Trachtengruppe
Reise der Trachtengruppe Möriken-Wildegg

Die zweitägige Überraschungsreise führte die Trachtengruppe Möriken-Wildegg ins Oberengadin.

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Es war eine Reise der Superlative. Mitglieder der Gruppe haben die Details, zusammen mit dem Chauffeur Willy, organisiert. Es gelang ihnen bestens.

"Morge frühe, wenn d'Sunne lacht..", so tönt es aus voller Kehle, wenn Trachtenfrauen und -männer auf Reisen gehen! Nach dem Kaffeehalt in Walenstadt war das erstes Ziel die Kirche von Zillis. Um 1109-1114 wurde die bemalte Decke geschaffen. Sie ist aus der romanischen Epoche und weltweit das einzige Kunstwerk dieser Art. Sie besteht aus 153 quadratischen Bildtafeln. Ein unbekannter Künstler und sein Geselle malten die Bilder. Später holte man die mitgeführten Tische und Bänke aus dem Car und zauberte herrliche kalte Platten mit Bündner Spezialitäten, knusprige Brötchen und feines Gemüse auf die Tische. Dazu wurden verschiedene Getränke und Wein serviert. Zum Dessert gab es Kaffee und Mandelgipfel.

Viamala Schlucht
Im Verlaufe des Nachmittags besichtigte man die hohen Felswände, die bis zu 300 Meter in die mystische Schlucht abfallen. Das einmalige Naturschauspiel ist mit einem gesicherten Abstieg bis zum Rhein über 321 Treppenstufen begehbar. Unvergessliche Momente bieten sich an, wenn man über die Treppen und durch die Galerie bis fast an den Rhein gelangt. Das fahle Licht, das sich bis in die verwinkeltsten Tiefen der Schlucht verirrt, ist grandios.

Segantini-Museum
Auf der Weiterfahrt gelangte man durch den Oberhalbstein und über den Julierpass ins Engadin. Giovanni Segantini wurde 1858 geboren und starb bereits mit 41 Jahren. Die Reihe seiner Meisterwerke reicht bis zum weltberühmten „Ave Maria bei der Überfahrt" oder „Bündnerin am Brunnen" usw. Seit 1897 plante der Meister ein gigantisches Alpenpanorama für die Pariser Weltausstellung von 1900, das in einem vom Künstler entworfenen Pavillon präsentiert worden wäre. Das Vorhaben scheiterte an den hohen Kosten. Schliesslich fügte Segantini die zwei 1896 begonnenen Bilder „Leben und Tod" mit dem neuen Mittelstück „Natur" zu einer Einheit zusammen.
Später bezog man im Hotel Sonne in St. Moritz-Bad die Zimmer und genoss anschliessend ein feines Nachtessen.

Nach dem ausgiebigen Brunch anderntags, gelangte man mit unserm Bus nach Pontresina. Dort erwarteten vier Pferdekutschen die Schar und führten uns ins Val Roseg. Es wird gelobt als "Perle des Oberengadins", oder noch präziser „wo der Himmel die Berge umarmt". Das Rosegtal erstreckt sich südwärts bis zu den Ausläufern des Bernina-Massivs. Eine nur für Pferdekutschen und Radfahrer geöffnete Strasse, sowie ein durch Arven- und Lärchenwälder angelegter Wanderweg führen zu dem für das opulente Dessertbuffet berühmten Hotel Roseg-Gletscher. Von diesem genussvollen Buffet durfte unsere Gruppe profitieren.

Die fast zweistündige Rückkehr unternahmen die meisten mit gutem Schuhwerk zu Fuss, die andern liessen sich mit der Pferdekutsche zurück nach Pontresina bringen, wo der Car bereits auf uns wartete. In La Punt, im Unteerengadin, wurde man im Verlauf des Nachmittages zu Flavias Verwandten auf einen Bauernhof zu einem ausgiebigen Apero eingeladen. Unter lauschigen Bäumen wurde gesungen und getanzt und anschliessend der Hofladen fast leer gekauft. Es war schon fast Abend, als die Gruppe etwas müde über den Flüelapass fuhr und viel später in Benken SG ein verspätetes Nachtessen konsumierte.

Diese Trachtenreise war bestens organisiert. Nochmals herzlichen Dank all jenen, die uns eine so vielseitige Reise zusammengestellt haben. Das Engadin zeigte sich mit seinem azurblauen Himmel von der schönsten Seite: „Keis Wölkli rings am Himmel, s ganz Ländli goldig grüen,
der See lit wiene Spiegel und d Sunne schint scho früeh".

Ruth Fehlmann

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