Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Zuerst rostig, dann drahtig: Roger Federer steht im Viertelfinal

Der Einstieg in die Rasensaison gelingt Roger Federer nach einem Fehlstart doch noch nach Mass. Er gewinnt in Stuttgart gegen den Deutschen Mischa Zverev (ATP 54) 3:6, 6:4, 6:2.
Jörg Allmeroth, Stuttgart
Kämpferischer Roger Federer: Startsieg in Stuttgart. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Stuttgart, 13. Juni 2018)

Kämpferischer Roger Federer: Startsieg in Stuttgart. Bild: Urs Lindt/Freshfocus (Stuttgart, 13. Juni 2018)

Als Mischa Zverev nach einer halben Stunde beschwingt zu seinem Pausenstuhl marschierte, mit einer 6:3-Führung gegen Roger Federer im Rücken, drohte auf dem Stuttgarter Weissenhof alles wie im Vorjahr zu werden. Damals war Federer nach knapp dreimonatiger Wettkampfpause von seinem alten Freund und Weggefährten Tommy Haas kalt erwischt worden, Federer vergab sogar noch einen Matchball bei der frustrierenden 2017er-Niederlage gegen den Kumpel. Doch nicht nur zu Federers Glück, sondern wohl auch zum erheblichen Aufatmen der Turniermacher wiederholte sich die Geschichte eines frühen Knock-outs des Superstars nicht: Federer kam langsam auf Touren, sah plötzlich Chancen auf eine energische Wende. Und siegte dann noch relativ ungefährdet in 94 Minuten mit 3:6, 6:4 und 6:2 gegen den stark aufspielenden Rivalen aus Deutschland.

«Es war schon eine gefährliche Situation, mit Satz und Break zurück», sagte Federer, «aber am Ende bin ich gut in Schwung gekommen. Jetzt hoffe ich, noch ein paar Tage länger hier bleiben zu können.»

«Ich habe guten Kampfgeist gezeigt»

Federer, der das Turnier bei zurückliegenden Auftritten noch nie gewinnen konnte, trifft nun am Freitag im Viertelfinal entweder auf den Argentinier Guido Pella oder den Inder Prajnesh Gunneswaran – diese Partie findet erst heute statt.

Zverevs konsequentes Serve-and-Volley-Spiel stellte Rückkehrer Federer über weite Strecken vor ein Dilemma – denn anstatt in längeren Grundlinienduellen in einen Rhythmus zu finden und sich wieder hineinzutasten in ein Wettkampfspiel, musste er sofort ständig Risikoschläge einsetzen. «Es war dauernd Aktion und Reaktion. Deshalb weiss ich auch noch nicht wirklich, wo ich stehe nach dem Match. Aber ich habe guten Kampfgeist gezeigt», sagte Federer hinterher, «es war generell nicht leicht. Es hätte auch gut sein können, dass ich schon wieder meine Sachen hätte zusammenpacken müssen.»

Vor allem nach dem Spielfilm des verlorenen ersten Satz, in dem er anfangs trotz ausgeglichenem Verlauf nicht in Bedrängnis geriet, dann aber plötzlich drei Spiele in Serie verlor – vom 3:3 zum 3:6.

Paradox: Federer holte insgesamt 16 Punkte bei Zverevs Aufschlag in diesem Durchgang, Zverev aber nur 6 bei Federers Service. Aber den Satz gewann der Deutsche, weil er Federer bei eigener 4:3-Führung zu null breakte und dann auch nervenstark von 5:3 auf 6:3 erhöhte. «Es ist ja alles nicht so leicht. Im Training machst du deine Faxen, da ist es auch mal nicht so ernst», so Federer, «und hier musst du unter Druck ständig hochkonzentriert sein, in jeder Sekunde fighten.» Man verliere fast ein wenig das «Gefühl, wie es ist, unter ernsten Bedingungen zu spielen», befand Federer im Rückblick.

Doch beim ersten Auftritt nach 80 Tagen Absenz riss er sich dann doch, als es kritisch wurde, mit dem Biss des Champions zusammen – mit der Autorität eines Mannes, der nicht weniger als 97 Turniere gewonnen hat, darunter 20 Grand Slams.

«Auf Rasen geht es um Winzigkeiten»

Federers Konter kam, wie so oft in seiner Karriere, bei den Big Points, bei einer 5:4-Führung im zweiten Satz. Es kam zum Break, zum Satzausgleich. Und dann auch zur überlegenen Matchführung Federers im Schlussakt, insgesamt gelangen ihm vier Breaks gegen den furios in die Offensive stürmenden Zverev. «Der Tag hätte anders laufen können. Auf Rasen geht es oft nur um Details, um Winzigkeiten», sagte Federer, «man muss hellwach sein.»

Und für den anfangs noch rostig, später aber drahtig wirkenden Federer galt auch dies, an Tag eins dieses Comebacks aus selbst gewählter Tennis-Abwesenheit im Frühjahr: Man muss nicht als Erster loslaufen. Man muss als Erster ankommen.

Stuttgart. ATP-Turnier (656 000 Euro/Rasen). 2. Runde: Federer (SUI/1) s. Mischa Zverev (GER) 3:6, 6:4, 6:2.

’s-Hertogenbosch (NED). WTA-Turnier (250 000 Euro/Rasen). 2. Runde: Kudermetowa (RUS) s. Bencic (SUI) 6:2, 2:6, 6:3. Vandeweghe (USA/1) s. Rus (NED) 7:6 (7:4), 6:3.

Nottingham. WTA-Turnier (250 000 Dollar/Rasen). 2. Runde: Barthel (GER) s. Rybarikova (SVK/2) 6:3, 1:6, 7:5.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.