrni den Hochdorf-Goalie mit einem als Flanke gedachten Schuss ins hintere Toreck. Und in der 89. Minute verpasste Manuel Emmenegger den Ausgleich nur knapp.

Entlebuch-Trainer Franz Gaisbergers Fazit:

«Hochdorf hat den Sieg nicht gestohlen, hatte die besseren Torchancen. Unser Anschlusstor durch Luca Fahrni kam eher glücklich zu Stande. Ich bin mit der bisherigen Teamleistung zufrieden, auch wenn wir wegen der fehlenden Erfahrung den einen oder anderen Punkt liegen gelassen haben.»

Klar, dass nach diesem weiteren Sieg die Gefühlslage bei Hochdorf-Trainer Raphael Felder positiv, aber auch kritisch ausfiel. «Ich sagte meinen Spielern, dass die Leistung recht dürftig war. Doch was zählt, das sind einzig und allein die drei eingefahrenen Punkte.» Der FC Hochdorf scheint nach dem Trainer-Hickhack endlich in der regionalen 2.-Liga-Saison angekommen zu sein.