Rugby
Zuger Rugby-Talent Paul Halter: «Den EM-Sieg hat niemand erwartet»

Der Zuger Rugby-Spieler Paul Halter (17) erzählt vom Triumph an der Europameisterschaft mit der U18-Auswahl und von seinen Karrierezielen.

Interview Gilles Mercier
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Die Schweizer U18-Auswahl hat Ende Juli überraschend die B-Europameisterschaft in Riga gewonnen. Gespielt wurde Rugby-Sevens, eine Variante, bei der jeweils nur sieben Spieler auf dem Feld stehen. Die Schweiz feierte den Finalsieg gegen die Türkei und wird nun nächstes Jahr an der A-EM gegen die zwölf besten Nationen von Europa spielen. Paul Halter war als einer von vier Zuger Spielern im Team dabei. Im Interview erzählt er vom Erfolg und seinen Karrierezielen.

Hat das Schweizer Team einen solchen Erfolg erwartet?

Paul Halter: Wir haben alles gegeben und haben immer daran geglaubt, aber den Sieg hat niemand erwartet. Wir hatten vor der EM erst ein Training gehabt. Wir haben daher nicht gewusst, wie gut die Mannschaft zusammenspielt. Aber wir wussten schon, dass wir gute Spieler dabei haben.

Wie stark ist die Mannschaft einzuschätzen, hat das Team auch eine Chance gegen die Topnationen wie Frankreich oder Irland?

Gegen Frankreich oder Irland zu gewinnen, wird schwierig. Sie haben eine eigene Rugby-Sevens-Liga, im Gegensatz zur Schweiz. Dort ist alles viel professioneller. Das Ziel ist es, nächstes Jahr in der oberen Gruppe zu bleiben. Wir werden unser Bestes geben, möglichst weit zu kommen.

Die vier Zuger Spieler: Cameron Murphy, Cian Dennehy Vasquez, Paul Halter und Finlay Hughes.

Die vier Zuger Spieler: Cameron Murphy, Cian Dennehy Vasquez, Paul Halter und Finlay Hughes.

Bild: Josselin Lapierre (Riga, 24. Juli 2022)

Wie sind Sie zum Sport Rugby gekommen, wieso nicht etwa Fussball?

Früher habe ich Fussball gespielt. Ich bin mal mit meiner Familie drei Monate in Neuseeland gewesen. Zwei Jahre später habe ich mit Fussball aufgehört und wollte einen anderen Sport machen. Weil mir Neuseeland so gefallen hat, habe ich mich für Rugby entschieden, obwohl der nächste Klub, Zug, anderthalb Stunden Fahrt entfernt liegt. Ich wusste, dass ich gerne etwas Physisches machen würde, da hat sich Rugby perfekt angeboten.

Was haben Sie später in Ihrer Karriere vor, möchten Sie Rugby-Profi werden?

In der Schweiz ist es kaum möglich vom Rugby zu leben. Daher möchte ich nebenbei die Kanti abschliessen und einen guten Job finden.

Spielen Sie mit dem Gedanken ins Ausland zu wechseln, wenn Ihre Karriere weiterhin erfolgreich läuft?

Ich habe mir noch nicht allzu viele Gedanken dazu gemacht, das ist noch etwas weit weg. Es ist aber durchaus eine Möglichkeit, die ich mir überlege.

Was ist Ihr Ziel mit der Nationalmannschaft?

Das grosse Endziel der Mannschaft ist es, sich später einmal fürs Olympia-Sevens-Turnier zu qualifizieren. Dann könnte man mit Rugby durchaus Geld verdienen.