HANDBALL
Zielsicher zum fünften Sieg in Folge: Der HC Kriens-Luzern gewinnt gegen Bern

Ein harter Abnützungskampf und drei rote Karten: Der 27:23-Sieg der Krienser Handballer in Bern hat es in sich.

Stephan Santschi
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Kriens-Flügelspieler Adrian Blätter: «Unter ein gewisses Level fallen wir mit unseren Leistungen nicht mehr.»

Kriens-Flügelspieler Adrian Blätter: «Unter ein gewisses Level fallen wir mit unseren Leistungen nicht mehr.»

Alexander Wagner

Am Ende wurde es noch etwas gehässig, innerhalb von nur 63 Sekunden kam es zu drei Platzverweisen. Zuerst erhielten Berns Marco Strahm und der Krienser Jernej Papez für eine Rangelei am Boden den roten Karton präsentiert (57.). Kurz darauf musste auch Berns Ante Kaleb vorzeitig seinen Posten räumen, weil er den Krienser Flügelspieler Ammar Idrizi im Flug touchiert hatte (58.). Unfair war die Partie insgesamt nicht, diese drei negativen Höhepunkte lassen aber zurecht auf eine hart umkämpfte Partie schliessen, in der die beiden Abwehrreihen dominiert haben. Doch alles der Reihe nach.

Das zweitrangierte Kriens-Luzern reiste als Favorit zum sechstrangierten Bern, erwartete gegen einen unberechenbaren Widersacher aber eine heikle Aufgabe. Zwar gelang den Gästen wie so oft ein Blitzstart, nach 12 Minuten lagen sie mit vier Toren vorne (7:3). Die Berner allerdings kämpften sich danach ins Spiel, deckten kompakt und profitierten von abbauenden Krienser Rückraumspielern. Egal ob Hleb Harbuz, Janus Lapajne, Tomas Piroch oder der eingewechselte Tim Rellstab – die Abschlüsse aus der Distanz fielen mehrheitlich halbherzig aus. Das Geschehen glich sich aus, zur Pause stand es 12:12.

Vorne trifft Harbuz, hinten nagelt Bar das Tor zu

Nach dem Seitenwechsel setzte sich das Kopf-an-Kopf-Rennen in ähnlichem Stil fort. Ein handballerischer Leckerbissen war es nicht, die Intensität aber hoch. In der 35. Minute ging Bern erstmals in Führung (14:13), doch es sollte auch zum letzten Mal sein. Kriens-Luzern schaltete einen Gang höher, verteidigte etwas offensiver und verfügte mit Paul Bar über einen Torhüter in Topform: Nicht weniger als 17 Paraden gelangen dem deutsch-polnischen Doppelbürger, was einer ausgezeichneten Abwehrquote von 45 Prozent entsprach.

Im Angriff erfreute sich derweil ein Akteur ansteigender Form, der letzte Saison als Liga-Topskorer das Publikum verzückt hatte, in der laufenden Spielzeit aber noch nicht voll auf Touren gekommen ist. Die Rede ist von Hleb Harbuz, gleich mehrmals traf der Weissrusse im linken Rückraum mit kernigen Würfen. Und als es ihm der Slowene Papez im halbrechten Aufbau gleichtat, strebten die Zentralschweizer relativ zielsicher einem 27:23-Sieg entgegen. «Wir haben mittlerweile eine Selbstverständlichkeit hinbekommen, unter ein gewisses Level fallen wir mit unseren Leistungen nicht mehr», erklärte Flügelspieler Adrian Blättler die starke Saison, die nun fünf Siege in Serie gezeitigt hat. Acht Mal trainiert die Mannschaft pro Woche, die Qualität in den Einheiten ist hoch, auch die Lockerheit kommt nicht zu kurz. «Wir haben einen super Teamspirit. Wenn wir zum Aufwärmen Fussball spielen, verträgt es auch den einen oder anderen Spruch», sagte Blättler. «Wir wissen aber, wann wir den Schalter umzulegen haben.»

Bern – Kriens-Luzern 23:27 (12:12)
Mobiliar Arena. – SR Jergen/Zaugg. – Strafen: 4-mal 2 Minuten plus rote Karten für Strahm (57.) und Kaleb (58.) gegen Bern, 7-mal 2 Minuten plus rote Karte gegen Papez (57.) gegen Kriens-Luzern.
Bern: Schelling (8 Paraden); Vögtli (1 Tor), Kusio (4), Kaleb (8/6), Baumgartner, Strahm, Arn (1), Rohr; Gerlich (4), Mühlemann (2), Weingartner (1), Freiberg, Eggimann (2). Kriens-Luzern: Bar (17 Paraden)/Eicher; Idrizi (2), Piroch (2), Lapajne (2), Harbuz (8/3), Blättler (3), Gavranovic (4), Lavric; Papez (4), Delchiappo, Oertli (1), Rellstab, Schlumpf (1).
Bemerkungen: Bern ohne Cvitkovic und Getzmann, Kriens-Luzern ohne Wanner (alle verletzt).