Wagons und Aufzüge Schlieren

Back on Track: Schlieremer Wagonbauer wollen es nochmals wissen

Stefan Nidegger
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Ehemaliger Wagianer im Element 35 Jahre nach der Betriebsschliessung in Schlieren und auch längst nach der Pension bleiben sie in ihrer Freizeit stolze Wagi-Arbeiter.
Hand in Hand im Team Ein Team des CBm 22-70 aus Schaffhausen und der Wagi Schlieren arbeiten gemeinsam am Liegewagen.
Erinnert an die Zeiten der Nachtzüge Der Liegewagen Bcm 203 wurde 1970 von der Schweizerischen Wagonsfabrik Schlieren gebaut und befindet sich noch im Origininalzustand. Jetzt wird er aufgearbeitet.
50 Jahre Reisegeschichte Der RIC-Wagen kam auf dem Europäischen Schienennetz zum Einsatz. Einblick in ein Abteil in Nachtstellung.

Vor 40 Jahren identifizierte man Schlieren noch mit dem Cabaret Rotstift, Schlieremer Chind und der Wagonsfabrik “Wagi”. Letztere hat seit drei Jahren ein regelrechtes Comeback. Jetzt wird auch wieder an richtigen Eisenbahnwaggons gearbeitet.

Rollendes Kulturgut, so nennen es die Schlieremer Wagi-Arbeiter, die seit August wieder an einem SBB Liegewagen in einem Depot in Brugg im Kanton Aargau arbeiten. Es ist laut, es wird gehämmert und wenn man den Wagianern (so nannten sich die Wagi-Arbeiter immer Stolz) zuschaut, driftet man schnell in Gedanken ein paar Jahrzehnte zurück. Der Wagen selber hat nämlich auch bereits 50 Jahre auf den Achsen und wurde 1970 von der Schweizerischen Wagons- und Aufzügefabrik AG Schlieren gebaut.

Obwohl solche Wagentypen als Bpm 51 modernisiert immer noch im Regelverkehr bei den SBB stehen, wird dieser spezielle Liegewagen der noch im Originalzustand ist, künftig nur noch für Extrafahrten eingesetzt. Der in Brugg ansässige Verein Mikado 1244 konnte den Wagen dieses Jahr übernehmen.

Es braucht viel mechanisches Verständnis

Während die Ehemaligen auch nach der Pension noch bestens mit dem einstigen Handwerk vertraut sind, muss der Nachwuchs jetzt eingearbeitet werden. Mit dabei ist auch Patrick Bigler, der Betriebsleiter des Wagi-Museums. «Ich gehöre nämlich selber zum Nachwuchs», sagt Bigler schmunzelnd. Obwohl er 1996 seine Lehre selbst im technischen Wagenbereich bei den SBB absolvierte, ist er heute mit 39 Jahren einer der jüngsten im Team. Dabei schätzt er, dass man jetzt noch von den Ehemaligen und Erfahrenen “Wagianern” lernen kann. «Es braucht viel mechanisches Verständnis und spezifisches Fachwissen an den Waggons», fügt Bigler an. Mit dabei ist federführend auch ein Team des CBm 22-70 aus Schaffhausen, welches bereits mehrerer dieser Schlieren-Wagentypen unterhält.

Damit der Nachwuchs auch kommt, bietet das Wagi-Museum künftig Schnuppertage an, an welchem Interessierte einmal Luft vor Ort schnuppern können. Voraussetzung ist Teamfähigkeit, ein Handwerkliches Geschick und die Freude daran, ein Stück Schweizer Eisenbahn- und Industriegeschichte zu erhalten.

Interessierte können sich für einen Schnuppertag im Wagonbau anmelden unter: info@schlierengroup.com