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Zwei Brüder, zwei Weltmeister

NHL-Superstar John Klingberg besucht seinen Bruder Carl in Zug und nimmt gleich auch am EVZ-Training teil. Der Traum der beiden Schweden ist, eines Tages wieder für den gleichen Klub zu spielen.
Sven Aregger
Familientreffen in Zug: John (links) und Carl Klingberg. (Bild: Pius Amrein (23. August 2018)

Familientreffen in Zug: John (links) und Carl Klingberg. (Bild: Pius Amrein (23. August 2018)

Während des Trainings liefern sie sich einen Zweikampf: Carl Klingberg, der Stürmer. John Klingberg, der Verteidiger. Carl entscheidet dieses Bruder-Duell für sich. Gegner sind sie aber nur auf dem Eis. Daneben sind nicht nur Brüder, sondern auch die «besten Freunde», wie Carl Klingberg betont. Deshalb verbringen sie im Sommer in ihrer Heimat Göteborg jeweils viel Zeit miteinander.

Im Verlauf der Saison ist es dagegen schwierig, ständig in Kontakt zu blieben, weil die zwei Schweden sich auf ihre eigenen Hockey-Karrieren konzentrieren: der 27-jährige Carl beim EV Zug, der ein Jahr jüngere John in der NHL bei den Dallas Stars. Da aber die Saison in Nordamerika erst im Oktober beginnt, nutzte John Klingberg die Gelegenheit, in dieser Woche seinen Bruder zu besuchen. Und um sich fitzuhalten, nahm er auch gleich am Mannschaftstraining teil.

John Klingberg garantiert Offensivspektakel

John und Carl Klingberg stammen aus dem Nachwuchs des HC Frölunda, wo sie auch ihre Profilaufbahn lancierten. «Carl ist mein Vorbild, ich habe immer bewundert, wie fokussiert er war und wie hart er gearbeitet hat», erzählt John Klingberg. Doch die Karrieren der zwei Brüder verliefen unterschiedlich. Carl Klingberg bestritt einige Spiele für die Winnipeg Jets, er konnte sich in der NHL aber nicht durchsetzen. Seit 2016 spielt der Flügel für den EVZ, wo er «sehr glücklich» sei. «Ich schicke meinen Bekannten jeden Tag Bilder aus Zug. In der Schweiz würde ich in keinem anderen Team spielen.» Sein Vertrag läuft 2019 aus, noch ist offen, wie es für ihn weitergeht. Er sagt: «Wenn mich der EVZ behalten will, ist er meine erste Option.»

Anders als Carl erlebte John Klingberg in der NHL einen kometenhaften Aufstieg. In seiner ersten Saison in Dallas war er 2014/15 der ligaweite Topskorer unter den Rookie-Verteidigern und liess sich danach vergolden. Sein Siebenjahresvertrag soll ihm rund 30 Millionen Dollar einbringen. John Klingberg ist in der NHL ein Superstar, er gehört zu den spektakulärsten Verteidigern in Nordamerika. Der Schwede (1,86 m/80 kg) kombiniert Grösse und Wucht mit spielerischer Raffinesse und Offensivdrang, er kann überall auf dem Eis Akzente setzen. Das ist auch mit Risiken verbunden, in Dallas mussten ihm die Trainer zu Beginn klarmachen, dass er sich nicht aus jeder heiklen Lage spielerisch lösen müsse, es dürfe auch mal ein Befreiungsschlag sein. Mittlerweile hat sich John Klingberg nicht nur defensiv stabilisiert, mit 67 Punkten in der vergangenen Regular Season war er der zweitbeste Abwehrspieler der Liga. Das reichte allerdings nicht, um die mit Grössen wie Tyler Seguin und Jamie Benn gespickten Texaner in die Playoffs zu führen. Dallas hat nun den Trainer Jim Montgomery verpflichtet, und John Klingberg sagt: «Wir dürfen die Playoffs nicht noch einmal verpassen.»

Besuch aus Buffalo und Vancouver

Besser in Erinnerung geblieben sind John Klingberg die Weltmeistertitel 2018 und 2017 mit Schweden, dieses Jahr ist er in Dänemark zum besten Verteidiger des Turniers gekürt worden. Den ersten WM-Titel konnte er mit seinem Bruder Carl feiern. «Unser Traum ist, dass wir eines Tages wieder im gleichen Klub spielen», sagt John Klingberg. «Aber das ist schwierig planbar.»

John Klingberg war übrigens nicht der einzige Gast aus der NHL, den der EVZ begrüssen durfte. Kürzlich weilten auch Vertreter der Franchises Buffalo Sabres und Vancouver Canucks in Zug, sie wollten sich ein Bild machen über das Ausbildungskonzept und über das Spitzensport-Zentrum OYM, das in Cham entsteht. Dem Ansehen des Klubs zuträglich ist, dass in den letzten drei NHL-Drafts jeweils ein EVZ-Spieler gezogen wurde: Calvin Thürkauf, Tobias Geisser und zuletzt Nico Gross. Geisser, der einen Einstiegsvertrag von den Washington Capitals erhielt, reist am Sonntag nach Nordamerika. Gestern trainierte er mit dem EVZ und den Klingberg-Brüdern. John Klingberg lobte: «In der Zuger Mannschaft steckt viel Talent.»

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