Krebsliga Solothurn

Der Info-Anlass zum neuen Mammografie-Screening-Programm weckte grosses Interesse

Christoph Stapfer
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Regula Schneider stellt das Programm "donna" vor Kurz und prägnant brachte Regula Schneider, Geschäftsführerin der Krebsliga Ostschweiz, die Eckdaten von "donna" auf den Punkt.
Dr. Luzius Schmid, Programmleiter "donna" Im Anschluss an die Präsentation beantwortete Dr. Luzius Schmid, langjähriger Präsident der Krebsliga Ostschweiz und Programmleiter von "donna", die Fragen aus dem Publikum.

Ende Oktober starten im Kanton Solothurn die ersten Untersuchungen innerhalb des Mammografie-Screening-Programms «donna »: an vier Standorten im Kanton werden zukünftig Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren alle zwei Jahre auf Tumore im Brustgewebe untersucht. Vom erstmaligen politischen Auftrag bis hierhin hat es rund 10 Jahre gedauert.

«Dass die Umsetzung eines kantonal geregelten Mammografie-Screening-Programms mehrere Jahre in Anspruch nimmt, ist aber ganz normal», so Regula Schneider, Geschäftsführerin der Krebsliga Ostschweiz, die das Programm «donna» ins Leben gerufen hat und mittlerweile seit 10 Jahren in St. Gallen betreibt. Mit Graubünden, Bern und neu eben Solothurn kommt «donna» bereits in vier Schweizer Kantonen zum Einsatz – ein Zeichen, das für die Qualität des Programms und jede Menge Erfahrung mit geregelten und systematischen Mammografien spricht.

Doch was bedeutet nun dieses neue Screening-Programm für die Solothurnerinnen? «Zunächst einmal geht es darum», so Regula Schneider, «dass alle Frauen einer bestimmten Zielgruppe systematisch zu einer regelmässigen Kontrolluntersuchung eingeladen werden und, dass der Zugang zu einer solchen Untersuchung sehr niederschwellig ist.» Konkret heisst das, dass alle im Kanton Solothurn wohnhaften Frauen im Alter zwischen 50 und 74 alle zwei Jahre zu einer Mammografie eingeladen werden. Die Kosten dafür betragen für die Patientinnen jeweils weniger als 20 Franken, da die Untersuchung durch die Grundversicherung abgedeckt und von der Franchise befreit ist. Somit fällt nur der Selbstbehalt in Höhe von 10% der Untersuchungskosten an.

Ziel dieser systematischen Untersuchungen ist es, bösartige Tumore im Brustgewebe frühzeitig zu erkennen, wenn diese womöglich noch gar nicht zu ertasten sind. Dadurch steigen einerseits die Erfolgsaussichten einer Therapie, andererseits können körperlich weniger belastende Behandlungsmethoden zur Anwendung kommen. Da rund 80 Prozent aller Brustkrebspatientinnen bei der Diagnose über 50 Jahre alt sind, wäre ein systematisches Screening vor diesem Zeitpunkt aber nicht effizient.

Die Entscheidung darüber, ob sie eine Mammografie durchführen lassen will, liegt schliesslich bei jeder Frau selbst: so kann sie den mit der Einladung vorgeschlagenen Termin entweder verschieben oder auch ganz absagen. Da das Brustkrebsrisiko für Frauen im Alter zwischen 50 und 74 Jahren statistisch gesehen am höchsten ist, empfehlen sowohl nationale wie auch internationale Expertengruppen diesen aber eine regelmässige Untersuchung im Abstand von zwei Jahren. Dies, weil es in seltenen Fällen zwar möglich sei, dass neue Tumore während zwei solchen Terminen entstünden, die allermeisten Fälle damit aber frühzeitig erkannt werden könnten und ein dichterer Untersuchungsrhythmus nicht sinnvoll wäre, wie Dr. Luzius Schmid, langjähriger Präsident der Krebsliga Ostschweiz und Programmleiter von «donna» in der abschliessenden Fragerunde erläuterte.

Informieren und auch selbstständig anmelden zum «donna»-Programm kann man sich via der Gratis-Helpline 0800 100 888 oder der Website http://www.donna-programm.ch