Volleyball
Nach klarer Niederlage bei Schönenwerd: Viel Frust nach Luzerns Totalausfall

Rückschlag im Playoff-Rennen: Volley Luzern steht in Schönenwerd völlig neben sich und verliert diskussionslos mit 0:3.

Stephan Santschi
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Luca Ulrich (rechts) steigt höher am Netz als die Luzerner Blocker.

Luca Ulrich (rechts) steigt höher am Netz als die Luzerner Blocker.

Bild: Jörg Ögerli (Schönenwerd, 21. Januar 2023)

Jedes Spiel ist wie ein Final, jeder Punkt im Kampf um einen Playoff-Platz (Top 4) zählt, auch am Samstag in Schönenwerd stand für Volley Luzern wieder ein Schlüsselspiel auf dem Programm. Die Form stimmte, die ersten beiden NLA-Partien in diesem Jahr haben die Luzerner gewinnen und damit auf Platz vier vorstossen können. In der Betoncoupe-Arena stellte sich dann aber bald die Ernüchterung ein. Die Gäste waren schwach, in allen Belangen unterlegen, verloren in etwas mehr als einer Stunde diskussionslos mit 0:3. «Es war ein schlechter Tag für uns alle, wir haben nichts richtig gemacht», bemerkt Trainer Ignacio Verdi frustriert.

13:25, 18:25, 20:25 – die Satzergebnisse drücken es klar aus: Luzern war chancenlos, fand nie den Zugriff aufs Spiel. «Von Beginn weg machten wir viele Fehler und es kam nie der Moment, wo wir hätten reinfinden können», erklärt Verdi.

Spieler geigen sich die Meinung

Der Service fand nicht jenen Gegenspieler, den man im Gameplan thematisiert hatte, die sonst starke Block- und Defensivarbeit war ungenügend und im Angriff standen die Abschlussquoten von Mittespieler Serigne Fall (11 Prozent) sowie Aussenangreifer Luca Müller (13) und Bruno Jukic (20) für die mangelhafte Durchschlagskraft.

Verdi mochte allerdings keine Einzelkritik betreiben, «wir suchen nicht nach Schuldigen, wir sind ein Team, alle haben verloren, alle haben ihre Arbeit nicht gemacht», betont der Argentinier. Auch er selbst hinterfragt sich – seit er als Ersatz für Marco Fölmli vom Assistenten zum Cheftrainer aufgestiegen ist, macht er die ganze Coaching-Arbeit allein. Es ist naheliegend, dass unter diesen Umständen in der Vorbereitung nicht alle Aspekte nach Wunsch angesprochen oder behandelt werden können. «Doch das ist keine Entschuldigung. Ich bin hier, um zu arbeiten, ich mag es, und bisher hatten wir ja eine gute Saison.»

Dass die Luzerner dieses Debakel nicht einfach auf sich sitzen lassen, zeigte sich unmittelbar nach dem Spielschluss in der Kabine. «Wir sind ehrlich miteinander, wir lügen uns gegenseitig nicht an, das ist der einzige Weg, um Probleme zu lösen», berichtet Verdi und er führt aus: «Die Spieler waren traurig, wütend, fuchsteufelswild. Es wurden Dinge gesagt, die nicht so smart sind, doch manchmal ist solch ein Punch gut, denn wir haben im Spiel wirklich nichts gemacht.» Er hält aber auch fest: «Wegen eines Sieges sind wir nicht das beste Team des Jahres, diese Niederlage macht uns nun auch nicht zum schlechtesten.»

Doppeleinsatz am nächsten Wochenende

Die Gelegenheit zur Reaktion folgt bald, am kommenden Wochenende wartet ein Doppeleinsatz auf die Luzerner. Am Samstag empfangen sie in der Meisterschaft Lausanne, am Sonntag fahren sie anlässlich des Cup-Viertelfinals nach Amriswil. Gegen das sechstrangierte Lausanne ist ein Sieg Pflicht, denn nach dem Rückschlag in Schönenwerd ist Luzern wieder auf den fünften Platz abgerutscht.

Der Rückstand auf einen Playoff-Rang beträgt nur einen Punkt, vier Spieltage sind in der NLA-Qualifikation noch ausstehend. «Ab Montag werden wir weiterarbeiten, um es besser zu machen. Wir haben viel Potenzial, haben schon gegen alle Konkurrenten exzellent gespielt», sagt Verdi und verspricht: «Am Samstag wollen wir allen, die kommen, wieder ein Spektakel bieten.»