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Junge Flawilerin fährt in den Spuren von Loïc Meillard

Am Montag und Dienstag finden am Skilift Horn in Schwende FIS-Slaloms statt. Die Flawilerin Aline Höpli ist in der U18-Kategorie die zweitbeste Schweizerin. Sie hat grosse Ziele.
Pascal Koster
Aline Höpli vor dem beleuchteten Slalomhang. (Bild: Hanspeter Schiess)

Aline Höpli vor dem beleuchteten Slalomhang. (Bild: Hanspeter Schiess)

Die FIS-Rennen im Schwendetal haben schon so manchen Ausnahmeathleten hervorgebracht. Vor vier Jahren gewann ein gewisser Loïc Meillard die beiden Slaloms am Skilift Horn.

Nachdem fünfmal Männerrennen durch­geführt wurden, starten nun die ­Skifahrerinnen in Schwende. Im Teilnehmerfeld befinden sich zahlreiche Schweizer Nachwuchshoffnungen, unter ihnen die Flawilerin Aline Höpli.

Höpli ist sechsfache Schweizer Juniorenmeisterin. Auf Stufe U16 steht sie über zwei Saisons hinweg regelmässig auf dem Podest von JO-Rennen. Mit 16 Jahren ist sie dem C-Kader von Swiss Ski schon ziemlich nahe. Doch dann der Rückschlag: Anfang Dezember 2017 bremst ein Kreuzbandriss Höplis Karriere aus.

Mentale Nachwirkungen

Zwar verläuft der Heilungsprozess gut, doch Höpli unterschätzt die mentalen Nachwirkungen der Knieverletzung. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so schwierig sein würde, zurückzukommen», sagt die Untertoggenburgerin.

In bestimmten Rennen fehlt ihr immer noch die Sicherheit, was sich auf die Zeiten auswirkt. «Ich bin in dieser Saison viel zu inkonstant», so die 18-Jährige. Auf FIS-Stufe ist dies allerdings nicht weiter schlimm, da nur die zwei besten Resultate zur Bestimmung der Startnummer gewertet werden. Mit einem zweiten und einem achten Platz geniesst sie somit nach wie vor den Vorteil einer frühen Nummer.

Auf dem Sprung ins Nationalkader

Im Slalom, Höplis Lieblings­disziplin, hat sie fast wieder zu alter Stärke zurückgefunden. Dies lässt sie auf einen Platz im C-Kader von Swiss Ski hoffen. Höpli: «Im Sommer soll es so weit sein.»

Die Aufnahme ins Nationalkader wäre der Höhepunkt einer jungen Karriere. Angefangen hat alles im Skiclub Gossau. Da ­sowohl die Eltern als auch die beiden älteren Geschwister dem SC Gossau angehören, ist Aline Höpli bald einmal im Verein. Sie ist mittlerweile die Einzige in der Familie, die auf die Karte Ski­profi setzt. Höpli: «Das ist für mich schon immer klar gewesen. Etwas anderes wollte ich nie.»

Willkommene Abwechslung in der Amtsstube

In St. Gallen besuchte sie die Talentschule Blumenau. Nach der Oberstufe absolvierte Höpli in der United School of Sports den schulischen Teil einer KV-Lehre. Nun ist die Skifahrerin zu 50 Prozent auf der Gemeindeverwaltung Flawil beschäftigt, um auch noch den praktischen Teil der Lehre abzuschliessen. Das sei jeweils eine willkommene Abwechslung zu den Rennen oder dem Training, sagt Höpli.

Heuer hat die Flawilerin nicht mehr viel mit dem SC Gossau zu tun. Sie trainiert im Nationalen Leistungszentrum (NLZ) in Davos. Das NLZ ist die Schnittstelle zwischen den Regionalverbänden und dem nationalen Verband Swiss Ski. Ohne die Zwischen­station im Büdnerland wäre eine Kaderaufnahme kaum möglich.

Im Sommer auf dem Bike

Derzeit lebt Höpli noch zu Hause in Flawil. Solange sie in der Gemeinde arbeitet, wird das wohl so bleiben. «Man muss halt flexibel sein», sagt Höpli zur aktuellen Situation. Wenn es spät wird, kann sie bei Teamkolleginnen in Davos oder Laax übernachten.

Schafft sie es ins C-Kader von Swiss Ski, ändert sich sowieso wieder einiges. Statt FIS-Rennen könnte sie plötzlich auch Europacup-Rennen bestreiten. Die ganze Reiserei wäre noch aufwendiger und die Trainings noch intensiver.

Höpli ist das egal. Von Sport könne sie ohnehin nicht genug bekommen. «Ich bin ein richtiger Sportjunkie. Ich interessiere mich wirklich für jede Sportart.» Wenn sie sich im Sommer nicht gerade auf die kommende Saison vorbereitet, fährt sie Mountainbike.

Fehler im Steilhang

Doch vorerst gilt es, die ­laufende Saison erfolgreich ab­zuschliessen, damit es mit dem Wechsel zu Swiss Ski dann auch klappt. Im FIS-Slalom vom Montag in Schwende, in dem gleich­zeitig die Schweizer U18-Meisterin gekürt wurde, reichte es ­Höpli nicht ganz aufs Podest.

Im ersten Lauf beging sie einen ­Fehler im Steilhang, womit sie auf dem achten Platz landete. Im zweiten Lauf steigerte sich Höpli und gewann noch drei Ränge. Hinter der Bündner Siegerin Selina Egloff sicherte sich ­Höpli den zweiten Platz der Schweizer U18-Meisterschaften im Slalom.

Lara Baumann starke Dritte auf der Heimpiste

In Schwende waren die Erwartungen an Lara Baumann vom Skiclub Appenzell hoch. Noch am Wochenende wurde sie in Savognin Schweizer U18-Meisterin im Riesenslalom. Den ersten Lauf beendete die Einheimische auf dem 16. Rang. Dabei sei gesagt, dass der Slalom die deutlich schwächere Disziplin der 17-Jährigen ist. Letztlich schloss sie das FIS-Rennen auf dem zehnten Rang ab. Im Vergleich mit den anderen Schweizer U18-Athletinnen reichte ihre Zeit ­jedoch zum dritten Platz. Auf die Schweizer Meisterin Selina Egloff verlor sie 4,80 Sekunden. (pak)

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