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ZUGERBERG-SCHWINGET: Der «Hoselupf» sorgt für freudige Gemüter

Der 52. Zugerberg-Schwinget hat am Wochenende vor grossem Publikum stattgefunden. Für die Schwinger geht es vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln.
Roland Kälin (links) und Marcel Bieri reichen sich freundschaftlich die Hand. (Bild: Maria Schmid (Zugerberg, 23. Juli 2017))

Roland Kälin (links) und Marcel Bieri reichen sich freundschaftlich die Hand. (Bild: Maria Schmid (Zugerberg, 23. Juli 2017))

Bei lauem Wetter kühlten sich am Sonntag die Innerschweizer Schwinger das Gemüt auf dem Zugerberg. Sei dies bei einem Suure Moscht an der Festwirtschaft oder einem «Hoselupf» auf dem Sägemehl. Auf dem Hof der Familie Moos gleich neben dem Restaurant Vordergeissboden fand vergangenes Wochenende das 52. Zugerberg-Schwinget statt. «Kränze gibt es bei uns keine zu gewinnen. Hier geht es für viele Schwinger darum, Erfahrungen zu sammeln», erzählt Walter Bucher vom Organisationskomitee (OK) des Fests.

Leer gehen die Sieger aber auch hier nicht aus: Der Gabentisch ist reich beladen mit Preisen, die von Privatleuten gesponsert wurden: Werkzeugkoffer, Fleischwaren, Kuhglocken und Bauernmöbel. Der begehrteste Preis dürfte aber wohl das Stück Braunvieh sein, das der alt SVP-Kantonsrat Hans Durrer offerierte. Rosmarie Fuchs aus Einsiedeln ist das alles nicht so wichtig. «Ich bin vor allem der guten Gesellschaft wegen hier. Das Schwingen selbst interessiert mich ehrlich gesagt gar nicht so sehr», schmunzelt sie auf dem Weg zu einem guten «Tee Chrüter».

Im Hintergrund läuft lupfiger Ländler, die Festbänke sind gut besetzt, und am Eingang werden fleissig Stimmen für die Burkaverbots-Initiative gesammelt. Aber irgendwie will die sonst so ausgelassene Stimmung nicht ganz auftauen. «Mit diesem Wetter fehlt uns das Wandervolk, das sonst noch auf einen Trunk vorbeischaut», meint Bucher. Auch Alois Hürlimann merkt den Unterschied zum letzten Jahr. «Da war hier viel mehr los.» Hürlimann betreibt mit seinen 75 Jahren in Walchwil allein den Wolfgrüeblihof. «Als Jugendlicher habe ich auch selber mal geschwungen, aber das ist jetzt schon lange her», erinnert er sich. Der Zugerberg-Schwinget ist bei ihm aber fix im Kalender drin. «Man kennt hier einfach viele Leute, und manchmal gibt’s spannende Kämpfe unter den Jungen.»

Auf den vier Kampfplätzen zeigten die rund 70 Schwinger vom Mittag an ihre schönsten Schwünge und setzten sich gegenseitig ins Mehl. Mit ernsten Gesichtern greifen sie sich, mit der für Schwinger typischen Gelassenheit, an die Hosen und versuchen, den Kontrahenten mit dem Rücken auf den Boden zu werfen. Der Gewinner klopft dem Verlierer freundschaftlich die Späne vom Rücken. Man geht gemeinsam zum Richtertisch und holt sich die Punktewertung der drei Schiedsrichter.

Die Allerbesten bleiben aus

Einige der Teilnehmer konnten sich am Kantonalen Schwingfest bereits einen Kantonalkranz erkämpfen. Manche haben sogar einen Bergkranz vorzuweisen. Schwinger mit Eidgenössischen Kränzen finden sich aber nicht auf der Teilnehmerliste. «Da könnte der Rest von uns ja gleich einpacken, wenn wir gegen die Eidgenössischen antreten müssten», lacht einer der Schwinger, der seinen Namen nicht gern in der Zeitung sieht.

Am Samstag gab es dafür ein Extra-Juniorenschwingen. Am Sonntagmorgen traf man sich zur Messe mit Jodelkonzert und Alphornbläsern. Die Sportler kamen aus dem ganzen Kanton Zug sowie Ob- und Nidwalden, Schwyz und Uri.

Manche Familien sind extra mit Decken und kleinen Kissen angereist, um den grauen Tag etwas gemütlicher zu gestalten, und so sitzt Jung und Alt auf der kleinen Tribüne und belohnt die spannendsten Kämpfe mit zurückhaltendem Applaus.

Wolf Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

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