Turnverein

Lockerer Sieg

Die Erstliga-Handballer des TV Möhlin gewinnen das letzte Heimspiel der Vorrunde gegen den Tabellenachten CH Fribourg deutlich 36:15 (16:7).

Marcel Siegrist
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Die Liga-Aufsteiger aus Fribourg sahen das Unheil gegen den Tabellendritten Möhlin nahen und versuchten das Spiel noch am Mittwoch der gleichen Woche aufgrund ihrer langen Verletztenliste zu verschieben. Dies ist aber nach Reglement zu kurzfristig und somit nicht zulässig. Fribourgs Probleme sind schliesslich nicht plötzlich erkrankte Spieler, daher hätten die Verantwortlichen schlicht früher reagieren müssen. Möhlin lehnte diesen Wunsch des Gegners denn auch ab. Die Fricktaler wollten im Hinblick auf das Spitzenspiel gegen Leimental ihren Spielrhythmus beibehalten und die Partie austragen.
So kam es wie man es hätte ahnen können. Möhlin distanzierte den Gegner nach gut fünf Spielminuten sukzessive und kontrollierte das Geschehen. Die Fribourger hatten wenig entgegenzusetzen, vor allem wenn der TVM das Spiel schnell gestaltete. Auch in Unterzahl agierten die Gastgeber souverän. Als Peter Kern eine Zeitstrafe absass und wenig später Ramon Schweizer folgte, traf der Rest des Teams dennoch. Zur Pause führte Möhlin 16:7 - die Partie war längst entschieden, es interessierte nur noch die Höhe des TVM-Sieges.
Denn danach folgte definitiv die Demontage der Fribourger. Mit einem elf-Mann-starken Kader waren sie angereist, doch der Coach konnte wechseln wie er wollte - seine Spieler waren alle hoffnungslos überfordert. Möhlin übte Konter und Einzeldurchbrüche und zog locker auf 23:7 davon. In der Abwehr stand das Team felsenfest vor Michi Vogel und Alain Wenger - da gab es fast kein Durchkommen. Einem, der diese schnelle Spielweise überaus zusagte, war Sandro Soder. Der wieselflinke Aussenspieler wurde nicht müde Konter zu rennen, legte auch ein paar Mal uneigennützig den Mitspielern vor. Vier Sekunden vor Spielende gelang ihm der Schlusstreffer, dies war sein persönlich zehntes Tor.
Zu guter Letzt resultierte ein hoher 36:15-Sieg der Fricktaler, der noch höher hätte ausfallen können, wenn die Konzentration bis zum Schlusspfiff hochgehalten worden wäre. Doch das ist bei einem so inferioren Gegner schwierig. Jeder wollte halt Tore werfen, da gab es ein paar Fehlwürfe zu viel, und das Mannschaftsspiel wurde auch etwas vernachlässigt. Doch Möhlin versuchte das Tempo hoch zu halten und den Gegner damit auseinander zu nehmen. Dies ist in der Tat gelungen. Erfreulich war, dass die beiden Aussenspieler Therry Schmidhalter und Bruno Stadelmann zu drei resp. vier Toren kamen. Diese resultierten nicht nur aus Kontern, sondern waren teils auch schön herausgespielt.
Für das Spitzenspiel gegen Leimental am nächsten Samstag ist die Partie gegen das schwache Fribourg kaum aussagekräftig. So einfach wird Möhlin in Binningen wohl nicht zu Punkten kommen. Gegen Leimental wird der Kampf bis zum Schlusspfiff gefragt sein. Immerhin ist Möhlin mit mittlerweile fünf Siegen in Serie im Rücken gestärkt. Das gibt Selbstvertrauen - und dieses hat schon viele Spiele entschieden.

TV Möhlin - CH Fribourg 36:15 (16:7)

Steinli.-200 Zuschauer.-SR: Schlegel/Steiner.-Torfolge: 2:0, 2:2, 6:2, 7:5, 12:7, 16:7; 23:7, 27:8, 29:9, 30:10, 31:11, 33:12, 34:14, 35:15, 36:15.-Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Möhlin, 6-mal 2 Minuten gegen Fribourg.
Möhlin: Vogel, Wenger; Schmidhalter (3), T. Kern (2), Haxhimusa, Schmid (2), Meier, Soder (10/1), Carrard (1), Zeqai (5), P. Kern (4), Schweizer (4), Stadelmann (4), Jäger (1).
Fribourg: Boano; Champion, Kapisoda, Rojevic (5/3), Bouzou (3), Wyss (2), Rattaz (3), Bornschein, Kerrache (1), Zullo, Andrey (1).
Bemerkungen: Möhlin ohne Hürbin (verletzt), setzt alle seine Spieler ein. Fribourg ohne Berger, Catinot, Diem, Primin, San Juan, Ziegler (alle verletzt) und Oberholzer (abwesend).