Lebensretten soll geübt sein
Zentralschweizer Rettungsschwimmer vor der WM: «Es ist eine Ehre für mich»

In wenigen Tagen startet in Italien die Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen, den sogenannten «Lifesaving World Championships». Im Nati-Kader der Schweiz sind einige Rettungsschwimmer aus der Zentralschweiz vertreten. PilatusToday hat die Athleten beim Training besucht.

Marcel Jambé
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Video: PilatusToday / David Migliazza

Dienstag, halb zehn Uhr morgens in Seewen. Die Rettungsschwimmer sind bereits im kühlen Wasser des Lauerzersees. Sie trainieren für die Weltmeisterschaft. Momentan treffen sich die Rettungsschwimmer der Sektion Innerschwyz der Schweizerischen Lebensrettungsgesellschaft SLRG acht- bis zehnmal in der Woche, um für die WM zu trainieren.

Die ersten Vorbereitungen und die Qualifikationen für die diesjährige Weltmeisterschaft fanden bereits im Herbst vor einem Jahr statt. «Dann wird anhand der Wettkampfleistungen entschieden, wer bei den Weltmeisterschaften teilnehmen kann», erklärt Daniela Reichmuth aus Schwyz. Die 25-Jährige ist eine der Wettkämpferinnen, die die Schweiz an die WM in Italien schickt.

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Bild: PilatusToday / Marcel Jambé

Die erste Disziplin, die heute auf dem Trainingsplan steht, ist der «Ski Race» mit dem Surfski. Ein Surfski erinnert optisch an ein Kajak, ist jedoch länger und breiter. «In dieser Disziplin müssen wir mit dem Surfski einen Rundkurs auf dem See machen. Das Ziel steht am Strand.» Laut Reichmuth laufen die Vorbereitungen sehr gut.

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Bild: PilatusToday / Marcel Jambé

Mehrere Wettkämpfe an einem Tag

In einigen Tagen starten bereits die sogenannten World Life Saving Championships in Riccione. Über 50 Nationen sind bei dieser Weltmeisterschaft vertreten. Für Daniela Reichmuth ist es das zweite Mal, dass sie an einer WM teilnimmt – das letzte Mal war vor vier Jahren in Australien. Sie sagt:

«Die Freude ist riesig, endlich wieder an einer WM starten zu können.»

Die ersten Wettkämpfe finden bereits am Dienstag, 27. September, statt. «Zuerst werden in den ersten drei Tagen Wettkämpfe im Pool durchgeführt, danach drei Tage lang im offenen Wasser.»

Dabei müssen mehrere Disziplinen an einem Tag geschwommen werden. Meist gibt es zudem Vorläufe und Finals bei den einzelnen Disziplinen. Das heisst, dass man bei jedem Wettkampf auf dem Podest landen kann.

Riccione liegt östlich von Italien und ist nur einige Kilometer von Rimini und San Marino entfernt.

Riccione liegt östlich von Italien und ist nur einige Kilometer von Rimini und San Marino entfernt.

Bild: PilatusToday / Google Maps

Schweizer Rekorde brechen und unter Top 8 dabei sein

Ein weiterer Wettkämpfer, der die Schweiz in Italien vertreten wird, ist Jonas Lenzlinger aus Schwyz. Wie Daniela Reichmuth trainiert auch er bei der SLRG Sektion Innerschwyz. Für den 22-Jährigen ist es die erste WM. Für ihn bedeutet die Teilnahme sehr viel:

«Dieses Jahr dabei sein zu können, war ein grosses Ziel für mich. Es ist eine Ehre für mich.»

Was die Vorbereitungen betreffen, ist Lenzlinger zuversichtlich. «Ich bin gut vorbereitet, jetzt muss es nur noch an der WM funktionieren», meint er. Auch ist er zuversichtlich, was die Chancen betreffen: «Mein persönliches Ziel ist es, Bestleistungen zu erzielen, eventuell auch einen Schweizer Rekord zu brechen.» Eine Platzierung unter den Top 25 wäre sein grosses Ziel.

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Bild: PilatusToday / Marcel Jambé

22 verschiedene Disziplinen

Eine Disziplin am Strand ist beispielsweise die «Beach Flags». Dabei liegen die Athleten beim Start im Sand auf dem Bauch mit den Füssen an der Startlinie. 20 Meter entfernt sind im Sand Stäbe, auch Flags genannt, platziert. Auf das Startsignal hin versuchen die Athleten einen der Stäbe zu greifen. Da immer ein Stab weniger als Teilnehmer vorhanden ist, scheidet bei jeder Runde ein Teilnehmer aus.

Neben «Ski Race» gibt es noch 21 andere Wettkampf-Disziplinen, die im offenen Gewässer, am Strand oder im Pool stattfinden. Ausserdem werden gewisse als Team und andere im Einzelnen bestritten.

Es gibt aber auch Disziplinen, die im Pool stattfinden, wie beispielsweise die Hindernis-Staffel, auch «Obstacle Relay» genannt. Dabei schwimmen in einer Stafette alle vier Athleten jeweils 50 Meter Freistil und tauchen unter je zwei Hindernissen durch. Eine weitere ist die Puppenstaffel oder «Manikin Relay»: Auch diese wird als Stafette mit vier Athleten geschwommen. Diese schleppen abwechslungsweise eine Rettungspuppe über eine Distanz von je 25 Metern.

Die Lebensretter-Weltmeisterschaften finden einerseits im Pool, andererseits am Meer in Riccione statt.

Die Lebensretter-Weltmeisterschaften finden einerseits im Pool, andererseits am Meer in Riccione statt.

Bild: Google Maps / PilatusToday

Seine Wettkampf-Kollegin Daniela Reichmuth sieht ähnliche Chancen für die Schweizer Teams und geht bei den Team-Disziplinen sogar noch weiter. «Dort haben wir die meisten Chancen, in den A-Final, also unter die Top 8, zu kommen.»

In der Zwischenzeit haben die Wettkämpfer der Sektion Innerschwyz das Training abgeschlossen. Am Sonntag reisen alle Schweizer Wettkämpfer mit Bussen nach Riccione, wo sie nochmals zwei Tage trainieren werden. Am Dienstag finden die ersten Disziplinen im Pool statt. Die Weltmeisterschaft dauert bis Sonntag, 2. Oktober.

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Impressionen der Vorbereitungen für die «Lifesaving World Championships».

Bild: PilatusToday / Marcel Jambé