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Die Luzerner Fussballerin Chantal Wyser spielt nicht nur auf der Aussenbahn gut

Die U19-EM im eigenen Land ist vorbei, nun steht für die Allrounderin Chantal Wyser wieder der FC Luzern im Mittelpunkt. Am Samstag startet die 19-Jährige in die NLA-Saison – wieder in einer anderen Rolle.
Stephan Santschi
Chantal Wyser ist gelernte Aussenverteidigerin, ihr Trainer setzt sie aber am liebsten in zentraler Position ein. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Chantal Wyser ist gelernte Aussenverteidigerin, ihr Trainer setzt sie aber am liebsten in zentraler Position ein. (Bild: Philipp Schmidli (Luzern, 15. August 2018))

Der Moment bleibt für Chantal Wyser unvergessen. Die 70. Minute im ersten Spiel der U19-EM gegen Frankreich lief, die Schweiz lag 0:2 im Rückstand und erhielt einen Freistoss zugesprochen. Der gegnerische Goalie liess die hohe Hereingabe nach vorne abklatschen – genau vor die Füsse von Wyser, und die 19-jährige Rothenburgerin fackelte nicht lange und drückte den Ball über die Linie. Die Aufholjagd war lanciert, am Ende erkämpften sich die Schweizer Juniorinnen in Wohlen ein beachtliches 2:2-Remis. Nach einer Niederlage gegen Spanien (0:2) und einem Sieg gegen Norwegen (3:1) schied die SFV-Auswahl zwar bereits in der Vorrunde aus. «Mein Tor und die schöne Atmosphäre in den Stadien werden mir aber positiv in Erinnerung bleiben», schwärmt Wyser.

In allen drei EM-Spielen war sie zum Einsatz gekommen, zweimal von Beginn an, einmal zur Pause eingewechselt. Ihr Aufgabenbereich war variabel, mal spielte sie in der Abwehr auf der rechten, mal auf der linken Seite. Diese Vielseitigkeit wird geschätzt, auch in ihrem Verein. «Chantal ist eine Allrounderin», sagt Glenn Meier, der Trainer des FC Luzern, hält aber auch fest: «Obwohl sie gelernte rechte Aussenverteidigerin ist, finde ich es fast schade, sie dort einzusetzen, weil sie mit Blick auf ihre Möglichkeiten eingeschränkt ist. Wenn irgendwie möglich, sehe ich für sie eine zentrale Position vor.»

Wysers grosse Stärke ist die Schnelligkeit

Am Samstag, wenn der FCL mit dem Heimspiel gegen die Grasshoppers in die NLA-Saison startet (20 Uhr, Leichtathletikstadion Hubelmatt), wird Chantal Wyser jedenfalls in zentraler Position agieren. Innenverteidiger und Captain Rahel Graf ist zum Auftakt nämlich gesperrt. «Mit ihrem Speed kann Chantal Stellungsfehler ausbügeln», erklärt Meier. Die Schnelligkeit ist denn auch eine der besonderen Vorzüge der 1,62 Meter grossen Luzernerin. «Auch ihre Technik, das Gespür für den freien Raum, ihre Ausdauer und der Torabschluss sprechen für sie.»

Letzte Saison übernahm Wyser viele verschiedene Aufgaben, nur im Tor und im Sturm fungierte sie nicht. Am meisten eingesetzt wurde sie aufgrund der personellen Situation im zentralen Mittelfeld. «Eigentlich spielt es für mich keine grosse Rolle, wo ich spiele. Auch wenn es eher ungewohnt ist, kann ich für die Zukunft bestimmt von den Erfahrungen in der Innenverteidigung profitieren.»

Neu zum Captain Nummer drei ernannt

Im NLA-Team des FC Luzern spielt Chantal Wyser seit Dezember 2016. Fühlte sich dies damals wie ein Sprung ins kalte Wasser an, so gewöhnte sie sich in der letzten Saison immer besser an die Betriebstemperatur auf diesem Niveau. Trainer Meier sagt sogar, dass sie jene Spielerin sei, die zuletzt am meisten Fortschritte gemacht habe: «Als ich hier anfing, war sie eher unscheinbar, zurückhaltend, scheu. Mittlerweile ist Chantal viel aufgeschlossener und hat einen coolen Humor.» Diese Entwicklung, so erklärt die junge Frau, sei vor allem auf den Trainer zurückzuführen: «Von ihm kann ich sehr viel lernen, und er vermittelt mir Selbstvertrauen.»

Welchen Stellenwert sie im Team neuerdings hat, erfuhr Wyser Anfang dieser Woche, als sie nach der U19-EM und den Ferien in Griechenland verspätet in den Trainingsbetrieb einstieg. Meier machte sie hinter Rahel Graf und Irina Brütsch zum dritten Captain. Das erfüllt sie mit Stolz und fördert ihr Pflicht­bewusstsein. «Ich möchte nun noch mehr Verantwortung übernehmen. Wir hatten im Sommer viele Wechsel im Team, wir müssen einander helfen.»

Eine Nationalspielerin für den FC Luzern

Einer dieser Wechsel, der gewichtigste von allen, ist jener von Géraldine Reuteler – die 19-jährige Stanserin wird künftig für den deutschen Bundesligisten Frankfurt auf Torejagd gehen. Speziell: Reuteler ist fast gleich alt wie Chantal Wyser, hat genau einen Tag vor ihr Geburtstag. Träumt da auch die Rothenburgerin von einer Karriere, wie sie nun Reuteler lanciert hat? «Ja schon, einen Wechsel ins Ausland, nach Deutschland oder England, würde auch ich gerne machen. Jetzt ist es dafür aber noch zu früh. Zunächst möchte ich mich sportlich und persönlich weiterentwickeln», sagt Wyser, die bis zum Abschluss des Sport-KVs an den Frei’s Schulen noch ein Jahr braucht. Als Nächstes möchte sie an ihrer Physis arbeiten, individuelle Einheiten im Kraftraum werden ihr Wochenprogramm ergänzen.

Weiterentwickeln möchte sich auch der FC Luzern, nach den vielen Mutationen glaubt Meier, ein etwas breiteres Kader zu haben als letzte Saison. Herauszuheben gilt es A-Nationalspielerin Melanie Müller, die von den Young Boys gekommen ist und im offensiven Mittelfeld für die spielerischen Akzente sorgen soll. «Der FC Zürich wird vorneweg sein, für einen Top-3-Platz kann es uns aber reichen», glaubt Meier, der sein Team letzte Saison auf Rang vier geführt hat.

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