Schweizerisches Rotes Kreuz Kanton Aargau

Homeschooling in Aargauer Asylunterkünften

SRK Kanton Aargau
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undefined Frank Geisler, Labdoo Schweiz, und Silvana Lindt, Leiterin SRK-Koordinationsstelle in Baden, freuen sich über die gute Zusammenarbeit.

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Das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) Kanton Aargau und der Verein Netzwerk Asyl Aargau verteilen 45 Laptops an geflüchtete Kinder und Jugendliche der Mittel- und Oberstufenschule. Die Laptops wurden gespendet vom in Oberwil-Lieli ansässigen Verein Labdoo.org.

Seit über einer Woche sind die Aargauer Ober- und Mittelstufenschüler/-innen nach den Frühlingsferien wieder im Fernunterricht. Nun gilt es ernst: Die Schüler müssen nicht nur Lernstoff repetieren, sondern auch neuen Schulstoff lernen. Klassenkonferenzen per Video, Video-Tutorials und andere Online-Aufgaben sind an der Tagesordnung. Besonders herausfordernd ist die Homeschooling-Situation für geflüchtete Kinder und Jugendliche. Dazu kommt, dass es in den Asylunterkünften an Computern zum Arbeiten für die Kinder und Jugendlichen fehlt und nur wenige Schulen verfügen über genügend Geräte, die sie ausleihen könnten. Die Koordinationsstelle für Freiwilligenarbeit im Bereich Flucht und Asyl des SRK Kanton Aargau in Baden und der Verein Netzwerk Asyl Aargau haben deshalb eine gemeinsame Aktion ins Leben gerufen.

Secondhand-Computer neu aufgesetzt

Dank einer grosszügigen Spende des Vereins Labdoo.org erhielt die SRK-Koordinationsstelle mehr als vierzig Laptops. Die weltweit aktive Organisation setzt gespendete Secondhand-Computer neu auf und rüstet sie mit Open-Source-Programmen aus. Weitere Geräte finanzierte der Verein Netzwerk Asyl Aargau. In Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Sozialdienst, der für die Betreuung der geflüchteten Menschen zuständig ist, wurden die Computer an über vierzig Kinder und Jugendliche verteilt.

Neun Laptops gingen an die Aarauer Asylunterkunft für unbegleitete minderjährige Asylsuchende. Ute Fritsch, Leiterin der Asylunterkunft ist sehr froh über die Spende: «Ohne die Laptops wüssten wir nicht, wie wir die aktuelle Situation gemeistert hätten.» Von der Spende profitieren in diesem Fall unbegleitete minderjährige Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren. Sie besuchen eine Oberstufenklasse oder die kantonale Schule für Berufsbildung. Ute Fritsch erzählt: «Jeden Morgen arbeiten die Jungs in Lerngruppen zusammen mit einem Betreuenden. Den Laptop brauchen sie täglich. Sie treffen sich über digitale Plattformen mit ihrer Klasse.» Das SRK Kanton Aargau stellt zusätzlich freiwillige IT-Supporter/-innen zur Verfügung, die die Schüler/-innen bei technischen Fragen telefonisch unterstützen. Daniela Lauber Bärlocher, Leiterin Schule, Kurse und Beschäftigung vom Kantonalen Sozialdienst, freut sich: «Wir sind aktuell sehr gefordert. Deshalb sind solche koordinierten Initiativen sehr willkommen und eine Entlastung für uns.»