Zwangspause für die Luzerner Volleyballer: Das ganze Team ist in Quarantäne

Der NLA-Spielbetrieb geht trotz vieler Verschiebungen weiter, das haben die Klubs mit 10 zu 8 Stimmen entschieden. Volley Luzern spielt wohl dennoch erst Ende November wieder.

Stephan Santschi
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Komplette Meisterschaftsrunden müssen verschoben werden, ganze Teams, wie aktuell jenes von Volley Luzern, befinden sich in Quarantäne – der NLA-Spielbetrieb der Frauen und Männer ist wegen positiver PCR-Tests, die den Verdacht auf eine Coronainfektion erheben, durch viele Unwägbarkeiten geprägt. Vertreter aller 18 Klubs der beiden höchsten Ligen trafen sich deshalb zu Beginn dieser Woche zu einer virtuellen Sitzung, um über das weitere Vorgehen zu debattieren. Soll die Meisterschaft fortgesetzt werden? Ist ein Unterbruch sinnvoller?

Die Luzerner Alexander Berggren und Stig Döös Tragstad im Europacupspiel gegen das österreichische Team Union Waldviertel.

Die Luzerner Alexander Berggren und Stig Döös Tragstad im Europacupspiel gegen das österreichische Team Union Waldviertel.

Patrick Hürlimann (Luzern, 4. November 2020)

Das Ergebnis der Abstimmung war knapp. 10 der 18 Vereine sprachen sich für eine Aufrechterhaltung des Spielbetriebs aus, 8 wünschten eine Pause bis mindestens Ende Monat. Der Meisterschaftsausschuss beschloss daraufhin, dass ohne Zuschauer weitergespielt wird. «Unter anderem auch weil die NLA-Vereine Arbeitgeber sind, die ihre Löhne bezahlen müssen», wie Swiss Volley in einer Stellungnahme schreibt. «Solange der Bund im Leistungssport den Wettkampf zulässt, ist es nicht möglich, von den verschiedenen Unterstützungsmassnahmen für Arbeitgeber zu profitieren.» Darum gebe es auch arbeitsrechtliche Aspekte zu berücksichtigen. Zudem würde ein Unterbruch eine Anpassung des Modus nach sich ziehen und das sei in so kurzer Zeit nicht realisierbar.

Bertolacci: «Weitermachen ist eine gute Sache»

Glücklich über diesen Entscheid ist Lauren Bertolacci. Die ehemalige Trainerin der Luzerner NLA-Männer, die seit 2018 an der Seitenlinie der Frauen von Neuchâtel UC steht, sagt: «Weitermachen ist eine gute Sache. Wenn wir jetzt drei, vier Wochen pausieren, erhöht sich der Druck im Spielplan für den Rest der Saison.» Dabei hätte sie gar befürchtet, dass es bei einem Break nicht mehr zur Wiederaufnahme gekommen wäre. «In vier Wochen wird die Situation nicht viel besser aussehen. Wir wussten, dass diese Saison eine andere werden würde.» Mit dem Umsetzen des Schutzkonzepts könne man einen Beitrag zur öffentlichen Gesundheit leisten. «Wir alle sind für die Menschen um uns herum mitverantwortlich. Wir waschen und desinfizieren die Hände, tragen wenn nötig eine Maske und treffen nicht viele Leute.» Kurz: «Wir halten uns sehr strikt an die Regeln.» Bis jetzt hatte NUC noch keinen positiven Fall im Team. Aufgrund von Problemen bei den Gegnern kam es aber bereits zu zwei Neuansetzungen, zudem hat sich der Verein freiwillig aus dem Europacup zurückgezogen. «Auch aus finanziellen Gründen ist es wichtig, dass wir unseren Job weitermachen können», so Bertolacci, die letztes Jahr mit den Neuenburgerinnen das Triple aus Meisterschaft, Cup und Supercup gewann und aktuell mit ihrer Equipe auf Platz drei steht.

Luzern wünschte eine Pause bis Ende November

Volley Luzern hätte sich derweil einen Unterbruch bis Ende November gewünscht. «Allgemein ging der Trend für eine Pause bis Ende Jahr. In dieser Zeit hätte man sich über einen Restart mit Chancengleichheit ab Januar unterhalten können», erklärt Richard Gehrlach, der Covid-19-Verantwortliche der Luzerner. Teammanager Josef Wicki hält derweil fest, dass es «momentan an vielen Orten wegen Corona automatisch zu Unterbrüchen kommt, so wie bei uns». Die Partie am letzten Sonntag gegen Jona fiel aus, weil mehrere Luzerner positiv getestet wurden. Bis mindestens Mitte der nächsten Woche bleiben Mannschaft und Staff in Selbstisolation beziehungsweise Quarantäne. «Wir werden wohl erst am 28. November in Schönenwerd wieder spielen können», sagt Wicki und fügt an: «Was ist zumutbar, was nicht? Es sind schwierige Aufgaben, die hier den Sportverbänden gestellt werden.»

Als Sperrfrist bis zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach Coronafällen hat Swiss Volley fünf Tage festgelegt. Das heisst: Fünf Tage bleiben dem Team, um sich nach der Rückkehr ins Training auf die nächste Partie vorzubereiten. «Genau ist das aber noch nicht geregelt», bemerkt Gehrlach. «Geht man vom letzten Spieler aus, der sich erholt hat? Oder nimmt man einen Durchschnittswert? Damit werde ich mich nun noch beschäftigen müssen.»